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Lübeck Dieses Wimmelbuch ist eine Liebeserklärung an Lübeck
Lokales Lübeck Dieses Wimmelbuch ist eine Liebeserklärung an Lübeck
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13:58 10.11.2019
Stefan Bayer (55) sitzt in seinem Atelier in der Innenstadt am Schreibtisch. Hier hat er „Mein kleines Stadt-Wimmelbuch Lübeck“ gestaltet. Passend dazu ist auch ein Malbuch entstanden. Quelle: Cosima Künzel
Innenstadt

An der Obertrave badet ein Mädchen mit Nixen-Schwanz, und auf dem Krähenteich geht ein Fisch übers Wasser. Diese und unzählige amüsante, verwunderliche und auch alltägliche Dinge mehr hat Stefan Bayer (55) in seinem Wimmelbuch über Lübeck gezeichnet. Es soll nicht nur eine Freude für Kinder und Eltern sein, sondern ist auch eine Liebeserklärung an seine Wahlheimat.

Ein Buch voll amüsanter Geschichten

„Es hört sich vielleicht doof an“, sagt Bayer schmunzelnd, „aber ich liebe diese Stadt wirklich.“ In der Nähe von Kassel (Hessen) geboren, arbeitete er später in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen), wünschte sich aber immer in den Norden, möglichst an die Ostsee. „Und als ich zum ersten Mal in Lübeck war und in der Altstadt durch die Gassen ging, da war alles klar.“ 2010 zog er gemeinsam mit seiner Frau in die Hansestadt und arbeitet hier seitdem als freier Illustrator und Grafik-Designer und Cartoonist.

So zeichnet Illustrator Stefan Bayer Lübeck in seinem Wimmelbuch

Die Freude am kreativen Arbeiten entdeckte er bereits als Jugendlicher. „Ich habe mit 14 Jahren angefangen zu zeichnen und seitdem nicht mehr aufgehört“, sagt Bayer. Er schuf viele Cartoons und Comics rund um das Thema „Computer“, die in den 80er Jahren in vielen Computerzeitschriften erschienen sind. „Meine Serien ,Donald Bug‘ und ,Tony Total‘ waren in dieser Zeit sehr bekannt“, erinnert er sich.

Cartoons und Comics auch für das Günter-Grass-Haus

Später arbeitete er für Werbeagenturen als Grafiker sowie Texter und war zudem als Marketingleiter tätig. Inzwischen ist er zu seiner „ursprünglichen gestalterischen Leidenschaft“ zurückgekehrt und hat jüngst drei Cartoon-Geschenkbücher illustriert, diverse Comics und Comicserien verwirklicht, Projekte und Animationen realisiert und viele Illustrationen zu verschiedensten Themen gezeichnet. Dazu zählt auch die Publikation „Der Butt ist weg“ für das Günter-Grass-Haus, die in einer skurrilen Verfolgungsjagd durch die Hansestadt führt und Anspielungen auf das Werk von Günter Grass enthält.

Maskottchen Guntje Graugans ist immer dabei

Sein aktuelles Werk „Mein kleines Stadt-Wimmelbuch Lübeck“ (Verlag Willegoos) führt die kleinen und großen Leser gemeinsam mit Maskottchen Guntje Graugans quer durch die Stadt. Es geht zum Holstentor, an die Obertrave, an den Krähenteich, in ein Nachthaus auf der Altstadtinsel, zum Wasserspielplatz im Drägerpark, nach Travemünde und auf den Weihnachtsmarkt am Rathaus.

Kinder können Geschichten entdecken und erzählen

Als Motive hat Bayer seine Lieblingsplätze ausgesucht. Nach einer Vorauswahl hat er mit der Leiterin des Willegoos Verlages die Plätze besichtigt und ist danach erneut dorthin gegangen. „Ich habe mir das Besondere der Orte angeschaut und auch beobachtet, wie sich die Menschen dort verhalten, was sie gern machen“, erzählt der 55-Jährige. So hat er schließlich Zeichnungen mit Tusche oder Filzstift angefertigt, „die aber nicht nur irgendetwas abbilden“, so Bayer. „Sie sollen ein Angebot an die kleinen und großen Leser sein, Geschichten zu erzählen oder zu entdecken.“

Manche Figuren tauchen immer wieder auf

In diesem Sinne gibt es ein Kontingent an Figuren, das immer wieder auftaucht. „Man kann zum Beispiel ein kleines Mädchen mit Ball durch das ganze Buch verfolgen und schauen, was es am Strand, am Teich oder auf dem Weihnachtsmarkt erlebt.“ Das betrifft nicht alle Charaktere. Einige kommen nur einmal vor, „damit es auf jedem Bild auch neue Figuren gibt“, so Bayer. Und nicht zuletzt könne das Wiedererkennen der Stadtsilhouetten für alle Lübeck-Fans eine Freude sein.

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Von Cosima Künzel

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