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Lübeck „Schweden sind sehr aufgeschlossen“
Lokales Lübeck „Schweden sind sehr aufgeschlossen“
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20:39 08.05.2018
Außenpolitik live: Botschafter Hans-Jürgen Heimsoeth (l.) diskutierte mit LN-Chefredakteur Gerald Goetsch über die Probleme der internationalen Politik.
Innenstadt

Außenpolitik , Diplomatie in Zeiten von Krisen, Europa, Migration, Beltquerung: Es gab kaum ein Thema, kaum eine Frage, die der Botschafter am Montagabend unbeantwortet ließ. Ruhig und gelassen saß

„Diplomaten im Dialog“ lautete das Thema des LN-HanseTalks im Europäischen Hansemuseum. Zu Gast war der deutsche Botschafter in Schweden, Hans-Jürgen Heimsoeth. Er stellte sich den Fragen des LN-Chefredakteurs Gerald Goetsch und des Publikums.

er in seinem orange-gelben Sessel auf der HanseTalk-Bühne. Ihm gegenüber LN-Chefredakteur Gerald Goetsch, der den Abend launig moderierte. Denn auch das Publikum, bestehend aus LN-Lesern, konnte Fragen an den Botschafter stellen.

Schnell wurde deutlich, dass die schwedisch-deutsche Beziehung durch viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede geprägt ist. „Die Schweden sind insgesamt deutlich konsensorientierter als wir Deutschen. Sie sind dem Neuen zugeneigter und definitiv aufgeschlossener“, erklärte Heimsoeth aufgrund seiner Erfahrung in Schweden. Das sehe man beispielsweise beim Thema Elektromobilität oder Digitalisierung. „Sie sind in solchen Dingen einfach offener. Und mehr noch: Schweden hat sich vorgenommen, bis 2045 seine Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen.“ Das sei ein riesiger Schritt in Richtung Zukunft, so Heimsoeth. Woran das liege, hakte Moderator Goetsch nach. „Wissen Sie, in Schweden herrscht ein größeres Vertrauen in den Staat. Und in der Umsetzung ihrer Vorhaben sind die Schweden einfach konsequenter als wir.“

Mit im Publikum saß Bernd Jorkisch, Honorarkonsul der Republik Finnland. Ihn interessierte, wie das Land zum Hansebelt-Projekt stehe und ob es eine gesellschaftliche Debatte zu diesem Thema gebe. Besonnen hielt Heimsoeth einen Moment inne, bevor er in staatsmännischer Manier auf die Frage antwortete. „Solche Infrastrukturprojekte bewegen die Schweden natürlich auch. Ich finde es wichtig, dass beim Beltprojekt klar wird, dass durch die Querung nicht nur eine Verbindung zu Dänemark, sondern auch zu Schweden entsteht“, sagte Heimsoeth. Dadurch werde der wirtschaftlich starke Süden Schwedens besser an Zentraleuropa angebunden. „Solche Infrastruktur verändert die Geografie. Und insbesondere in europäischen Fragen haben wir ein großes Interesse, mit den nordeuropäischen Staaten enger zusammenzuarbeiten“, fügte er hinzu.

Das betreffe aber nicht nur die deutsch-schwedische Beziehung, sondern vielmehr die Zusammenarbeit aller Ostsee-Anrainerstaaten. „Die wirtschaftliche Machtverteilung im Ostseeraum ist derzeit noch sehr ungleichgewichtig. Zukünftig wird es wichtig sein, noch mehr kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zu fördern.“ 

Seit September 2016 vertritt Hans-Jürgen Heimsoeth Deutschland beim skandinavischen Nachbarn Schweden. Vor seiner Amtszeit als Botschafter in Stockholm war er unter anderem als Generalkonsul in den USA (2005 bis 2008) und als Botschafter in der Ukraine (2008 bis 2012) tätig. Im diplomatischen Dienst des Auswärtigen Amtes arbeitet der 65-Jährige seit 1981.

Von Fabian Boerger

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