Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Stadt mietet Königpassage
Lokales Lübeck Stadt mietet Königpassage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:38 27.03.2019
So sieht der Eingangsbereich des künftigen Bürgerbüros in der Königpassage aus. Quelle: Hansestadt Lübeck
Lübeck

Der Hauptausschuss der Bürgerschaft hat sich am Dienstagabend mehrheitlich für die Anmietung der Königpassage als Verwaltungszentrum entschieden. Vorausgegangen war eine lange Debatte, in der Politiker von Unabhängigen, Grünen und Linken den Deal als Schnellschuss kritisierten. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) stellte die Lösung als alternativlos dar. Es gebe keine anderen Angebote, ein Neubau dauere zu lange und die Zeit dränge. Voller Unterstützung bekam der Verwaltungschef von den Personalräten.

2017 stellte Jan Lindenau, damals noch Fraktionschef der SPD, Pläne für ein Bürgerbüro in der Königpassage vor. Quelle: Lutz Roeßler

„Warum müssen wir holterdipolter entscheiden?“, wollte André Kleyer (Grüne) wissen. Sein Parteifreund Thorsten Fürter kritisierte, „dass wir eine Vorlage über das Knie brechen müssen.“ Dass die Bürgerschaft gar nicht mit dem Vertrag befasst werde, sondern nur der Hauptausschuss, sei „ein unmöglicher Vorgang.“ Detlev Stolzenberg (Unabhängige) beantragte vergeblich eine Vertagung der Entscheidung, weil die Politiker sich das Objekt gerne vorher anschauen wollten. „Der Schnellschuss gefällt mir gar nicht“, sagte Katjana Zunft (Linke), „wir brauchen Zeit, die Miete, die im Gespräch ist, zu prüfen.“ Es sei nicht ersichtlich, dass die Königpassage die einzige Lösung sei.

Lindenau erklärte, „dass wir uns jetzt Luft verschaffen müssen.“ Denn die Verwaltung schafft 230 neue Jobs und muss die neuen Mitarbeiter irgendwo unterbringen. Etliche Behördenbüros seien den Mitarbeitern nicht mehr zuzumuten. Der Standort in der Dr.Julius-Leber-Straße könne nur noch bis Ende 2021 genutzt werden, dann laufe der Brandschutz aus. Das Verwaltungszentrum Mühlentor sei restlos ausgebucht. Lindenau: „Sozialsenator Sven Schindler kann keine Stellen ausschreiben, weil er keine Büros mehr hat.“ Der Neubau eines Verwaltungszentrums dauere fünf bis sieben Jahre und koste bis zu 25 Millionen Euro.

Das neue Verwaltungszentrum

Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) hat den Politikern Details des neuen Verwaltungszentrums Königpassage vorgestellt. Insgesamt mietet die Stadt für 1,4 Millionen Euro pro Jahr 7800 Quadratmeter an. Start ist der 1. Januar 2020. Der Mietvertrag läuft zehn Jahre. Die Stadt hat die Option, den Vertrag zweimal für fünf Jahre zu verlängern.

In Untergeschoss (813 Quadratmeter) werden Lager und Archive, Umkleiden, Duschen und Fahrradkeller untergebracht. Eine Tiefgarage wird für Dienstautos genutzt. Im Erdgeschoss (1100 Quadratmeter) entstehen das neue Bürgerbüro sowie das Servicebüro der Bußgeldstelle. Auch die Geschäftsstelle des Seniorenbeirates erhält einen Platz.

Im ersten Obergeschoss (1980 Quadratmeter) werden die Ausländerbehörde, die Gewerbeangelegenheiten, die Bußgeldstelle und der Ordnungsdienst untergebracht. Im zweiten Obergeschoss (1440 Quadratmeter) entstehen Büros für verschiedene Behörden, ebenso im dritten Obergeschoss (1027 Quadratmeter), wo auch der Personalrat Platz findet.

Im vierten Obergeschoss /760 Quadratmeter) sind weitere Büros sowie die Fachbereichsleitung von Innen- und Umweltsenator Ludger Hinsen (CDU) untergebracht. Außerdem mietet die Stadt 645 Quadratmeter Verkehrsflächen.

Die Zeit dränge auch, „weil der Investor Klarheit haben will.“ Die Königpassage wird von der Immobilien AG ERWE betrieben, die auch den Umbau der Passage in Büros bezahlt. Die Grünen wollten wissen, ob Lindenau schon früher Kontakt zu ERWE gehabt habe. Mit der Idee eines Verwaltungszentrums war Lindenau bereits im Bürgermeister-Wahlkampf unterwegs. „Nein, es gab keine Kontakte“, sagte der Verwaltungschef, „erst nach meinem Amtsantritt.“

Die CDU hatte sich zunächst auch schwer getan mit der Königpassage, weil sie eigentlich einen Neubau favorisiert. Fraktionschef Oliver Prieur: „Wir haben uns zur Zustimmung durchgerungen.“ Hauptgrund, so Prieur: „Ohne moderne Arbeitsplätze bekommen wir keine neuen Mitarbeiter.“ Das betonen auch die Personalräte. „Jede weitere Verzögerung geht zu Lasten der Arbeitnehmer“, sagte Ludwig Klemm, Vorsitzender des Gesamtpersonalrates, „wir verlieren dann den Kampf um die besten Köpfe.“

Lübeck Management und Seniorenbeirat unterstützen Lindenaus Pläne. „Das ist der beste Bürgerservice, den man bekommen kann“, lobte Bruno Böhm vom Seniorenbeirat das neue Verwaltungszentrum. „Der Vorschlag des Bürgermeisters ist umsichtig – mit Blick auf einen modernen Bürgerservice und die Wertschätzung gegenüber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, erklärte Olivia Kempke vom Lübeck Management. Die Königpassage sei barrierefrei und mit öffentlichen Verkehrsmitteln hervorragend zu erreichen.

Das Lübeck Management wertet diesen Schritt auch als ein Bekenntnis zum Standort Innenstadt. Leif Ginap, stellvertretender Vorsitzender des Lübeck Managements: „Das ist ein gutes Signal für die seit vielen Jahren leerstehenden Flächen in der Königpassage.“

Kai Dordowsky

Insgesamt vier Personen wurden bei einem Unfall auf der Autobahn zwischen dem Kreuz Lübeck und der Abfahrt Genin verletzt, weil offenbar jemand das Stauende übersah.

27.03.2019

Die drei Lübecker Hochschulen bieten ein spektakuläres Vorlesungsprogramm in St. Petri. An drei Abenden geht es um „Fake Science“, um Wahres und Falsches in der Wissenschaft. Die Reihe beginnt am 15. April.

26.03.2019

Das Land und die Verkehrsgesellschaft Nah SH planen, den Halbstundentakt an Wochenenden auf der Bahnstrecke Lübeck–Hamburg auf Ende 2019 vorzuziehen.

27.03.2019