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Lübeck Darum brauchen die Figuren im Puppenhof neue Hüllen
Lokales Lübeck Darum brauchen die Figuren im Puppenhof neue Hüllen
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17:26 19.09.2019
Dr. Dagmar Täube, Leiterin St.-Annen-Museum, und Christian Kroeger, Vorstand der Museumsfreunde, stehen im Puppenhof zwischen den Barock-Skulpturen des Museums und bitten um Spenden für die neuen, durchsichtigen Vitrinen (hinten links). Diese sollen die alten Hüllen aus Lastwagenplanen (rechts) ersetzen. Das Foto entstand beim Spendenaufruf im Frühjahr. Quelle: Cosima Künzel
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Lübeck

Ende Oktober müssen die barocken Skulpturen im Puppenhof des St.-Annen-Museums wieder in Hüllen gepackt werden. So sollen sie vor Wind und Wetter geschützt werden. Erstmals kommen durchsichtige Vitrinen zum Einsatz, die optisch ansprechender und qualitativ hochwertiger sind als die alten Lastwagenplanen. Für die neuen Schutzhüllen werden noch Sponsoren gesucht.

Die originalen Barock-Skulpturen der Puppenbrücke stehen im Puppenhof des St.-Annen-Museums. Dazu gehört auch der Flussgott Trave. Quelle: Cosima Künzel

„Der Puppenhof ist einer der schönsten Museumshöfe Deutschlands und soll seinen Charme auch im Winter behalten“, sagt Dr. Dagmar Täube, Leiterin St.-Annen-Museum. Mit neuen durchsichtigen Hüllen wären die Figuren das ganze Jahr zu sehen und der Hof auch im Herbst und Winter „ein echter Blickfang“, betont sie.

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Die neuen Hauben schützen die Figuren optimal

Im vergangenen Jahr hat das Museum zusammen mit dem Segelmacher Nicas Otto aus Lübeck daher einen Prototyp für eine neue Einhausung entwickelt und getestet. Fazit: Die neuen Hauben schützen die Figuren optimal. Luft und Feuchtigkeit können dank der durchlässigen Membrane zirkulieren. Die Figuren bleiben trocken – und es gibt keine Frostsprengungen. Außerdem werden für den Auf- und Abbau nur ein bis zwei Personen benötigt statt wie bisher fünf.

Die alten Hüllen aus Lastwagenplanen mussten von mehreren Mitarbeitern vorsichtig entfernt werden. Quelle: Cosima Künzel

Bereits im Frühjahr haben die Freunde der Museen für Kunst und Kulturgeschichte einen Aufruf gestartet, um Sponsoren für die Finanzierung der Hüllen zu finden. „Dies ist schon in weiten Teilen gelungen“, erklärt der Vorsitzende Christian Kroeger, „für neun Hüllen haben wir schon Stifter gefunden, drei benötigen wir noch.“

Ende Oktober werden alle Spender eingeladen

Jede Hülle kostet rund 1000 Euro. Spendenanfragen nimmt die Museumsleiterin per E-Mail (dagmar.taeube@luebeck.de) entgegen. Jeder Spender erhält eine Bescheinigung, und der Name wird auf der neuen Hülle verewigt. Ende Oktober werden alle Spender zur Einweihung des „neuen“ Winter-Puppenhofes eingeladen.

Auf der Puppenbrücke befinden sich nur die Abgüsse

Bei den Figuren handelt es sich um die Originale von der Puppenbrücke, die 1985 aus konservatorischen Gründen ins St.-Annen-Museum gebracht worden sind. Seitdem befinden sich auf der Puppenbrücke nur die Abgüsse. Die Darstellungen gelten als Leitbilder und Tugenden des Bürgertums. Die Vasen stehen für Fleiß/Sparsamkeit, Ackerbau/Viehzucht, Wissenschaft/Künste und Vaterlandsliebe. Die Figuren im Museum sind „Die Freiheit“, „Merkur“, „Der Römer (Bürgertugend)“, „Der Friede“, „Der Flussgott Trave“, „Die Vorsicht“ und „Die Eintracht“. Gefertigt wurden sie im Auftrag der Stadt ab 1774 vom Bildhauer Dietrich Jürgen Boy (1724-1803).

Mit diesem Video haben wir im Frühjahr berichtet:

Von Cosima Künzel