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Lübeck Spender gefunden: Emre kann leben
Lokales Lübeck Spender gefunden: Emre kann leben
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18:10 04.03.2017
Elif Cetinkaya (r.) und Mürberra Savas sagen Danke. Auch in Emres Namen. Alle hoffen, dass es dem Neunjährigen bald besser geht. Quelle: Foto: Neelsen
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St. Lorenz Nord

Noch ist Emre sehr geschwächt, erzählt seine Mutter Elif Cetinkaya. Doch die Übelkeit, sagen die Ärzte, sei für einen gewissen Zeitraum normal. Emres Mutter ist fast jeden Tag im Universitätsklinikum Kiel, wo ihr an Leukämie erkrankter Sohn am 23. Februar eine Stammzellspende erhalten hat. „Wir wissen nicht, wer der Spender ist und woher er kommt“, erzählt Müberra Savas – eine enge Freundin der Familie. Nur eines wissen sie. „Der Spender ist mit dem Flugzeug gekommen, er hatte also eine weite Anreise“, so Savas.

Die Erleichterung, die Ömer und Elif Cetinkaya sowie Emres drei Geschwister empfanden, als es für den Neunjährigen endlich Hoffnung gab, kann seine Mutter kaum in Worte fassen. „Es ist auch noch zu neu, ich mache mir ständig Gedanken um Emre“, sagt die 40-Jährige. Es wird noch eine Weile dauern, bis die Familie das Geschehene verarbeitet haben wird.

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Eines wollen sie aber jetzt unbedingt schon erledigen: sich für die große Unterstützung für ihren Sohn bedanken. Rund 1700 Menschen ließen sich am 29. Januar in der Baltic-Schule für Emre und die 54-jährige Sabine (Oma Bine) aus Reinfeld typisieren. Dazu kamen Spenden im fünfstelligen Bereich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). „Es war unglaublich“, erinnert sich Savas. Zusammen mit ihrer Freundin Yagmur Evlek hatte Savas die Aktion auf die Beine gestellt, nachdem klar war, dass Emre eine Spende brauchen würde. „In der Fathi Moschee wurde im Freitagsgebet immer wieder auf die Typisierung hingewiesen“, sagt Savas. Viele Geschäftsleute haben sich mit Spenden und Essen beteiligt. Dann kam noch die Familie von Oma Bine dazu und verteilte – genau wie Emres Unterstützerkreis – Unmengen von Flugblättern.„Emres Spender wurde nicht bei dieser Aktion gefunden, aber für irgendeinen anderen Kranken war es sinnvoll“, sagen die beiden Frauen.

So positiv die Nachrichten auch sind, mit der Behandlung ist auch ein Problem aufgetreten. In einigen Räumen ihrer Wohnung in der Korvettenstraße hat sich Schimmel gebildet. „Und wenn Emre in einigen Wochen entlassen wird, darf er hierhin nicht zurück“, erzählt seine Mutter. Die zuständige Wohnungsgesellschaft Buwog hat den Schimmel zwar jetzt entfernen lassen; doch die Angst, dass er wiederkommt, ist groß. „Die Außenwände sind so feucht“, sagt Elif Cetinkaya. Außerdem brauche Emre für längere Zeit eine eigene Toilette. „Wegen des Schulweges wäre es schön, wenn wir in St. Lorenz Nord bleiben könnten“, sagt seine Mutter. Aber natürlich kommen auch andere Stadtteile in Frage. Bis 1000 Euro warm kann die Familie bezahlen. Bei vier Kindern benötigen sie mindestens fünf Zimmer und ein zweites Badezimmer oder Gäste- WC für Emre. „Eine Alternative wären zwei kleinere Wohnungen beieinander“, ergänzt Savas. „Wenn wir nichts finden, weiß ich nicht, wohin Emre nach der Entlassung gehen kann“, sagt Elif Cetinkaya besorgt. Die Buwog ist mit einem sofortigen Auszug einverstanden. Die fünfköpfige Familie freut sich über jedes Angebot.

Wer kann helfen?

Nach einer Stammzellspende sind die Patienten längere Zeit noch besonders empfänglich für Infektionen. Kontakte mit Keimen und Pilzen sollten soweit wie möglich vermieden werden.

Eine neue Wohnung sollte daher auf jeden Fall frei von Schimmel sein. Sobald ein Kontakt hergestellt ist, gibt die Familie gern alle Auskünfte zu ihrer finanziellen Situation.

Der Erstkontakt geht über Müberra Savas, da Emres Eltern fast immer in Kiel bei ihrem Sohn sind. Sie ist erreichbar unter 01 57/53 26 80 78.

 Luisa Jacobsen