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Lübeck Skandinavienkai: Neues Terminal soll große Traumschiffe anlocken
Lokales Lübeck Skandinavienkai: Neues Terminal soll große Traumschiffe anlocken
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21:10 05.11.2014
2011 ankerte die „Queen Elizabeth“ am Skandinavienkai. Damit solche Ozeanriesen häufiger kommen, soll er umgebaut werden. Quelle: Fotos: Vögele, Maxwitat
Lübeck

Die Hansestadt hat die Chance der boomenden Kreuzfahrtbranche erkannt. Im Haushalt 2015 sind Gelder für die Planung und den Bau eines neuen Kreuzfahrtterminals angemeldet. Eine seit Monaten tagende Expertenrunde hat sich zudem auf einen Standort geeinigt. Jetzt hängt alles an der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG), die grünes Licht für das Millionenprojekt geben muss.

Nach Angaben von Hans-Wolfgang Wiese, Chef der Hafenbehörde LPA, sollen die Traumschiffe mit mehr als 200 Metern Länge an den Anlegern 3 und 4 des Skandinavienkais festmachen. Dort müsste die Kaimauer in Richtung Marina Baltica verlängert werden, und es müsste ein Sicherheitsbereich mit Zaun sowie ein Abfertigungsgebäude errichtet werden. Für das Gebäude rechnet die LPA mit Kosten von 1,3 Millionen Euro. Die gesamte Anlage wird nach Angaben von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) rund zehn Millionen Euro verschlingen. „Dafür würden wir Fördermittel beim Land beantragen“, erklärt Saxe. Die Stadt würde ihre Ausgaben durch einen Nutzungsvertrag mit der LHG refinanzieren. Derzeit werden verschiedene Ausbauvarianten von der Expertenrunde geprüft. Denkbar wäre laut LPA zunächst auch ein Zelt als Terminal. Auch in Warnemünde fing das Kreuzfahrer-Geschäft mit einem Zelt als Terminal an, inzwischen wurde es durch das 6,5 Millionen Euro teure Cruise Center ersetzt.

Eine Studie, die von der Stadt, der Industrie- und Handelskammer (IHK), der LHG und der Firma Lehmann in Auftrag gegeben wurde, sieht gute Chancen für Kreuzfahrer in Travemünde. Voraussetzung: Es muss einen Anleger für die ganz großen Traumschiffe geben. „Die großen amerikanischen und europäischen Reedereien haben großes Interesse am Standort Lübeck, wenn eine repräsentative Infrastruktur für große Kreuzfahrtschiffe bereitgestellt würde“, heißt es jetzt in einer Stellungnahme der Hansestadt. „Die IHK zu Lübeck begrüßt es als einen Erfolg des gemeinsamen Einsatzes von Verwaltung und Wirtschaft, wenn die Hansestadt jetzt in ihren Haushaltsplanungen den möglichen Bau eines Kreuzfahrtterminals in Travemünde berücksichtigt“, erklärt Rüdiger Schacht, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, „der Startschuss für den Bau eines Terminals ist damit aber keinesfalls bereits gefallen.“

Denn noch zögert die LHG. „Die Lage ist für uns unverändert“, sagt Geschäftsführer Sebastian Jürgens, „technisch wäre ein Kreuzfahrtterminal machbar, die Berechnung der Wirtschaftlichkeit läuft aber noch.“ Denn an den Anlegern 3 und 4 würde ein Liegeplatz für den Liniendienst von Fähren verloren gehen. „Fähren und Kreuzfahrtschiffe sind am Skandinavienkai schwer zu kombinieren“, erklärt Dierk Faust von den Lübecker Schiffsmaklern. Es sei gut, wenn Lübeck endlich in das Thema Kreuzfahrt investiere, so Faust, aber die Details müssten noch geklärt werden.

Geklärt werden müssen auch die Abwässer von Fähren und Kreuzfahrtschiffen. Skandinavienkai und Ostpreußenkai sollen einen Schmutzwasseranschluss für Schiffe bekommen. Grund: Ab 2018 dürfen alle Fahrgastschiffe ihr Abwasser nicht mehr in die Ostsee ablassen. Laut Finanzplan soll der Umbau am Ostpreußenkai 200000 Euro kosten, am anderen Anleger wird mit 800000 Euro kalkuliert. In Zukunft soll das Abwasser unter der Trave hindurch zum Klärwerk auf dem Priwall gepumpt werden. Größere Umbauten sehen die Entsorgungsbetriebe dafür nicht. „Die Kapazitäten reichen aus“, sagt Sprecherin Cornelia Tews.

Was möglich wäre

130 000 Passagiere und 70 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen prognostiziert eine Potenzialanalyse der Uniconsult in Hamburg. Die Studie wurde im vergangenen Jahr vorgelegt.
16 105 Passagiere kamen 2013 in Travemünde an, 23 Schiffe liefen das Ostseebad an. In diesem Jahr waren es sogar nur 15 Anläufe, im nächsten Jahr sind bislang 17 geplant.

Kai Dordowsky und Peer Hellerling

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