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Lübeck Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Bischöfe ein
Lokales Lübeck Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Bischöfe ein
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20:05 12.09.2012

„Eine aktive Strafvereitelung läge nur dann vor, wenn die

kirchlichen Funktionsträger versucht hätten, zur Strafanzeige

entschlossene Personen durch Drohungen oder andere unlautere Mittel

davon abzubringen. Dafür gibt es aber keine Hinweise“, sagte Anders.

Die passive Variante, also die Strafvereitelung durch Unterlassen,

komme schon deshalb nicht in Frage, weil weder Jepsen und Kohlwage,

noch die frühere Pröpstin Heide Emse und der ehemalige

Personalreferent des Kirchenamtes verpflichtet gewesen seien, die

Informationen über die Missbrauchsfälle weiterzuleiten, sagte der

Oberstaatsanwalt.

„Das Gesetz weist vorgesetzten Bediensteten kirchlicher

Institutionen keine Garantenstellung zu. Das heißt, sie haben nicht

die Aufgabe, Belange der Strafrechtspflege wahrzunehmen. Wenn eine

Strafvereitelung durch Unterlassen vorliegen soll, muss die Kirche in

einem Boot mit Staatsanwaltschaft und Polizei sitzen, und das tut sie

nicht“, sagte Anders.

Der Vorsitzende der Nordkirchenleitung, Gerhard Ulrich, nannte das

Vorgehen der Staatsanwaltschaft im höchsten Maße irritierend und

verlangte Aufklärung über die Vorgänge. „Erst vor wenigen Tagen hatte

die Staatsanwaltschaft öffentlich von Ermittlungen seit dem Frühjahr

gesprochen, die sich noch über Wochen oder gar Monate hinziehen

würden. Nun erst, nachdem die Beschuldigten tagelang an den Pranger

gestellt worden sind, stellt die Staatsanwaltschaft plötzlich fest,

dass eine Strafbarkeit gar nicht in Betracht kommt“, kritisierte

Ulrich. Durch dieses Vorgehen sie nicht nur das öffentliche Ansehen

der Betroffenen in vermeidbarer Weise beschädigt, sondern auch die

Nordkirche ohne sachlichen Grund medial in ein schlechtes Licht

gerückt worden, sagte er.

Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die

Staatsanwaltschaft bereits seit Mai gegen die inzwischen

pensionierten Funktionsträger ermittelte. Grund war eine Anzeige von

zwei früheren Mitgliedern des Vereins „Missbrauch in Ahrensburg“ vom

Februar. Darin wurde den Kirchenvertretern vorgeworfen worden, schon

frühzeitig erfahren zu haben, dass ein Ahrensburger Pastor in den

1980er Jahren Jugendliche missbraucht hatte. Obwohl die Taten damals

noch nicht verjährt waren, sollen sie nichts unternommen haben. Die

Fälle wurden erst 2010 öffentlich bekannt.

LN

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