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Lübeck Spardruck: Saxe drosselt Hafen-Ausbau in Lübeck
Lokales Lübeck Spardruck: Saxe drosselt Hafen-Ausbau in Lübeck
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19:13 25.04.2013
Die grün-weiße „Antares“ wird nicht mehr im Lübecker Hafen festmachen. Die schwedische Reederei SOL Continent Lines strich ihre Verbindung von Travemünde und Trelleborg. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

– Zwei schlechte Nachrichten für den Lübecker Hafen: Die Stadt investiert weniger Geld in die Anlagen am Travemünder Skandinavienkai als ursprünglich geplant. Und mit der SOL Continent Line zieht sich eine weitere Reederei aus Lübeck zurück. Sie stellte ihre Verbindung nach Helsingborg (Schweden) ein, vor allem, weil der Güterverkehr auf dieser Route stark gesunken sei.

Weil Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD) Lübeck die Kredite gekürzt hatte, musste die Stadt jetzt Einsparvorschläge vorlegen. Es geht um insgesamt zwölf Millionen Euro, die nun allesamt allein im Hafen eingespart werden. Aus Sicht von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) ist das kein Problem: „Die Maßnahmen finden dann später statt.“ Der Bedarf daran würde erst später bestehen. „Das hat es uns ermöglicht, die Kreditkürzungen dort vorzunehmen.“

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Konkret geht es vor allem um den Umbau des Anlegers fünf am Skandinavienkai. Die Stadt will die Anleger dort nach und nach auf den neusten Stand der Technik bringen, sie für die immer größer werdenden Schiffe vergrößern. So sind unter anderem Doppelrampen geplant, um Schiffe schneller beladen zu können. Doch offenbar ist das Vorhaben doch nicht so eilig wie ursprünglich gedacht – weil sowieso Flaute im Hafen herrscht. Im Papier der Stadt heißt es dazu: „Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise im Hafenbereich wird 2013 nur die Planung für den Anleger fünf umgesetzt.“

Wolfgang Wiese, Chef der Lübecker Hafenbehörde LPA, bestätigt das: „Die Ladung ist einfach noch nicht wieder da, deshalb gibt es keinen aktuen Ausbaubedarf“, sagte er den LN.

Lübecks Finanzlage ist dramatisch: Die Stadt hat 1,3 Milliarden Schulden und wird 2013 wieder ein Defizit einfahren – geplant sind 80 Millionen Euro Miese. Zum vierten Mal in Folge darf die Hansestadt deshalb nicht so viel Geld investieren, wie geplant: Damit der Haushalt 2013 vom Innenminister überhaupt genehmigt wird, muss Lübeck mit 11,8 Millionen Euro weniger auskommen. Daher wurden die Kredite bei Banken um 2,8 Millionen Euro gekürzt. Statt 42,8 Millionen Euro, darf die Stadt nur 40 Millionen Euro bei den Banken aufnehmen. Außerdem wurden die Verpflichtungsermächtigungen – Kredite, die erst in den Folgejahren abgerufen werden – um neun Millionen Euro reduziert. Statt 44 Millionen darf Lübeck nur 35 Millionen Euro aufnehmen.

„Am Hafen zu sparen ist gefährlich“, sagt der CDU-Politiker Klaus Puschaddel. Die Reeder bräuchten ein klares Bekenntnis zum Hafenausbau und ein langfristiges Konzept. Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) äußerte sich auf LN- Anfrage nicht.

Josephine von Zastrow und Christian Risch

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