Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck So wenige Kreuzfahrer wie noch nie
Lokales Lübeck So wenige Kreuzfahrer wie noch nie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:13 17.01.2019
Die „Silver Wind“ wird am 15. Juni am Ostpreußenkai festmachen. Das Schiff ist 156 Meter lang und 21 Meter breit. Quelle: Karl Erhard Vögele
Travemünde

Am 15. September 2015 gründeten die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Kaufmannschaft zu Lübeck, die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG), die Sparkasse zu Lübeck, das Lübeck und Travemünde Marketing (LTM), die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft, der Gemüsegroßhändler Rasmussen und der Schiffsdienstleister Sartori & Berger den Förderverein „Lübeck Cruise“. Ziel des Vereins ist, das Kreuzfahrergeschäft in Travemünde anzukurbeln. Nachdem es in den Jahren 2016 bis 2018 leichte Zuwächse bei den Anläufen gab, bricht das Geschäft in diesem Jahr geradezu zusammen. Nur neun Anläufe sind angemeldet.

Alexander Napp, Geschäftsführer des Schiffsmaklers Port Services (PWL) in Hamburg, geht mit den Lübeckern hart ins Gericht. „Weder die Stadt noch die Hafengesellschaft haben in den letzten Jahren ein wirkliches Interesse an einem Ausbau des Kreuzfahrtstandortes Travemünde gezeigt“, sagt Napp, der den Verein Lübeck Cruise beraten hat. PWL habe das Bemühen, den Standort Lübeck zu unterstützen, eingestellt. Napp: „Ein sinnloses Unterfangen.“

Kreuzfahrtanläufe

2018 wurde Travemünde 19 Mal von Kreuzfahrtschiffen besucht, der Höhepunkt war der Besuch der „Queen Elizabeth“ Anfang August. 2017 machten nur 14 Urlauberschiffe im Seebad fest, 2016 sogar nur 15.

In diesem Jahr startet die Saison am 26. April mit der „Nordstjern“, zwei Mal kommt die „Braemer“ und auch die „Amadea“ und die „Deutschland“ (28. August) sind wieder in Travemünde.

Der Kreuzfahrtstandort Travemünde dümpele vor sich hin, obwohl der Markt boome. Napp: „Allein vier Reedereien, welche durch PWL in Deutschland vertreten werden, wollten in den nächsten drei Jahren Travemünde mit in den Fahrplan aufnehmen, wurden aber von der LHG abgelehnt.“ PWL sehe weiterhin ein großes Potenzial in Travemünde. „Leider möchten die Politik und die LHG keine fundierte Diskussion hierzu führen“, bedauert Napp, „Glück für andere, attraktive Standorte in der Ostsee.“

Prof. Sebastian Jürgens, Vorsitzender von Lübeck Cruise: „Der Markt bricht nicht zusammen, das sind normale Schwankungen.“ Quelle: LN-Archiv

Prof. Sebastian Jürgens, Chef der LHG und Vorsitzender von Lübeck Cruise, spricht von „normalen jährlichen Schwankungen.“ Jürgens: „Aus unserer Sicht bricht der Markt nicht zusammen.“ Der Hafen könne aber wegen des Ausbaus des Skandinavienkais derzeit nur begrenzt große Urlauberschiffe anlegen lassen.

Die amtliche Hafenstatistik weist Spitzenjahre wie 2003 mit 49 Anläufen aus, aber auch magere Jahre 2012 (10), 2007 und 2015 mit je elf Anläufen. Die Zahl der Passagiere, die in Travemünde von oder an Bord von Urlauberschiffen ging, hat die 30 000 nie erreicht. Eine Potenzialanalyse von Ende 2013 zeigte, dass Travemünde 71 „Traumschiffe“ mit zusammen fast 130 000 Passagieren anlocken könnte, wenn es einen Anlieger für Schiffe bis 300 Metern Länge gebe.

Bürgermeister Jan Lindenau (SPD): „Wir wollen keine venezianischen Verhältnisse.“ Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Damit würde Travemünde immer noch nicht in der ersten Liga spielen, aber immerhin kräftig aufholen. Während das Seebad sich auf neun Anläufe vorbereitet, eilt Kiel von Rekord zu Rekord. Im vergangenen Jahr wurde Kiel 169 Mal von 34 verschiedenen Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Knapp 600 000 Passagiere (plus 16,5 Prozent) gingen an oder von Bord. In diesem Jahr sind laut Hafenchef Dirk Claus 179 Anläufe und 620 000 Passagiere gemeldet. 199 Anläufe von 41 Schiffen erwartet Warnemünde in diesem Jahr. Der Hafen Rostock investiert gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern und der Hansestadt mehr als zehn Millionen Euro in ein weiteres Passagierterminal.

Anfang August besuchte die „Queen Elizabeth“ Travemünde und mobilisierte Tausende Seh-Leute. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Von großen Investitionen hat sich Lübeck gerade verabschiedet. Ein von Lübeck Cruise vorgelegtes Konzept zum Bau eines großen Terminals an der Nordermole wurden von Politikern und Verbänden in der Luft zerrissen. Selbst der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Ulrich Krause (CDU), der seit langem für mehr Kreuzfahrtschiffe streitet, sagt: „Ein Terminal an der Nordermole ist Schwachsinn.“ Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) bekräftigt die Strategie, auf kleinere „Traumschiffe“ zu setzen. Lindenau: „Wir wollen keine venezianischen Verhältnisse, sondern einen verträglichen Tourismus.“

Kapitän Jürgen Schlichting, Vorsitzender des Nautischen Vereins: „Lübeck muss besser und gezielter akquirieren.“ Quelle: Lutz Roeßler

Auch der Nautische Verein, der vor zwei Jahren Vorschläge zur Ankurbelung des Kreuzfahrtgeschäftes vorlegte, hält die Strategie für richtig. „Schiffe von 120 bis 220 Metern Länge sind wieder gefragt und werden auch gebaut“, sagt der Vorsitzende, Kapitän Jürgen Schlichting. Lübeck müsse besser und gezielter werben. Aber Schlichting gibt zu: „Ich habe in diesem Jahr mit 15 bis 20 Anläufen gerechnet.“

Kai Dordowsky

Nicht alle Eltern der Kaland-Schule sind von dem Umzug auf die Hüxwiese überzeugt. Zwei Schulen in Lübeck haben Erfahrung mit Containern – und sind zufrieden. Die Anmeldezahlen der Kaland-Schule sind konstant.

17.01.2019

Erst fuhr er sein Auto weg, dann kam er zu Fuß zurück und gab falsche Personalien an: Der Autofahrer, der am 7. Januar eine Radfahrerin anfuhr und verletzte. Jetzt bittet die Polizei um Zeugenhinweise.

17.01.2019

Der Kirchenkreis lädt am 2. Februar zur Kochaktion „In aller Munde“. Dabei lernen die Gäste pro Gang vier neue Leute kennen. Aus Unbekannten sollen dabei Tischnachbarn werden. Die Idee wurde schon im Lutherjahr 2017 erfolgreich getestet.

17.01.2019