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Lübeck Sprachunterricht gefordert: Die Dänen machen Tempo
Lokales Lübeck Sprachunterricht gefordert: Die Dänen machen Tempo
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06:00 22.06.2019
So könnte es eines Tages aussehen: das Ein- und Ausfahrtsportal des geplanten Belttunnels. Quelle: ON
Lübeck

Ab Flensburg gilt Tempo 130 – die Dänen haben sich längst ans Limit auf ihren Autobahnen gewöhnt, irgendwie fährt es sich hinter der Grenze entspannter zum Ferienhaus. In Deutschland dagegen darf alles viel schneller gehen. Jedenfalls auf den Schnellstraßen, wenn mal kein Stau ist. In der Politik scheint das irgendwie andersrum zu laufen. Wenn es um die Zusammenarbeit mit den nördlichen Nachbarn geht, wird diesseits der Grenze seit Jahren auf Zeit gespielt.

Und so wundert es wenig, dass es die Partei der dänischen Minderheit ist, die die schleswig-holsteinische Politik erneut an ein Vorhaben erinnern muss, was immer mal wieder in Sonntagsreden auftaucht: mehr Dänisch-Unterricht an unseren Schulen. Während in Flensburg und dem nördlichen Grenzgebiet traditionell ein ausgeprägter Kulturaustausch stattfindet und jede Menge Bildungsangebote existieren, bleibt das südliche Holstein Entwicklungsland. Und das hat sich auch in den vergangenen acht Jahren kaum geändert. Es war Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, der im Jahr 2011 mehr Dänisch-Unterricht an den Schulen im Süden des Landes forderte. Der SSW begrüßte das ausdrücklich und forderte damals schon einen Aktionsplan für die Schulen und eine bessere Lehrerausbildung.

Schleswig-Holstein lässt sich Zeit

Acht Jahre später ist wenig passiert. Zynisch gesagt ist das nur konsequent. Denn in Schleswig-Holstein lässt man sich auch bei der Hinterlandanbindung der geplanten Fehmarnbeltquerung aufreizend Zeit – und das, obwohl auch ohne Tunnel-Pläne der Zustand der Straßen Richtung Puttgarden zu wünschen übrig lässt.

Das Prinzip Kopf-in-den-Sand war noch nie eine gute Idee. In Zeiten der Globalisierung ist es eine Sünde gegenüber der kommenden Generation. Obwohl es auf dänischer Seite leider wieder Grenzkontrollen gibt – die Tür nach Skandinavien steht uns weit offen. Natürlich helfen die guten Englisch-Kenntnisse schon jetzt bei grenzübergreifenden Projekten, ermöglichen den Austausch der Universitäten und den Zugang zu Jobs. Und dennoch bedeuten gute Dänisch-Kenntnisse in Wort und Schrift deutlich bessere Chancen im Nachbarland. Der dänische Arbeitsmarkt sucht dringend Fachkräfte, das Lohnniveau steigt.

Dänen kommen uns entgegen

Vielleicht liegt es daran, dass uns die dänischen Gastgeber an Nord- und Ostsee mit ihren Deutsch-Kenntnissen so liebevoll entgegenkommen. Über „God dag“ und „Farvel“ kommen die Gäste dann im Urlaub selten hinaus.

Wenn Deutschland nicht den Staatsvertrag mit Dänemark bricht, wird auch das südliche Holstein in zehn Jahren näher an die Nachbarn rücken. Es lohnt sich, diese besser zu verstehen – nicht nur, weil die Dänen so schicke Ferienhäuser vermieten.

Gerald Goetsch

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