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16:39 05.03.2019
Große Pläne hat die Stadt mit ihren sieben Senioreneinrichtungen. Yvette Zank, Pflegefachkraft im Seniorenheim in der Prassekstraße, fährt einen Medikamentenwagen durch die Pflegeabteilung. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

In Moisling könnte ein städtisches Alten- und Pflegeheim entstehen. Die beiden Senioreneinrichtungen Prassekstraße und Dreifelderweg könnten zu einem neuen Standort zusammengefasst werden. Und in der Elswigstraße in St. Jürgen könnten in ein neues Seniorenheim Studentenwohnungen integriert werden. „Vision 2030“ heißen die Überlegungen, die Sozialsenator Sven Schindler (SPD) und Thomas Müller, Bereichsleiter der Senioreneinrichtungen, jetzt den Politikern und Mitarbeitern vorstellen.

Seit Jahren wird über die jährlichen Defizite diskutiert, die die sieben städtischen Häuser einfahren. „Wir wollen jetzt diskutieren, ob wir mit den richtigen Konzepten und Angeboten am Start sind“, sagt Schindler. Handlungsbedarf besteht – und Zeitdruck ebenfalls. Vier der sieben Häuser sind aus den 1960er Jahren, müssen in Kürze saniert oder eben neu gebaut werden. 2020 muss die Stadt mit den Stiftungen, denen die Häuser gehören, neue Mietverträge abschließen. Bis dahin muss klar sein, ob und wenn ja, wo neu gebaut wird. Schindler: „Wenn wir die Senioreneinrichtungen halten wollen, müssen wir auch über Neubauten entscheiden und nicht nur über neue Farbe an den alten Wänden.“

594 Plätze, 563 Mitarbeiterinnen

594 Plätze bieten die sieben städtischen Seniorenheime aktuell an. Das Haus in der Schönböckener Straße wurde zu Ende 2018 geschlossen. 563 Beschäftigte zählen die Senioreneinrichtungen, 297 sind in der Pflege und 145 in der Hauswirtschaft tätig. Ab 2027 bleiben 500 Plätze übrig, denn das Haus im Behnckenhof wird dann geschlossen.

Die Häuser sind fast ständig nahezu voll belegt. Die Belegung liegt bei 97 Prozent. In diesem Jahr kalkuliert der Betrieb mit einem Defizit von 2,1 Millionen Euro, das durch die Stadt ausgeglichen wird.

Als Partner wünscht sich der Sozialsenator die städtische Grundstücksgesellschaft „Trave“, die bereits an Kalkulationen sitzt. „Die ’Trave’ hat eigene Grundstücke in Moisling und St. Gertrud, auf denen Pflegeheime entstehen könnten“, sagt der SPD-Politiker. Aber entschieden sei noch nichts. Schindler: „Wir reden nicht über die nächsten drei Jahre, sondern über die nächsten zehn Jahre.“ Auf Personalversammlungen wurden die 563 Mitarbeiter informiert, aktuell wird der Sozialausschuss der Bürgerschaft in Kenntnis gesetzt.

Angebote auf dem Prüfstand

Doch es geht nicht nur um neue Immobilien. Auch die Angebote stehen auf dem Prüfstand. Bereichsleiter Thomas Müller will in den betreuten Wohnungen ambulante Pflegeleistungen anbieten – mit einem eigenen ambulanten Pflegedienst. „Wir haben fast 300 betreute Wohnungen“, sagt Müller. Deren Bewohner würden von ambulanten Pflegediensten betreut, die sogar aus Mecklenburg kommen. Müller: „Da ist es logisch zu sagen, das machen wir künftig selbst.“

Neue Häuser, neue Jobs, neue Angebote

Müller will Tagespflege anbieten, die zunehmend nachgefragt werde, und die Häuser zu wichtigen Anlaufstellen in den Quartieren machen – mit Arztpraxen, Cafés, Friseuren, Stadtteiltreff und Kita. Die Reinigung von betreuten Wohnungen soll ebenso zum Dienstleistungsangebot der Senioreneinrichtungen gehören wie Einkaufshilfen. „Älter werden und im Quartier bleiben“, nennt der Bereichsleiter das Motto.

Beim Personal muss nachgelegt werden

So weit die Visionen. Beim Personal müssen die städtischen Heime in Kürze ganz konkret nachlegen. Neue Gesetze und Vereinbarungen mit den Kostenträgern fordern 33 neue Fachkräfte. „Die müssen wir auf einem leer gefegten Markt finden“, sagt Müller. Deshalb werben die Senioreneinrichtungen mit sogenannten Swing Cards in den Bussen und machen über Google-Werbung auf die Jobs aufmerksam. Außerdem sind 20 Pflegekräfte in der Ausbildung.

Ob die „Vision 2030“ hilft, die jährlichen Defizite zu beseitigen, kann Sozialsenator Schindler nicht beantworten. Die städtischen Altenheime würden aber zu über 60 Prozent von Menschen bewohnt, die staatliche Leistungen erhalten – Tendenz steigend. Schindler: „Die Heime sind kommunale Daseinsvorsorge. Den Zuschuss muss Lübeck sich leisten.“

Kai Dordowsky

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