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Lübeck So viele Katzen wie noch nie im Tierheim Lübeck
Lokales Lübeck So viele Katzen wie noch nie im Tierheim Lübeck
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08:48 05.11.2019
Tierpflegerin Iris Schwartz freut sich mit Kater „Bim“, der demnächst im Kloster Nütschau wohnen wird. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Kücknitz

Die kleine Bildergalerie im Eingangsbereich des Tierheims verrät, wer hier gerade wohnt und auf der Suche nach einem neuen Zuhause ist. Da sind „Ruby“, „Kora“, „Praline“ und „Daniel“, aber auch „Simsala“ und „Bim“. „Das sind unsere Klosterkatzen“, erklärt Susanne Tolkmitt vom Vorstand des Tierschutzvereins Lübeck.

Denn: Der Prior des Klosters Nütschau habe sich nach zwei Katern erkundigt, „und diese beiden würden gut passen“, so Tolkmitt, „weil sie äußerst nett sind und gerne Freigang haben.“ Die Auswahl an Stubentigern ist zurzeit jedenfalls groß im Resebergweg 20. Rund 150 an der Zahl sind dort registriert.

Auch Babykatze „Lakritze“ sucht ein neues Zuhause. Quelle: Wolfgang Maxwitat

„Das ist ein absoluter Spitzenwert, und wir stoßen mittlerweile an unsere Kapazitätsgrenzen“, sagt die erste Vorsitzende. Zum Glück gebe es inzwischen die beiden neuen Katzenhäuser mit insgesamt acht Räumen sowie Außengehege. Warum es diesen Katzenzulauf noch im Herbst gebe, könne sie aber nicht erklären.

Rund 50 Katzenwelpen sind in der letzten Zeit als Fundtiere nach Kücknitz gekommen. Insbesondere von Kleingartenvereinen kamen dabei die Abgabemeldungen, die meisten aus St. Gertrud und St. Lorenz Nord, wie aus einer Auflistung hervorgeht.

Höchststand trotz Kastrationskampagne

„Man muss die Jungtiere stets sehr gut im Blick haben und besonders auf Krankheitsanzeichen achten“, erklärt Tierpflegerin Iris Schwartz, die seit 20 Jahren im Tierheim arbeitet und selbst vier Kater in ihren eigenen vier Wänden hat. „Ich mag es einfach, dass Katzen so selbstständig sind und ihren eigenen Kopf haben“, merkt sie noch an.

Alarmiert ist Susanne Tolkmitt, dass nun erstmals wieder seit dem Start der landesweiten Kastrationskampagne im Jahr 2014 die Gesamtzahl der Tierheimkatzen wieder gestiegen ist. „Eigentlich sind seitdem überall in Schleswig-Holstein die Katzenzahlen heruntergegangen“, weiß die Tierschützerin – teilweise bis zu 30 Prozent jährlich.

„Lillie“ kam erst vor Kurzem ins Tierheim. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Zum Hintergrund: Von einer nicht kastrierten Katze und deren Jungen kann es innerhalb eines Jahres bis zu 35 Nachkommen geben. „Und Straßenkatzen stammen von nicht kastrierten Hauskatzen ab; sie sind meist sehr scheu und führen täglich einen harten Kampf ums Überleben – oft im Verborgenen und ohne menschliche Zuwendung“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Nur durch eine Kastration kann man verhindern, dass sich die Tiere weiter unkontrolliert fortpflanzen.“

Aktuell gibt es in Schleswig-Holstein schätzungsweise 60 000 bis 70 000 frei lebende Straßenkatzen. Die bisher im Land durchgeführten Kastrationsaktionen – insgesamt sechs zwischen 2014 und 2018 – werden als vorbildliche Zusammenarbeit von Land, beteiligten Kommunen, Tierschutzverbänden und Tierärzteschaft angesehen. Insgesamt konnten so 14 262 Katzen, davon etwa 60 Prozent weibliche Tiere und 40 Prozent Kater, behandelt werden.

Hansestadt hält sich noch zurück

„Hier bei uns in Lübeck waren es jeweils rund 40 Katzen pro Aktion“, sagt Susanne Tolkmitt. Normalerweise kostet diese Behandlung einer Katze inklusive der Markierung durch chippen rund 140 Euro; bei einem Kater zahlt man 85 Euro. Während der Aktion verzichten Tierärzte jedoch auf ihr Honorar. Die verbleibenden Kosten werden noch von den Projektbeteiligten – so auch aus der Kommune – bezuschusst; so gibt das Land zum Beispiel allein 90 000 Euro dazu.

„Es ist aber sehr bedauerlich, dass es bei der neuesten Aktion bisher keine Finanzierungszusage aus der Lübecker Verwaltung gibt, obwohl die landesweite Kampagne schon seit anderthalb Wochen läuft. Bis jetzt gab es noch keinerlei Gespräche mit dem Senator“, berichtet die erste Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Dabei seien unter anderem Städte wie Kiel, Itzehoe, Flensburg sowie ganz viele Gemeinden wieder dabei. „Möglicherweise regt sich ja noch etwas in der Stadt“, hat sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Schließlich sei der Effekt so einer Aktion hilfreich, um das Katzenelend etwas eindämmen zu können.

Workshop für Hundefreunde

Das Tierheim Kücknitz bietet im November den Familienworkshop „Wir möchten einen Hund!“ , am Sonnabend, 16. November, sowie Sonntag, 17. November, jeweils von 10 bis 14 Uhr.

Es geht um Fragen wie „Welcher Hund passt zur Familiensituation?“, „Wieviel Zeit muss ich für einen Hund im Alltag haben?“ und „Welche Form der Beschäftigung mit Ihrem Hund würde auch Ihnen Spaß machen?“. Dieser Workshop eignet sich zum einen als Vorbereitung auf einen eigenen Hund, aber auch um den Hund und sein Verhalten besser kennenzulernen.

Die Kosten liegen bei 15 Euro. Und bitte wetterfeste Kleidung mitbringen! Anmeldung bei Susanne Tolkmitt per Mail an: st@susanne-tolkmitt.de

Von Michael Hollinde

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