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Lübeck So will Bürgermeister Lindenau den E-Punkt retten
Lokales Lübeck So will Bürgermeister Lindenau den E-Punkt retten
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15:07 04.10.2019
Hochamt des Ehrenamtes: Alle zwei Jahre organisiert die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände die Schau der Ehrenamtler in der Petri-Kirche. Seit 2012 soll die Stadtverwaltung für eine hauptamtliche Koordination des Ehrenamtes sorgen. Das ist bisher nicht geschehen. Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

Die Freiwilligenagentur E-Punkt braucht schnelle finanzielle Hilfe, um weiter arbeiten zu können. Die Bürgerschaft hat eine Finanzspritze von 30 000 Euro beschlossen, die aber nur kurzfristig hilft. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD), der die Stärkung des Ehrenamtes zu einem seiner großen Themen im Bürgermeister-Wahlkampf gemacht hat, legt jetzt einen Vorschlag vor.

Verbände sollen zahlen

Danach will der Verwaltungschef die Verbände und Organisationen, die ehrenamtliche Kräfte beschäftigen, um einen Obolus bitten. Diese freien Träger haben Budgetverträge mit der Stadt. „Je nach Größe des Budgets könnten die Träger einen Bruchteil für die Finanzierung des E-Punktes abgeben“, trug Sozialsenator Sven Schindler (SPD) die Idee des Verwaltungschefs im Sozialausschuss der Bürgerschaft vor. Lindenau war zwar von den Politikern in den Sozialausschuss zitiert worden, schickte aber Schindler, weil er einen anderen Termin in Braunschweig wahrnahm.

Politiker fordern Konzept vom Bürgermeister

Weiterhin soll es für die Koordinierung der Ehrenamtlichen eine sogenannte Tandemlösung geben. Die Stadtverwaltung schafft dafür eine Stelle und E-Punkt hält ebenfalls eine Stelle dafür vor.

Zweifel, ob die Summe ausreicht

Peter Delius, Vereinsvorsitzender des E-Punktes: „Der Vorschlag, die Verbände in die Finanzierung einzubeziehen, ist im Grundsatz nicht falsch.“ Delius hat aber Zweifel, dass daraus eine Summe erwächst, mit der die jetzige Struktur der Freiwilligenagentur finanziert werden kann. Derzeit teilen sich fünf Mitarbeiterinnen 3,5 Stellen.

Außerdem steht der E-Punkt unter einem enormen Zeitdruck. „Ich habe Zweifel, dass in kurzer Zeit eine neue Struktur hergestellt werden kann“, sagt Delius, „die Uhr tickt.“ Der Vereinsvorsitzende befürchtet, dass die eingearbeiteten und kompetenten Mitarbeiterinnen den E-Punkt verlassen: „Dann müssen wir von vorne anfangen, das kostet Zeit und Geld.“

Kritik von Sozialpolitikern

Bei den Sozialpolitikern stößt Lindenaus Konzept auf herbe Kritik. „Ich fühle mich im falschen Film“, sagt Carsten Grohmann (CDU), „das Konzept hätte ich in fünf Minuten zusammengeschrieben.“ Lindenau habe die von ihm im Wahlkampf zugesagte Koordinierung des Ehrenamtes nicht geliefert. „Wir werden hingehalten“, kritisiert Michelle Akyurt (Grüne), „es kann nicht sein, dass die Verwaltungsspitze mit dem Ehrenamt und der Politik so umgeht.“

Das hat Lindenau versprochen

Sechs Punkte für sechs Jahre – so betitelte Jan Lindenau (SPD) sein Programm für den Bürgermeister-Wahlkampf. Ein Punkt: „Ehrenamtliches Engagement etwa in der Feuerwehr, im Sportverein oder einfach in der Nachbarschaft ist unverzichtbar für das Gemeinwesen und verdient volle Anerkennung. Ich möchte eine zentrale Ehrenamtskoordinierung sowie Serviceangebote für Vereine einrichten, um unsere Ehrenamtlichen zu unterstützen und zu stärken.“

Andreas Müller (Linke): „Das Konzept von Lindenau ist nicht innovativ.“ Gregor Voht (Freie Wähler) kann sich nicht vorstellen, dass die freien Träger aus ihren knappen Budgets Teile für den E-Punkt abgeben können: „Um welche Größenordnung handelt es sich?“ Lindenau habe das Ehrenamt zur Chefsache gemacht, nun müsse er liefern. Bruno Hönel (Grüne) wirft Lindenau vor, Wahlversprechen zu brechen: „Der Bürgermeister soll bekennen, ob er den E-Punkt fördern will oder nicht.“

Die Sozialpolitiker beschlossen einstimmig, dass der Bürgermeister im November ein konkretes Konzept vorlegen muss – unter Einbindung der freien Träger. Das soll Lindenau dem Sozialausschuss vorlegen. Persönlich. Sollte er an dem Tag, an dem der Sozialausschuss tagt, andere Termine haben, bietet der Ausschuss eine Sondersitzung an.

Von Kai Dordowsky

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