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Lübeck Zu wenige Kunden: Zwei Geschäftsstellen werden Selbstbedienungs-Center
Lokales Lübeck Zu wenige Kunden: Zwei Geschäftsstellen werden Selbstbedienungs-Center
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13:30 26.07.2019
Oliver Saggau (l.) und Oke Heuer in der Kundenhalle der Sparkasse in der Breiten Straße: Der Vorstand informierte über die Neuausrichtung der Geschäftsstellen in der Hansestadt. Quelle: 54°/Felix König
Lübeck

5000, das ist die magische Zahl. 5000 Kunden müssen wenigstens im Umkreis einer Filiale der Sparkasse zu Lübeck wohnen, damit sich der Aufwand lohnt. In Schlutup und am Mönkhofer Weg lohnt sich der Aufwand nicht mehr. Die beiden Geschäftsstellen werden am 25. Oktober in Selbstbedienungs-Center (SB) umgewandelt. „Wir machen keinen Kahlschlag, aber wir können die Augen auch nicht vor der Realität verschließen“, begründet Oliver Saggau vom Vorstand die Neuausrichtung des Geschäftsstellennetzes.

Seit 50 Jahren eine Geschäftsstelle in Schlutup

In Schlutup ist die Entscheidung besonders schwer gefallen. Der Stadtteil leidet unter dem Verlust von Supermärkten, es gab sogar schon eine Demo der Einwohner. Und jetzt die Sparkasse, die dort seit 50 Jahren ist. Die Geschäftsstelle ist die kleinste unter den 24 der Sparkasse zu Lübeck – und ihre Existenz stand schon lange in Frage. Und es wohnen deutlich weniger als 5000 Kunden im Einzugsbereich.

Mit dem Girokonto kamen die Geschäftsstellen

In den 1960er Jahren bauten Banken und Sparkassen ihr Filialgeschäft massiv aus. Grund: die Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Bis Ende der 1950er Jahre erhielten alle Arbeitnehmer ihr Gehalt direkt vom Arbeitgeber – in bar und verpackt in einer Lohntüte. Als immer mehr Unternehmen von der Lohntüte zur Überweisung auf ein Girokonto wechselten, mussten die Geldinstitute nachziehen.

Bis Mitte der 1980er Jahre unterhielt die Sparkasse 25 Geschäftsstellen in der Hansestadt. Mittlerweile sind es zwölf Geschäftsstellen und zwölf SB-Center. Ab 25. Oktober sind es zehn Geschäftsstellen und 14 SB-Center.

Trotzdem kein Tabularasa: „Wir schließen nicht die Tür und schmeißen den Schlüssel weg“, betont Oliver Saggau. In Schlutup bleibt ein SB-Center mit Geldautomat und Überweisungsterminal. Nur eben ohne die drei Sparkassen-Mitarbeiter, die dort bisher arbeiten. In Schlutup bleibt sogar ein Beratungszimmer erhalten, für das Termine vereinbart werden können. Dann kommt jemand von der Brandenbaumer Filiale und berät den Kunden.

Es gibt noch eine Besonderheit. Die Räume der Sparkasse übernimmt der Gemeinnützige Verein. Vorsitzender Achim März bedauert zwar das Ende der Geschäftsstelle, freut sich aber über die Räume. Sparkassen-Vorstand Oke Heuer: „So etwas machen nicht viele Banken.“

Das sagen die Vorstände

Die Geschäftsstelle Mönkhofer Weg liegt zwischen den Filialen Wirth-Center und St. Jürgen. Die fünf Beschäftigten ziehen in die benachbarten Geschäftsstellen. Am Mönkhofer Weg bleiben der Geldautomat und das Überweisungsterminal. Die Buslinien 1, 4, 6 und 9 verbinden das künftige SB-Center Mönkhofer Weg mit den „personenbesetzten Geschäftsstellen“ Wirth-Center und St. Jürgen.

Mit der Umgestaltung des Filialnetzes reagiert die Sparkasse auf das völlig veränderte Nutzerverhalten ihrer Kunden. Rasant steigt das Online-Banking. 2018 wurden 17 Millionen Transaktionen über die App oder im Internet getätigt, 2017 waren es noch eine Million weniger. „Wir erleben jeden Tag, dass sich die Bedürfnisse der Menschen und damit die Anforderungen an uns ändern“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Frank Schumacher, „aber wir bleiben auch nach der Neuausrichtung das Kreditinstitut mit den meisten personenbesetzten Geschäftsstellen im Lübecker Stadtgebiet.“

Alle Kunden erhalten Post

Es würden wegen der Neuausrichtung auch keine Mitarbeiter entlassen. Kundenberater würden in die übrigen Geschäftsstellen wechseln, sagt Oke Heuer. Das hat das Geldinstitut schon einmal gemacht. 2014 trennte die Sparkasse sich von Standorten in den Linden Arcaden, in der Schwartauer Landstraße und der Krempelsdorfer Allee und baute an der Lohmühle einen modernen Standort auf.

Obwohl es sich nicht um einen Kahlschlag handelt und die Kunden aus Sicht des Vorstandes keine Nachteile haben, investiert das Geldinstitut viel Aufwand in die Information. Alle Kunden werden durch persönliche Anschreiben über die Veränderungen informiert.

Kai Dordowsky

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