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Lübeck Für 1,4 Millionen Euro: Stadt will Königpassage mieten
Lokales Lübeck Für 1,4 Millionen Euro: Stadt will Königpassage mieten
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15:51 20.03.2019
Königpassage: Der Bürger-Service der Stadt soll dort einziehen. Die Stadt will das Gebäude in der Königstraße für zehn Jahre mieten – für insgesamt 14 Millionen Euro. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Viel Geld, viel Service. Die Stadt will die Königpassage mieten, um dort einen Bürger-Service einzurichten. Kosten: 1,4 Millionen Euro pro Jahr für 8000 Quadratmeter. Start ist der 1. Januar 2020. Der Mietvertrag läuft zehn Jahre. Das macht 14 Millionen Euro. Die Stadt hat die Option den Vertrag zwei mal fünf Jahre zu verlängern. Der Eigentümer ERWE Immobilien AG baut die Räume um. Das geht aus nicht-öffentlichen Papieren hervor, die der LN vorliegen.

Stadt braucht Platz

Grund für den neuen Standort: Die Stadt hat ein Platzproblem. Bis 2020 muss die Verwaltung 230 neue Leute einstellen. Die Idee: Das Dezernat von Innensenator Ludger Hinsen (CDU) soll sich in der Königpassage und im Gebäude der benachbarten Dr. Julius-Leber-Straße 46-50 konzentrieren. Dadurch entsteht Platz im Verwaltungszentrum Mühlentor und in der Fackenburger Allee 27 bis 29.

Bürger-Service mitten in der Passage

Die Königpassage hat seit Jahren Probleme: Viele Läden im Erdgeschoss stehen leer, Büros ebenfalls. Aber: Die bereits vorhandenen Geschäfte bleiben in der Passage ansässig. Das betrifft auch die Post. Der Bürger-Service der Stadt soll dort entstehen, wo H&M einst Kleidung verkauft hat. Die Büros der Verwaltung werden in den oberen Geschossen eingerichtet. Das erklärt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) auf LN-Anfrage. Der Bauausschuss hat das Vorhaben bereits abgesegnet. Der Umweltausschuss hat das Thema vertagt. Abschließend entscheidet der Hauptausschuss am Dienstag, 26. März.

Hält die Miete für die Königpassage für viel zu hoch: Linken-Fraktionschef Ragnar Lüttke. Quelle: Lutz Roeßler

Kritik: Miete zu teuer

Massive Kritik an den Plänen kommt von Linken und Liberalen. „Ich bin schockiert über den Mietpreis. Die Miete ist viel zu hoch“, sagt Linken-Fraktionschef Ragnar Lüttke. Bei 8000 Quadratmetern hätte man einen besseren Preis aushandeln müssen.“ Nach Lüttkes Ansicht habe es Alternativen gegeben: „C&A in der Mühlenstraße stand leer – und Sport Karstadt in der Holstenstraße geht aus seinem Gebäude raus.“ Lüttke macht klar: „Lübeck ist nicht dazu da, von Immobilienspekulanten leer stehende Räume zu mieten.“

Die FDP ist ebenfalls kritisch. „Die Miete ist wahnsinnig hoch“, sagt FDP-Fraktionschef Thomas Rathcke. Die Liberalen lehnen das Vorhaben ab, denn: „Dieses Geschäft ist nur für einen gut – für den Vermieter.“ Rathckes Ansicht nach ist es „ohnehin kein zukunftsweisender Weg, Räume für die Verwaltung zu mieten“. Seine Forderung: „Stattdessen sollte ein Verwaltungsneubau geprüft werden.“

Kritisiert das fehlende Konzept der Stadt: Baupolitiker der Grünen, Arne-Matz Ramcke. Quelle: Lutz Roeßler

Kein Konzept der Stadt

Skepsis bei den Grünen und Unabhängigen. „Wir haben keine Ahnung, was da geplant ist“, ärgert sich Arne-Matz Ramcke. Die Stadt hat kein Konzept vorgelegt. „Ich bin völlig überrascht“, so Ramcke. Denn zuletzt war ein Verwaltungs-Neubau neben der Musik- und Kongresshalle (MuK) im Gespräch. Die Stadt sollte auflisten, was sie genau braucht. „Und jetzt kommt ein Vertrag ohne Konzept – und wir haben keine Wahl“, ist Ramcke sauer. Denn die Verwaltung macht Druck. In dem Papier heißt es: „Der akute Raumbedarf der Verwaltung erfordert den Abschluss eines Mietvertrages noch in diesem Monat.“ Das verärgert auch die Unabhängigen. „Das ist eine Weichenstellung für die nächsten zehn Jahre“, sagt Baupolitiker Frank Müller-Horn. Da hätte die Verwaltung besser informieren müssen, als einfach einen fertigen Mietvertrag vorzulegen.

Lob für neuen Standort

Lob gibt es indes von SPD, CDU, Freien Wählern und GAL. „Das ist eine gute Sache“, sagt Ulrich Pluschkell (SPD). Außerdem sei der Standort gut mit den Bussen zu erreichen, die direkt vor der Tür halten. Die GAL unterstützt den Deal. „Es ist gut, dass in der Innenstadt Arbeitsplätze geschaffen werden“, sagt Carl Howe. Für 8000 Quadratmeter sei die Miete nicht zu hoch. Die Freien Wähler stimmen ebenfalls zu. „Die Miete klingt auf den ersten Blick hoch“, sagt Kreischef Thomas Misch, „aber für 8000 Quadratmeter ist das okay.“

Blick zurück: Im Mai 2017 wirbt Jan Lindenau (SPD) für seine Idee eines Bürger-Büros in der Königpassage. Damals war er noch Bürgermeister-Kandidat. Heute sitzt er im Chefsessel des Rathauses. Quelle: Lutz Roeßler

Wahlkampf-Idee des Bürgermeisters

Den Bürger-Service in der Königpassage einzurichten ist die Idee von Lindenau. Damit ist er in den Bürgermeisterwahlkampf gezogen. Jetzt verteidigt er das Projekt. „Ich weiß nicht, wo wir Flächen noch billiger bekommen“, sagt Lindenau. „Wer ein Objekt hat, kann sich bei mir melden.“ Die Verwaltung habe 40 Alternativen geprüft, aber die Mieten seien alle deutlich teurer. Die Verwaltung stehe unter Zeitdruck, weil das Gebäude in der Julius-Leber-Straße nur noch bis 2022 genutzt werden dürfe. Spätestens 2022 müsse der Brandschutz erneuert werden. Und: Ein Neubau würde erst in vier bis fünf Jahren stehen, so Lindenau. Er brauche Platz für neue Mitarbeiter – und die Stadt müsse ordentliche Räume bieten. Lindenau: „Wir haben Büros, die nach Urin stinken, in denen Schimmel blüht und die mit Pappwänden abgetrennt sind.“

Josephine von Zastrow und Kai Dordowsky

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