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Lübeck Segler trotzen Travemündes Baustellen
Lokales Lübeck Segler trotzen Travemündes Baustellen
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01:00 26.07.2011
Die Seglerin Margot Germain (14) trocknet ihre Handtücher am Bauzaun beim Grünstrand. Foto: Tim Jelonnek Quelle: Tim Jelonnek
Lübeck

Die Festivalmeile der Travemünder Woche (TW) ist in diesem Jahr mit Baustellen garniert. Lübeck erneuert die Kurpromenade im Seebad. Überall Zäune, soweit das Auge blickt, Gitter an der neuen Lotsenstation, Absperrungen auch vor der Wiese auf dem ehemaligen Aqua-Top-Gelände, Barrieren auf der Promenade und ein kilometerlanger Bauzaun am Grünstrand.

„Das war Chaos am Sonnabend nach dem Regen“, beschreibt TW-Mitarbeiter Jan Neumann (31) die Situation am Grünstrand. „Die Segler saßen mit ihren Fahrzeugen fest und mussten über die durchnässte Wiese geschleppt werden.“ Sein Kollege Hans Lienshöft (24) rückte gestern mit einem Trecker an. „Wir ziehen hier die Autos und Trailer durch den Schlamm“, so Lienshöft.

Die Segler-Familie Germain aus dem französischen Dijon nimmt’s gelassen mit dem Schlamassel am Grünstrand. Zwar bedauert sie, dass der Blick auf die Regatten durch die Zäune versperrt ist. Aber man habe ja Rotwein, Baguette und Käse aus der Bourgogne im Gepäck. Und der sperrige Zaun hat auch seine Vorteile. „Das Gitter ist ein prima Wäschetrockner“, sagte Margot Germain (14).

Während die Segler ihre Handtücher hart in den Wind hängen, wird an der Promenade zwischen Casino und Haus Royal neues Pflaster verlegt. Ein Zelt ermöglicht dort sogar den Weiterbau bei Schlechtwetter. „Wir arbeiten hier an drei Stellen gleichzeitig“, sagt Polier Torsten Krätzer (33) aus Hamburg. „Wie unter fließendem Verkehr.“ Vor dem Casino entstehen gerade die Mauern für behindertengerechte Rampen zum Strand. Zwischen der neuen Seebrücke und dem Seglerheim wird die Küstenschutzmauer erneuert. Geplante Fertigstellung der Promenade: Juni 2012.

Unterwegs auf der Festmeile ist auch die Travemünderin Carmen Volkmann. Die 69-Jährige stört sich nicht an den Zäunen: „Die Meile ist in diesem Jahr noch schöner als im Vorjahr.“ Baustellen müsse man für eine neue Promenade einfach in Kauf nehmen. Strandkorbvermieterin Charlotte Seipel (53) stimmt zu: „Wir brauchen die neue Promenade – ohne Wenn und Aber.“ Dennoch laufe das Strandkorbgeschäft wetterbedingt schlecht. Charlotte Seipel spricht von 60 Prozent weniger Gästen in ihren kuscheligen Körben.

Am Fuße des Maritim-Hotels schieben zwei Segler ihre 49er-Jolle durch die Menschenmenge. James Peters (18) und Ed Fitzgerald (19) haben den Weg zum Strand vor lauter Bauzäunen nicht gefunden. Jetzt stehen die beiden Engländer mitten in der Menschenmenge. „Es ist hart für uns, das Boot an den Strand zu kriegen“, sagt James Peter vom Hayling Island Sailing Club aus Portsmouth.

Gegenüber an den Delikatess-Ständen hat Travemündes Fleischergeselle Martin Kray (37) sich längst mit der Baustelle arrangiert. Er findet sogar lobende Worte für die Veranstalter, die einige Geschäfte auf der ehemaligen Aqua-Top-Wiese aufgebaut haben. „Das sind ja Umstände, die besser sind, als wir uns das gedacht haben“, sagt er. „Immerhin stehen wir hier nicht auf Schutt und Asche.“

Die Hamburger Eventagentur von Uwe Bergmann (uba) hat nach eigenen Angaben zwischen 10 000 und 15 000 Euro für die Beseitigung von Stolpersteinen auf der Meile ausgegeben. „Wir haben nach Rücksprache mit dem Kurbetrieb alle Unebenheiten beseitigt, damit die Besucher komfortabel über die Meile kommen“, sagt Uwe Bergmann. Die Nutzung der kompletten Aqua-Top-Wiese sei aber nicht möglich gewesen. „Der Boden ist noch nicht verdichtet. Wir wollten keinen Flurschaden anrichten“, so Bergmann. Deshalb seien lediglich rund 750 Quadratmeter der Wiese für Kulinarisches und Cafés freigegeben worden.

Tim Jelonnek

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