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Lübeck So schwer ist in Lübeck die Ausbildung zum Stadtführer
Lokales Lübeck So schwer ist in Lübeck die Ausbildung zum Stadtführer
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12:04 23.09.2019
Sie kennen sich bestens aus: Frischgebackene Stadtführer vor einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Lübecks, dem Holstentor. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler
Lübeck

Mal eine Schulklasse aus dem Umland, Senioren aus dem Rheinland oder auch eine Gruppe Historiker auf Tagungsbesuch. Für die Gästeführer des Vereins Lübecker Stadtführer kein Problem. „Wir sind Botschafter der Stadt und stellen uns auf jede Gruppe ein. Jede Führung ist eine Wundertüte“, sagt Stephanie Ullrich vom Vorstand des Vereins.

In Zukunft könnten diese Gästeführer Burkhard Schöß oder Anja Hagge heißen. Die beiden und elf weitere Absolventen haben gerade ihre Ausbildung zum Gästeführer beim Verein Lübecker Stadtführer beendet.

Ausbildung dauert rund 18 Monate

Rund eineinhalb Jahre haben sich die angehenden Gästeführer ausgiebig mit der Hansestadt auseinandergesetzt. Mit der Geschichte und Politik, den Persönlichkeiten, den Sehenswürdigkeiten und ihren Legenden und Geschichten. Sie haben die Wochenenden in Museen verbracht und sich Sehenswürdigkeiten von Fachleuten erklären lassen. Sie sind mit anderen Gästeführern mitgegangen und haben Kurse über Rhetorik und Methodik besucht. Das alles, um selbst mal als Stadtführer Touristen durch die Altstadt führen zu können.

„Die Idee dazu ist lange gereift. Lübeck ist so eine tolle Stadt, ich möchte sie auch anderen zugänglich machen“, sagt Burkhard Schöß. Als der Vorruhestand des gelernten Bankkaufmanns näher rückte, machte er Nägel mit Köpfen. Da passte es gut, dass der Verein gerade Nachwuchs suchte und einen neuen Kurs anbot.

Denn die Ausbildung wird nur alle paar Jahre durchgeführt. „Je nach Bedarf, wenn ältere Stadtführer ausscheiden oder uns Sprachen fehlen“, so Stephanie Ullrich. Rund 55 Interessierte kamen zu einem Infoabend. 16 der Neugierigen starteten nach einer ersten Auswahl in den Kurs, der nach den Richtlinien des Bundesverband der Gästeführer Deutschlands e.V. abläuft.

Rund 600 Euro Kosten für die Ausbildung

„Manche schreckte die Länge der Ausbildung ab, andere die Kosten“, sagt Ullrich. Immerhin knapp 600 Euro mussten die Azubis in die Fortbildungen, Eintrittsgelder und Kurse investieren, bis sie endlich ihre Prüfung machen konnten.

Die dürfen sie erst ablegen und dem Verein beitreten, wenn sie in der Lage sind, vor einer Gruppe zu stehen und qualifiziert Auskunft über alle möglichen Bereiche der Stadt zu geben.In einer schriftlichen Prüfung musste der Nachwuchs 35 Fragen beantworten.

Bei der mündlichen Prüfung ging es dann ins Eingemachte. Einzeln galt es eine strengen Jury zu überzeugen. Am Prüfungstag wurde gelost. „Jeder Prüfling bekam zwei Objekte zugelost und hatte zehn Minuten Zeit, einen Vortrag über die Sehenswürdigkeit zu halten“, sagt Schöß. Dabei ging es nicht nur um das bloße Nennen von Daten, Fakten und Geschichtszahlen, sondern um eine stimmige Präsentation der Sehenswürdigkeit. „Geschenkt bekommen haben wir hier nichts.“

Anja Hagge (32) durfte das Stadtmodell, das auf dem Markt steht, und das Holstentor präsentieren. „Es ist eines meiner Lieblingsgebäude“, sagt sie. Hagge lebt seit zehn Jahren in der Hansestadt und ist der Liebe wegen aus dem Rheinland in den Norden gezogen. Mit Lübeck verbinde sie eine Liebe auf den ersten Blick, schwärmt Hagge. Jetzt freut sie sich darauf, diese Liebe auch an Lübeck-Besucher weiterzugeben.

Die erste Führung nach der Prüfung liegt bereits hinter ihr. „Als ich die Anfrage vom Gästeservice bekam, hatte ich erst Panik“, erzählt Hagge. Doch dann hat sie zugesagt und losgelegt, denn sie weiß: „Nur so kommt man rein.“

Von Majka Gehrke

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