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Lübeck Hundert Teilnehmer messen sich beim Crosslauf
Lokales Lübeck Hundert Teilnehmer messen sich beim Crosslauf
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17:24 04.02.2019
Der Falkenwiese-Stadioncross des LBV Phönix.
Der Falkenwiese-Stadioncross des LBV Phönix. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

„Lauft nicht zu schnell los, sonst seid ihr an der ersten Kurve schon müde“, ruft Nannette Hauptstock den Kindern zu, die sich am Sonntagvormittag in Laufschuhen und Sportmützen an der Ziellinie auf dem Sportplatz an der Falkenwiese drängeln. Dann hält Vereinsvorsitzender Steffen Kohl die Startklappe über den Kopf, ruft „Auf die Plätze!“, und 31 vier- bis elfjährige Kinder rennen los.

„Verlauft euch nicht“

Es ist der allererste Stadion-Crosslauf des LBV Phönix und die erste Veranstaltung auf dem Mitte Januar neu eröffneten Gelände. „Wenn die Strecke gut ist und ihr euch nicht verlauft, machen wir daraus eine neue Tradition“, verspricht Hauptstock, die die Leichtathletik-Abteilung des Vereins leitet.

Klicken Sie hier, um zahlreiche Bilder vom Crosslauf für Kinder zu sehen, mit dem am Sonntag die Sportanlage Falkenwiese in Lübeck eröffnet worden ist.

Das Flatterband führt die Kinder über den neuen rot-blauen Platz mit Kegeln und Hindernissen. Dann kommt der schwierigste Abschnitt durch den Sand des Beachvolleyball-Felds. Der Favorit des Vereins, Jasper Brand, fällt nach einem Zusammenstoß zurück, und der zehnjährige Jaron Kollmeier schafft die 1,25 Kilometer lange Strecke in nur fünf Minuten.

Mit dem Rad zum Kindergarten als Training

Die beiden Vierjährigen, Ties und Alessio, brauchen doppelt so lange. Sie sind die jüngsten Teilnehmer und haben beide schon Erfahrung: Alessio Borchert, dessen Eltern auch bei Geländeläufen teilnehmen, hat mit drei seinen ersten 500-Meter-Lauf gemacht, und Ties hat im Sommer den „Kälbchenlauf“ in Buntekuh absolviert. Er fährt jeden Tag mit dem Rad zum Kindergarten, „ein gutes Training“, findet seine Mutter.

Dass die meisten Kinder nach dem Crosslauf tadellos sauber aussehen, ist untypisch: „Beim Geländeläuf am Bad Schwartauer Riesebusch geht es rauf und runter – und ist extrem schlammig“, sagt Eckart Gribkowski, der Vorsitzende des Leichtathletikverbandes. Leicht sei die Strecke an der Falkenwiese trotzdem nicht: „Hier sind die Untergründe verschieden, das macht das Laufen auch schwer“.

Sieben verschiedene Läufe

Hundert Teilnehmer starten an diesem Sonntag in vier Gruppen zu sieben verschiedenen Läufen. Beim Lauf der Jugendlichen bricht die Starterzahl stark ein: von nur drei Läufern kommen zwei ins Ziel, Marie Kux schafft die 3,8 Kilometer in 16:43 Minuten. Den 2500-Meter-Lauf in der Gruppe der Zwölf- und 13-Jährigen gewinnt Tom Mikkelsen.

Der Zwölfjährige trainiert zwei Mal in der Woche bei den Phönix-Leichtathleten und turnt zusätzlich bei den AcroLinern im LT. Tom kommt aus einer echten Sportlerfamilie. Sein großer Bruder Marten ging bis vor Kurzem sogar fünf Mal in der Woche zum Sport.

Strecke ist „schön zu laufen und ungewöhnlich“

Simon Müller wäre das zu wenig. Der Triathlet schwimmt, läuft oder radelt jeden Tag vor der Arbeit und noch einmal am Abend. Er möchte im Herbst beim Ironman einen Halbmarathon laufen, 1,9 Kilometer schwimmen und 90 Kilometer radfahren. Der fünf Kilometer lange Erwachsenen-Crosslauf ist für ihn eine Übung, denn „mit einer Startnummer ist es leichter, sich zu quälen, als allein im Wald“. Er kennt die Strecke „von früher, als hier noch eine Aschenbahn war“, sagt Müller. „Sie ist schön zu laufen und ungewöhnlich.“ Nach knapp 17 Minuten läuft er als Erster ins Ziel.

Für Simon Müller geht es nicht um Konkurrenz, sondern um den Spaß am Sport. Das treibt auch Silke Ojowski an, die am Morgen noch nicht wusste, ob sie überhaupt mitlaufen wird. „Ich habe gerade wenig Kondition. Ich wollte sehen, wie der Platz geworden ist – und einfach ins Ziel kommen.“

Was ist Crosslauf?

Crosslauf, auch Gelände- oder Querfeldeinlauf, ist eine Variante des Laufsports. Crosslauf-Strecken führen in etwa zwei Kilometer langen Runden durch Wald oder unebenes Gelände mit natürlichen Hindernissen, was sie besonders schwierig macht. Die Disziplin ist bei Leichtathleten beliebt, um sich in der Winterzeit fit zu halten. „Crossläufer trainieren auf Tempo“, sagt der Vorsitzende des Lübecker Leichtathletikverbandes, Eckart Gribkowski. „Den typischen Hobby-Breitensportler werden Sie hier nicht finden.“

Friederike Grabitz