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Lübeck Rund 300 Menschen demonstrieren in Lübeck gegen das Sterben im Mittelmeer
Lokales Lübeck Rund 300 Menschen demonstrieren in Lübeck gegen das Sterben im Mittelmeer
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16:07 06.07.2019
Knapp 300 Teilnehmer waren bei der Demo für sichere Häfen in Europa dabei. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Das Wetter ist nicht besonders einladend, trotzdem haben sich etwa 300 Menschen vor dem Lautsprecherwagen auf dem Lindenplatz versammelt. Die „Seebrücke Lübeck“ und das Lübecker Flüchtlingsforum haben zu einer Demonstration unter dem Motto „Seenotrettung ist kein Verbrechen!“ aufgerufen.

Solidarität mit Carola Rackete

Zwar ist die Kapitänin der „Seawatch 3“, Carola Rackete, wieder auf freiem Fuß, aber: „Es sterben immer noch jeden Tag Flüchtlinge im Mittelmeer“, sagt Stefan Schmidt, Flüchtlingsbeauftragter der Landesregierung und Ex-Kapitän des Lübecker Flüchtlingschiffes „Cap Anamur“. „Wenn wir das Thema jetzt untergehen lassen, dann können wir alles vergessen.“

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Schmidt bewundert Rackete, obwohl „sie eigentlich für eine Kapitänin nur Selbstverständliches und nach geltendem Recht getan hat“. Er erwartet von Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) eine Erklärung, Flüchtlinge aus dem Mittelmeer aufzunehmen und somit Lübeck zu einem sicheren Hafen für Menschen auf der Flucht zu machen.

Etwa 300 Teilnehmer demonstrierten in Lübeck gegen das Sterben im Mittelmeer und für eine humane Flüchtlingspolitik der EU.

„Omas gegen rechts“ und Amnesty International dabei

Unter den Teilnehmern der Demonstration sind viele Menschen vom Flüchtlingsforum, Amnesty International, dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und auch von der überparteilichen Initiative „Omas gegen rechts“. „Viele Rechte, die heute ganz normal sind in unserer Demokratie, haben wir früher erkämpft“, sagt Ina Lünenbürger. Die 66-Jährige sieht ein Erstarken rechter und rechtsextremer Kräfte im Land – und gibt sich kämpferisch: „Wir lassen es nicht zu, dass diese Rechte einfach unterwandert werden. Bleiben wir wachsam, wir sind die Mehrheit!“

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„Es ist ein Unding, nicht hier zu sein“

Melanie Amariglio steht auch in der Menge der Demonstrierenden. Sie hat ein Plakat gemalt, auf dem Carola Rackete mit einem großen Herz vor einem grimmigen italienischen Innenminister Matteo Salvini steht. „Warum ich hier bin? Die Frage ist eher, warum nicht mehr hier sind. Es ist ein Unding, nicht hier zu sein“, sagt die 24-jährige Erzieherin. „Man muss in Zeiten wie diesen klare Kante zeigen. Und das, was gerade auf dem Mittelmeer passiert, geht gar nicht!“

Auch Elisabeth Hartmann-Runge vom Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg hält einen Redebeitrag. „Was die aktuelle Flüchtlingspolitik angeht, so frage ich mich häufig, was das ’C’ bei manchen Parteien im Land eigentlich zu bedeuten hat“, sagt Hartmann-Runge.

Mehr „Racketen“ im Mittelmeer stationieren

Nach einigen Redebeiträgen setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung. Auch der Ex-Bürgermeister von Lübeck, Michael Bouteiller, ist mit seiner Frau Rosemarie dabei. Unter Polizeibegleitung marschieren die Aktivisten vom Lindenteller los, am Holstentor vorbei und dann einmal durch die Innenstadt. Mit dabei Vertreter der Satire-Partei „Die Partei“. Sie fordern auf Plakaten, dass „weitere ’Racketen’ im Mittelmeer stationiert“ werden sollen.

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