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Lübeck So schön war der Internationale Museumstag in Lübeck
Lokales Lübeck So schön war der Internationale Museumstag in Lübeck
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19:01 19.05.2019
Internationaler Museumstag: Die Eröffnung im Lübecker St. Annen-Museum mit Ministerpräsident Daniel Günter, Bürgermeister Jan Lindenau (vorne) und Hans Wißkirchen (im Hintergrund). Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

 Alle Werke des Museumsquartiers St. Annen in nur einer Stunde – das geht, wenn Museumsdirektorin Dagmar Täube durch die Hotspots der Sammlung führt. Mit Tempo geht es im Rückwärtsgang durch die Geschichte: Von dem grob gekleisterten Textblöcken Jonathan Meeses in der Kunsthalle bis zum Memling-Altar aus dem 15. Jahrhundert. Der Maler Hans Memling holte die Kreuzigung Christi fast fotorealistisch hinüber in seine Zeit: „Die Stadt in Hintergrund ist ja nicht Jerusalem zu Zeit Christi“, sagt Dagmar Täube. „Weil die Gebäude damals modern waren, konnten die Leute eher glauben, was sie sehen“.

Daniel Günther, Ministerpräsident Schleswig-Holsteins und Bundesratspräsident, eröffnet nach der Führung im Foyer den Internationalen Museumstag für Lübeck. „Die Museen schaffen es, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen zu bringen“, sagt er. Lübeck sei „einer der schönsten Museumsorte“, denn hier sei „die Dichte an Museen außergewöhnlich“. Günther hat die Schirmherrschaft für diesen Tag, den weltweit 2000 Museen gleichzeitig begehen, so viele wie noch nie.

Erlebte Geschichte im Museumshof

Internationaler Museumstag 2019: Eindrücke und Hospots in Lübeck.

Er hoffe, dass viele ihn nutzen, die sonst nicht ins Museum gehen, sagt er. Um sie zu locken, sind die meisten Museen gratis. Im Hansemuseum kosten die Eintrittskarten an diesem Tag nur fünf Euro für Erwachsene, und für Kinder gibt es kostenlos in den beiden Museumshöfen ein besonderes erlebte Geschichte: Hier treten sich Zeitreisende in Kleidern aus dem 15. Jahrhundert auf die Füße. Das Hansevolk, der Geschichtserlebnisraum und der Dummersdorfer Ufer e.V. bieten vor allem den jungen Besuchern kostenfreie Workshops im Filzen, Kochen oder Schmieden. Bertram Beckedorf und Gesecke Siedensnur, die im echten Leben Bernd Walter und Silvia Steffen heißen, kochen in eisernen Töpfen über dem Feuer ein Lammragout und zum Nachtisch Birnenpudding. „Es gab noch keine Kartoffeln, keine Tomaten oder Paprika im Mittelalter“, sagt Gesecke Siedensnur. „Trotzdem haben wir viele Gerichte zur Auswahl“. Ihr Verein, das Hansevolk, hat etliche davon in einem kleinen Kochbuch zusammengefasst.

Corona Lopez hat einen Tisch weiter gerade gelernt, mit einer Spindel Wolle zu spinnen. „Meine Oma konnte das“, erinnert sich die Lübeckerin mit spanischen Wurzeln. Sie hat an diesem Sonntag noch viel vor: Das Grass-Haus und das Buddenbrook-Haus stehen noch auf ihrer Liste, abends geht sie in die Jakobi-Kirche zu Konzerten. „Ich bin Stadtführerin und muss die Lübecker Museen kennen“, sagt sie. „Und es ist ja auch schönes Wetter“.

Schönes Wetter mit Sonnenschein

Für die Museen ist schönes Wetter in der Regel eher kein schönes Wetter. Trotzdem sind die Besucherzahlen sehr gut. „Es ist gigantisch, wie toll das angenommen wird“, sagt Sabine Motikat, die im Museum für Natur und Umwelt an der Kasse die Besucher zählt. 1210 Erwachsene und Kinder hat sie an diesem Tag hereingelassen. Zum Beispiel die siebenjährige Mia Abel, die am Experimentiertisch des Museums gerade eine weiße Flüssigkeit und etwas Soda-Pulver in ein Glas gegeben hat. Es verfärbt sich knallrosa. Mia ist mit ihrer Mutter extra aus Niendorf gekommen und schon zum achten Mal in diesem Museum.

Lesen Sie auch: Internationaler Museumstag: Ausstellungen laden ein

Ruhiger ist es im Garten des Behnhauses, wo Jonathan Meese in der Overbeck-Gesellschaft einen Teil seines Lübeck-Großprojekts »Dr. Zuhause: K.U.N.S.T. (Erzliebe)« präsentiert. Vom Boden bis zur Decke ist der Raum überzogen mit Schriftbändern, sich wiederholenden Bildsequenzen und dazwischen Spiegelfolie. „Heimat ohne Folklore“, die „Diktatur der Kunst“ und dazwischen einfach das Wort „Demut“: Detlef und Waltraut Radenbach brauchen ein paar Minuten, um sich aus ihrer Überforderung im Meese-Universum herauszuarbeiten. „Diese Reichskreuze sind schon furchtbar, das heißt: Zum Fürchten“, sagt Waltraut Radenbach. „Eine Überflutung, aber gut - so ist es ja auch gemeint“.

Der Internationale Museumstag läuft in den meisten Häusern bis 18 Uhr. Dazu gibt es einzelne Abendveranstaltungen. Informationen unterhttps://die-luebecker-museen.de/

Friederike Grabitz

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