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Lübeck Standesamt wird für 2,8 Millionen Euro saniert
Lokales Lübeck Standesamt wird für 2,8 Millionen Euro saniert
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11:58 11.06.2019
Foto : Ulf-Kersten Neelsen. Standesamt Lübeck. Die klassizistische Villa an der Ratzeburger Allee. Quelle: FR
St. Jürgen

Es sind schon Rosetten von der Decke gefallen und im Trausaal hat es einen Wassereinbruch gegeben. Das Standesamt, das seit 1968 in der Lindeschen Villa in der Ratzeburger Allee residiert, muss dringend saniert werden. 2020 will die Stadt das in zwei Bauabschnitten angehen. 2,8 Millionen Euro kostet die Grundsanierung.

Sowohl der denkmalgeschützte Altbau von 1804 als auch der nicht denkmalgeschützte Anbau von 1967 müssen angepackt werden. Da geht es um elektrische Leitungen, Barrierefreiheit und Brandschutz, um die Erneuerung der Sanitärbereiche, des Wartebereiches und des Eingangsbereiches. Die Sanierung wird nach Angaben der Verwaltung teilweise im laufenden Betrieb umgesetzt.

Lange Geschichte

Seit 110 Jahren führt das Standesamt Geburtenregister, seit 80 Jahren Eheregister und seit 30 Jahren Sterberegister. 40000 Urkunden werden jährlich ausgestellt. Das Standesamt hat mit Menschen aus 100 Nationen zu tun. 22 Mitarbeiter sitzen auf 17,5 Stellen. 420 000 Euro nimmt das Standesamt jährlich an Gebühren ein. Bis 1968 war es in der Mühlenstraße angesiedelt, seitdem sitzt es in der Ratzeburger Allee.

Jahrelang ist an den Gebäuden nicht viel gemacht worden, weil ein Umzug des Standesamtes im Raum stand. 2013 beauftragte die Bürgerschaft die städtische Grundstücksgesellschaft „Trave“, alle Immobilien abzustoßen, die nichts mit Wohnen zu tun haben. Dazu zählt auch das Standesamt. Überlegt wurde, dass künftig im Zeughaus geheiratet werden sollte. Aber diese Idee ließ sich nie umsetzen.

Im Trausaal gab es schon einmal einen Wassereinbruch. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Vor zwei Jahren wurden alle diese Gedankenspiele beendet. Die Trave tauschte mit der Stadt Grundstücke, übergab das Standesamt an die Stadt und erhielt im Gegenzug ein Grundstück in Travemünde für den Bau von Wohnungen. Erst jetzt konnte das Gebäudemanagement in die Sanierungsplanung einsteigen.

Seit 1968 ist die Lindesche Villa in der Ratzeburger Allee der Sitz des Standesamtes. Quelle: Cosima Künzel

1200 Trauungen nehmen die 15 Standesbeamtinnen und -beamten jedes Jahr vor. „Die Form der Eheschließung ändert sich“, berichtete Leiterin Regina Teege den Politikern im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung, „dass 80 bis 100 Leute dabei sind, ist heute nicht mehr ungewöhnlich.“ In Spitzenzeiten würde sogar ein Wachmann benötigt, der für einen geordneten Ablauf sorgt. Konfetti-Kanonen seien ebenso üblich wie ein zugeparkter Grünstreifen. Innensenator Ludger Hinsen (CDU): „Die Mitarbeiter organisieren Extraleistungen. Für zwei Euro kann man einen Schnuller kaufen und es gibt einen Partygarten.“

Rund 1200 Eheschließungen nehmen die 15 Standesbeamtinnen und Standesbeamten jedes Jahr vor. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Der Bund für das Leben erfährt auch immer wieder rechtliche Änderungen. „Seit 1991 ist der Name des Mannes nicht mehr automatisch der Ehename“, erklärte die Bereichsleiterin den Politikern, es folgten die Doppelnamen und 2001 die Lebenspartnerschaften. Regina Teege: „Mittlerweile gibt es die Ehe für alle und das dritte Geschlecht. Das Standesamt ist ein Spiegelbild der Gesellschaft.“

Rund 40000 Urkunden stellen die Mitarbeiter des Standesamtes jedes Jahr aus. Quelle: Lutz Roeßler

Die insgesamt 22 Mitarbeiter des Standesamtes haben aber nicht nur mit Eheschließungen zu tun. Sie stellen jedes Jahr rund 40000 Urkunden aus – darunter zuletzt 3600 Geburts- und 3700 Sterbeurkunden. 2022 soll das Standesamt eine Reihe von Dienstleistungen online anbieten. Die Bereichsleiterin: „Ich weiß noch nicht, wie das gehen soll.“

Kai Dordowsky

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