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Lübeck Schulräume werden knapp – Stadt investiert in neue Möbel
Lokales Lübeck Schulräume werden knapp – Stadt investiert in neue Möbel
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16:52 06.03.2019
4050 Plätze für die Nachmittagsbetreuung gibt es bereits an den Lübecker Schulen. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Die Hansestadt hat eine umfangreiche Kinderbetreuung für die Zeit vor und nach dem Unterricht aufgebaut. Doch in den Schulen werden die Räume langsam knapp. An sechs Schulen ist der Ausbau des Ganztags geplant, aber an vielen Schulen müssen Unterrichtsräume für die Betreuung mit genutzt werden.

In der Grundschule Niederbüssau müssen die Kinder – hier Matilda (l.) und Smilla – ihr Mittagessen in den Klassenräumen zu sich nehmen. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Für diese Doppelnutzung hat der Bereich Schule und Sport der Stadt jetzt einen Musterkatalog für die Ausstattung entwickelt. „Für 480 000 Euro werden 60 Räume neu möbliert“, erklärt Sonja Rieper vom Bereich Schule und Sport. Darüber hinaus müssen die Grundschulen für jeden Jahrgang einen Ganztagsraum vorhalten und die Mittagessenversorgung sicherstellen.

Klassenräume können doppelt genutzt werden, wenn es Mobiliar für Unterricht wie für die Nachmittagsbetreuung gibt. 60 Räume sollen so ausgestattet werden. Quelle: HFR/Hansestadt

Die FDP befürchtet, dass das alles nicht ausreicht. „Jetzt schon platzen die Grundschulen aus allen Nähten“, erklärt Daniel Kerlin, jugendpolitischer Sprecher der Liberalen. Kerlin geht davon aus, dass die Zahl der Kinder in der Ganztagsbetreuung weiter steigen werde. Kerlin: „Zudem plant die Bundesregierung einen Rechtsanspruch auf Schulkindbetreuung ab 2025 – das wird den Raumbedarf weiter erhöhen.“ Eine Doppelnutzung von Klassenräumen sei nicht zielführend.

Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos) – hier bei einer Stadtteilkonferenz in Kücknitz – wartet auf den Rechtsanspruch für die Schulkindbetreuung. Quelle: Lutz Roeßler

Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos) wartet händeringend auf diesen Rechtsanspruch. Denn dann müssten Bund und Land in die Finanzierung einsteigen. Bisher zahlt die Stadt das allein aus ihren Mitteln. Und es ist ein Massenbetrieb. 4050 Schüler werden mittlerweile ganztags versorgt. 29 freie Träger, fünf Elternvereine, zwei Schulvereine und ein Mitarbeiterverein organisieren die Betreuung.

Ganztagsbetreuung in Lübeck: Frühmorgens und nach 16 Uhr

An 35 Grundschulen werden die Kinder bis 16 Uhr betreut, an 28 Standorten gibt es eine Betreuung frühmorgens vor dem Unterricht und an neun Schulen eine Betreuung auch nach 16 Uhr. An 14 Schulen wurden sogenannte Ganztags-plus-Gruppen eingerichtet, die mehr Personal haben, an sieben Schulen gibt es soziale Gruppen für je zehn Kinder mit erhöhtem Erziehungsbedarf. 59 Prozent der Integrationshelfer, die sich um behinderte oder verhaltensauffällige Kinder kümmern, arbeiten auch in der Ganztagsbetreuung.

Juleka Schulte-Ostermann (GAL) hat die ungleichen Standards für Personal und räumliche Ausstattung bei Horten und Schulkindbetreuung vor den Petitionsausschuss gebracht. Quelle: Uwe Freitag

Und der Apparat soll ausgebaut werden. Ganztagsbetreuung soll es flächendeckend und auch an weiterführenden Schulen geben. Die Schließzeiten in den Schulferien werden reduziert. Sonja Rieper: „18 Grundschulen können das schon in diesem Jahr umsetzen, die anderen folgen 2020.“

Gesetzgeber ist jetzt gefragt

Mit der Qualität der Schulkindbetreuung in Lübeck hat sich der Petitionsausschuss des Kieler Landtages beschäftigt. Juleka Schulte-Ostermann von den Hortretterinnen und zugleich Politikerin der GAL wollte über eine Petition erreichen, dass die Schulkindbetreuung die gleichen Standards bei Personal und räumlicher Ausstattung erhält wie die Horte an Kitas.

„Der Ausschuss sieht keine sachlichen Argumente, welche eine Ungleichbehandlung rechtfertigen“, heißt es jetzt in dem Beschluss des Petitionsausschusses. Der Ausschuss attestiert der Hansestadt eine hohe Betreuungsqualität, die allerdings freiwillig erbracht werde, und empfiehlt, dass das Land „diese Problematik durch eine Gesetzesänderung“ löst. Schulte-Ostermann setzt darauf, dass Bund und Land künftig die gleichen Standards für Schulkindbetreuung wie Horte festlegen.

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Kai Dordowsky

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