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Lübeck Ein Poesiealbum für die Stadt
Lokales Lübeck Ein Poesiealbum für die Stadt
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17:50 18.12.2018
Exponat der großen Lübeck-Ausstellung: Dr. Hans Wißkirchen, Direktor der Kulturstiftung, und Spurenbücher-Projektleiterin Teresa Kinder stöbern in den Spurenbüchern. Quelle: @LTM/Olaf Malzahn
Lübeck

Das Projekt „Spurenbücher“ von Lübeck Travemünde Marketing (LTM) sammelt Geschichten von Lübeckern. Die Bücher werden nun Teil der JubiläumsausstellungLübeck erzählt uns was“ im Museumsquartier St. Annen. Ein Eintrag in die Spurenbücher ist noch möglichSie sind massiv wie mittelalterliche Bibeln und edel in Filz gebunden: Vier dicke Bücher in Magenta und Cremeweiß liegen auf dem Polster eines alten Cord-Sofas, ein weiteres auf dem Tisch davor. Eine 50er-Jahre-Stehlampe und ein Röhrenradio dienen als Requisiten für die Zeitreise, zu der die Bücher einladen. Etwa 100 Lübecker erzählen darin ihre oft sehr persönlichen Lübeck-Geschichten.

Von Friederike Grabitz

Zeitdokumente: 62 Mark Miete für luxuriöse 57 Quadratmeter

Eine von ihnen ist Ingrid Eva Wöller, die kurz vor dem Mauerbau herkam, weil sie nicht in der DDR leben wollte. In einem alten Haus-Gästebuch der Familie von Astrid Lutz zeugen Dankeseinträge in Sütterlin-Schrift davon, dass die Stadtbewohner nach 1945 Tausende Geflüchtete aufgenommen haben. Ursula Vieth klebte einen Mietvertrag von 1954 ins Buch: zweieinhalb Zimmer für 62 Mark Miete. Sie erinnert sich an die Freude der vierköpfigen Familie über diese neue, „luxuriös“ große 57-Quadratmeter-Wohnung. Petra Rüger, deren Familie seit sieben Generationen mit dem Aegidienviertel verbunden ist, teilt ihre Kindheitserinnerungen und hat dem Südosten der Innenstadt zum 875. Stadtgeburtstag einen Kalender gewidmet.

Viele der Beiträge erzählen aus der Gegenwart. Die Hamburgerin Laura Hamdorf wurde gefragt, ob sie nicht zu jung sei, ausgerechnet nach Lübeck zu ziehen, als sie hier einen Job annahm. Sie hat den Umzug nicht bereut und schätzt die reiche Kulturszene und die kurzen Wege in der Stadt. Wie die Katharineums-Schüler Aaron und Korinna haben viele Autoren ihre Beiträge liebevoll gezeichnet oder collagiert, und Paul-Simon Maack hat sogar eine CD in das Spurenbuch eingeklebt.

Gegenwärtige Geschichte

Wie ein Poesiealbum seien die Bände während des Jubiläumsjahrs von Haus zu Haus gegeben worden, erzählt Teresa Kinder vom LTM, Projektleiterin für die Spurenbücher. Nun sind sie „das 101. Exponat der Lübeck-Ausstellung“, sagt der Direktor der Kulturstiftung Dr. Hans Wißkirchen bei der Präsentation der Spurenbücher am Montag. Die Ausstellung „875 Jahre – Lübeck erzählt uns was“, die im St. Annen-Museum noch bis zum 6. Januar 2019 gezeigt wird, verbindet Historisches mit der Gegenwart. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Archiv, Bibliothek, Denkmalpflege und Museen. Die fünf Bücher als wertvolles und authentisches Zeitdokument zeigen eindrucksvoll, „dass Geschichte nicht nur eine Chronologie ist“, sagt Wißkirchen.

„In den Büchern sind noch Seiten frei“, ergänzt Kinder, „es dürfen also noch Einträge gemacht werden – gern auch während der Ausstellung“.

Die Spurenbücher sind im Eingangsbereich der Ausstellung „875 Jahre – Lübeck erzählt uns was“ bis zum 6. Januar im Museumsquartier St. Annen zu sehen. „Alle Spurenleger, die sich an dem Projekt beteiligt haben, dürfen die Ausstellung gegen Vorlage eines Ausweises kostenlos besuchen“.

Friederike Grabitz

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