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Lübeck „Spiegel“: Garantiefall bei HSH Nordbank wahrscheinlicher
Lokales Lübeck „Spiegel“: Garantiefall bei HSH Nordbank wahrscheinlicher
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01:00 01.10.2012

Die Wahrscheinlichkeit, dass die HSH Nordbank Teile der staatlichen Milliarden-Bürgschaft in Anspruch nehmen muss, ist nach Informationen des „Spiegel“ weiter gestiegen. Die Bank wies dies jedoch zurück.

Das Magazin berichtet, in einer vertraulichen Sitzung des Ausschusses Öffentliche Unternehmen der Hamburgischen Bürgerschaft habe Bank-Chef Paul Lerbinger eingestanden, dass die Chance, die Bürgschaft bis zum Jahresende ziehen zu müssen, bei über 50 Prozent liegt. Ein „streng vertraulich“ gestempelter HSH-Bericht klingt laut „Spiegel“ ähnlich. Es könne „nicht ausgeschlossen werden, dass tatsächliche Zahlungsausfälle in einer Höhe anfallen, die zur Inanspruchnahme der Garantie führen“.

Die Bank wies die Darstellung zurück: „Dieser Fall wird nicht eintreten“, sagte Sprecher Rune Hoffmann am Sonntag. Zu einer Inanspruchnahme der Garantie würde es erst kommen, wenn die tatsächlichen Verluste des seit 2009 durch die Garantie abgesicherten Portfolios die Summe von 3,2 Milliarden Euro übersteigen würden.

Die Verluste hätten Ende Juni 2012 aber bei lediglich 233 Millionen Euro gelegen. Die Bank habe aber nie ausgeschlossen, staatliche Garantien in Anspruch nehmen zu müssen. Das Zitat aus dem angeblich geheimen HSH-Bericht stammt nach Angaben von Hoffmann aus dem Halbjahresbericht der Bank. Er bestritt zugleich, dass sich Bank-Chef Lerbinger wie vom „Spiegel“ zitiert geäußert habe.

Die Bank stützt sich noch auf Garantien der Eignerländer Hamburg und Schleswig-Holstein in Höhe von sieben Milliarden Euro. Die Kieler Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) hatte am Freitag im schleswig-holsteinischen Landtag erklärt, es gebe die Sorge, dass die Ziehungswahrscheinlichkeit auf über 50 Prozent steige. Seit 2009 sei sie von 39,6 auf 41,4 Prozent gestiegen. „Niemand kann für die Zukunft ausschließen, dass die HSH Nordbank um weitere staatliche Unterstützung ersucht“, sagte Heinold.

Der finanzpolitische Sprecher der Hamburger CDU-Fraktion, Roland Heintze, erklärte am Sonntag unter Bezug auf die jüngste Debatte in der Bürgerschaft: „Das Risiko steigt, das kann man auf jeden Fall sagen.“ Die Geschäftsentwicklung der Bank bleibe augenscheinlich hinter den Planungen zurück.

Die HSH Nordbank hatte das zweite Quartal des Jahres mit einem Verlust abgeschlossen. Unter dem Strich wies das Institut von April bis Juni einen Fehlbetrag von 58 Millionen Euro aus. Im ersten Quartal hatte die Bank noch 128 Millionen Euro Gewinn gemacht, so dass für das Halbjahr immer noch ein Plus von 70 Millionen Euro bleibt - nach 338 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

LN

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