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Lübeck Eine „Seekuh“ wird ins Wasser gehievt
Lokales Lübeck Eine „Seekuh“ wird ins Wasser gehievt
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14:21 14.09.2018
Nordlandkai: Der Katamaran „Seekuh" wird zu Wasser gelassen – mithilfe eines 50-Tonnen-Krans. Das Schiff fischt Müll aus den Meeren. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

 Ein ungewöhnliches Gefährt. Denn die „Seekuh“ sammelt Müll vor den Meeresküsten. Sie hat in Lübeck Station gemacht – und wird am Nordlandkai wieder ins Wasser gehievt. Der Katamaran gehört dem Verein „One Earth – One Ocean“. Er ist zwölf Meter lang, zehn Meter breit und wiegt neun Tonnen. Kosten: eine halbe Million Euro. Und er wurde in der Hansestadt gebaut – von Lübeck Yacht Trave Schiff auf dem alten LMG-Gelände. Vor einem Jahr. Dann ist die „Seekuh“ nach Hongkong verschifft worden.

Der Katamaran ist in Lübeck gebaut worden – und ist von seinem ersten großen Einsatz in Hongkong zurückgekehrt. Am Nordlandkai hat die „Seekuh“ Pause gemacht – und jetzt geht es nach Kiel.

Denn das Besondere an dem Katamaran ist: Das Schiff ist zum eigenhändigen Zusammenbauen konstruiert. Es besteht aus acht großen Aluminium-Teilen. Mehr als 300 Schrauben halten es zusammen. Wenn die „Seekuh“ zerlegt ist, passt sie in vier große Schiffscontainer. Die „Seekuh“ ist nicht für die große Seefahrt gebaut, sondern sie ist ein Vorzeige-Modell im Kampf gegen Müll im Meer. Sie wird zerlegt, in Containern ans andere Ende der Welt verfrachtet – und dort in drei Tagen wieder zusammengebaut.

Ist mit der „Seekuh“ unterwegs: Mikrobiologe Rüdiger Stöhr vom Verein One Earth –One Ocean. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Wie eben jetzt in Hongkong. Ihrer ersten großen Werbetour. Dort hat die „Seekuh“ in fünf Minuten 50 Tonnen Müll aus dem Meer geholt. Der Katamaran hat eine Netzkonstruktion, die hinuntergelassen wird. Sie reicht zwei Meter unter die Wasseroberfläche – und sammelt während der Fahrt den Müll vor der Küste ein. Nimmt sie dabei auch Fische und Algen mit ein? „Wir fahren ganz langsam“, sagt Mikrobiologe Rüdiger Stöhr vom Verein. „Die Fische können sich wieder befreien.“ Die Algen indes nicht. Es geht um Umweltbewusstsein, Aufklärung – und Werbung für die maritime Müllabfuhr, erklärt Stöhr. „Wir wollen zeigen, dass der Müll einen Wert hat.“ Denn das Plastik kann wiederverwertet werden. Aus einer Tonne können 800 Liter Öl gemacht werden.

Hat den Katamaran gebaut: Till Schulze-Hagenest, Geschäftsführer Lübeck Yacht Trave Schiff GmbH. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Doch soweit ist die „Seekuh“ noch nicht. Dazu wird ein „See-Elefant gebaut“. Geplant ist, ein Containerschiff umzurüsten – und den Müll an Bord in Öl umzuwandeln. Ein großes Projekt – und ein teures. Der „See-Elelefant“ wird 25 Millionen Euro kosten. In vier Jahren soll es soweit sein.

Die „Seekuh“ indes startet jetzt von Lübeck aus nach Kiel. Nicht auseinandergebaut in Containern, sondern aus eigener Kraft. Sechs Mann Besatzung braucht der Katamaran, wenn er unterwegs ist. Zwei Außenbootmotoren treiben ihn an – sowie Wind- und Sonnenenergie. Von Kiel aus fährt Stöhr mit der „Seekuh“ auf große Ostsee-Tour.

Der Verein

Seit 2011gibt es den Verein „One Earth – One Ocean“. Er zählt 150 Mitglieder und finanziert sich über Spenden. Ziel ist es, die Gewässer von Müll zu befreien. Dafür lässt der Verein Müllsammelschiffe in unterschiedlichen Größen bauen – von der Lübeck Yacht Trave Schiff GmbH. Die kleinsten Schiffe sind „Seehamster“. Sie sind für das Müllsammeln in Flüssen und Seen gebaut. Zwei davon sind im Einsatz: eines in Bayern, eines in Kambodscha. Sie wiegen 80 Kilo und kosten 10 000 Euro. Die „Seekuh“ ist größer und schwerer. Sie wiegt neun Tonnen und kostet eine halbe Million Euro. Und jetzt soll der „See-Elefant“ folgen – ein hochseetaugliches Containerschiff, das umgebaut wird. Kosten: 25 Millionen Euro. 2022 soll es fertig sein.

Josephine von Zastrow

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