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19:56 10.05.2019
Für 21 Millionen Euro bauen Sven Hollesen von der Planet-Gruppe und Martin Aye von der Aye-Media-Marketing-Gruppe das „Slow Down“-Tagungscenter auf dem Priwall. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Travemünde

Männer in dunklen Anzügen laufen mit hochgekrempelten Hosen und barfuß am Strand entlang und leiten ihre Firmen.“ Martin Aye, erfolgreicher Callcenter-Betreiber und einer von zwei Bauherren des neuen Tagungscenters auf dem Priwall, sieht in „Slow Down“ die Vorwegnahme eines neuen Trends. Aye: „Hier werden Urlaub und Arbeit miteinander verbunden.“

Dazu gehöre, dass die Tagungsräume nicht im Keller liegen, sondern in den beiden oberen Stockwerken. Jana Kürbis, die Geschäftsführerin von „Slow Down“, bezeichnet das als ungewöhnlich und einzigartig: „Man schaut aus den Tagungsräumen auf die vorbeiziehenden Schiffe – und zwar auf die Brücke, wo der Kapitän sitzt.“

350 Käufer zu Gast

Am Freitag war Richtfest für das Tagungscenter mit 150 Gästen, am Sonnabend sind die Käufer der Waterfront-Einheiten geladen. 350 Gäste erwartet Investor Sven Hollesen. Der Däne präsentiert ein Buch, das die Geschichte von Waterfront beschreibt.

In einem weiteren Bauabschnitt will Hollesen ein Hotel auf der Kohlenhofspitze bauen. Dagegen spricht allerdings ein Gutachten, das die Stadt eingeholt hat und das von einem Landschaftsschutzgebiet spricht. Eine politische Entscheidung steht noch aus. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) erwartet den Beschluss in diesem Jahr.

Von diesem beeindruckenden Blick konnten sich jetzt 150 Gäste überzeugen, die zum Richtfest gekommen waren. In zehn Monaten hat die Baufirma Karstens 350 Lastwagen mit Beton und 60 Lastwagen mit Stahl auf den Priwall gefahren, um den Rohbau dieses 80 Meter langen und 16,5 Meter breiten Gebäuderiegels mit 1000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche und 110 Apartments zu errichten.

Sven Hollesen (vorne) und Martin Aye in einem der 110 Apartments des neuen Tagungscenters, das zum Jahresende öffnet. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Detailliert beschrieb Sven Hollesen, der das Gebäude zusammen mit Martin Aye baut, wo die Tapas Bar, die Weinbar, die Kaminlounge, der kleine Spa-Bereich und die Bäckerei eingerichtet werden. Die Gastronomie übernimmt Simon Brandstetter, den Hollesen aus Wien geholt hat.

Veranstaltungen mit bis zu 400 Gästen können in dem Gebäude abgewickelt werden. In den Sommermonaten, wenn das Kongressgeschäft schleppender verläuft, wird „Slow Down“ zu einem Ferienhotel mit 110 Appartements und Suiten.

Mit Gammel Dansk, einem dänischen Magenbitter, stießen Christoph Karstens (v.l.), Polier Hagen Rost, Martin Aye und Sven Hollesen auf dem Richtfest an. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Außerhalb des Tagungscenters plant Hollesen eine Indoorhalle, einen Beachclub und eine Adventure-Golf-Halle. Und in dem Gebäude direkt an der Personenfähre wird der Fernsehkoch Steffen Henssler sein „Ahoi“-Restaurant eröffnen. Henssler wurde beim Richtfest mit einer kleinen Videobotschaft eingespielt. Hollesen: „Wir sind stolz darauf, dass er für Waterfront gewonnen werden konnte. Viele Lübecker werden seinetwegen hierher kommen.“

Jana Kürbis, eine erfahrene Veranstaltungsmanagerin, ist seit Oktober vergangenen Jahres Geschäftsführerin von „Slow Down“. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) nannte das Konzept „einen spannenden Ansatz und eine großartige Idee.“ Hollesen und Aye würden Kongresse dort anbieten, wo sie bisher keiner anbiete – direkt am Strand. Lindenau sagte zu, dass die Stadt weiterhin an einer modernen Infrastruktur für Travemünde arbeiten werde. Einen Punkt muss die Stadt bald lösen. „Wir brauchen eine ganzjährige Personenfähre“, sagte der Verwaltungschef. Die fährt bislang nur in der Saison.

Fernsehkoch Steffen Henssler eröffnet direkt an der Personenfähre ein „Ahoi“-Restaurant. Das wurde beim Richtfest für das Tagungscenter offiziell bestätigt. Quelle: Breuel-Bild

21 Millionen Euro kostet der Neubau, dessen Planung vor zehn Jahren begann. Ende dieses Jahres soll das Tagungscenter den Betrieb aufnehmen. Martin Aye: „Das Haus ist noch gar nicht in Betrieb und wir haben schon zahlreiche Anfragen.“

Das Projekt Waterfront und die Feriendörfer von Hollesen würden jährlich 500 000 Übernachtungen nach Lübeck und Travemünde bringen, rechnete der dänische Investor vor: „Das ist ein Hammer.“

Große Tagungsräume im Penthouse – damit will „Slow Down“ viele Kongresse auf den Priwall locken, denn die Tagungsteilnehmern gucken auf die vorbeiziehenden Schiffe. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Priwall-Waterfront umfasst 500 Wohneinheiten, über 2500 Betten, mehr als 20 Geschäfte und Restaurants, das Tagungscenter und Freizeiteinrichtungen und soll Ende dieses Jahres fertig werden. 152 Millionen Euro hat die Planet-Gruppe von Hollesen dann in das Projekt investiert. Von 397 Wohnungen in den Waterfront-Gebäuden sind laut Hollesen bereits 274 verkauft und notariell beurkundet.

Seit Juli 2017 verbringen Touristen ihren Urlaub in den Villen. Auch die markanten und umstrittenen Sonderbauten mit ihren auffälligen Fassaden nehmen Gestalt an.

Kai Dordowsky

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