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Lübeck Stellplatznot in Travemünde: Jetzt kommt ein neues Parkhaus
Lokales Lübeck Stellplatznot in Travemünde: Jetzt kommt ein neues Parkhaus
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Travemünde

Konkret geht es um den Bau einer Parkpalette – ein offenes Parkhaus. Es soll vier Geschosse mit fünf Parkebenen haben, die versetzt sind. Geplant sind 330 Parkplätze, davon müssen mindestens 200 für die Öffentlichkeit sein. Allerdings steht die Höhe der Parkplatzgebühren noch nicht fest. Zudem muss die Stadt noch Baurecht schaffen. Das geht aus nicht-öffentlichen Unterlagen hervor, die den LN vorliegen.

Die Politiker sind erleichtert. „Es geht los“, freut sich Ulrich Krause (CDU). Er hofft, dass der Investor den Bau schnell fertigstellt. „Endlich eine positive Entscheidung“, stimmt Thomas Thalau (CDU) zu. Aber: „Das kann nur der Anfang sein.“ Denn in Travemünde gehen etliche Parkplätze verloren, durch den Bau von Hotels, Wohnungen und der neuen Travepromenade.

Aktuell sind von den 2800 Stellplätzen in Travemünde bereits 320 weggefallen. Davon die 200 zentrale Stellplätze auf dem Parkplatz Leuchturm. Dort wird das Aja-Hotel gebaut. Zudem gibt es die 120 Stellplätze am Godewind nicht mehr. Dort entstehen Wohnungen.

Diese Parkplatznot hat während der Travemünder Woche (TW) für Chaos gesorgt. „Das habe ich in dieser Form noch nie erlebt“, sagt TW-Geschäftsführer Frank Schärffe. „Es gab eine Park-Katastrophe – innerhalb von zwei Stunden war Travemünde voll“, berichtet er. Autofahrer hätten mit ihren Wagen die Bäume an der Minigolf-Anlage zugeparkt. 1200 Knöllchen wurden während der zehntägigen Segel-Veranstaltung verteilt und mehr als hundert Autos abgeschleppt. Schärffe betont: „Es geht nicht nur um die Travemünder Woche.“ Während des Sommers würde „halb Hamburg“ ins Seebad einfallen. „In Timmendorfer Strand und Scharbeutz gibt es kostenlose Parkplätze in Wassernähe.“

Kostenlose Parkplätze wird es in Travemünde nicht geben. Aber immerhin ein neues Parkhaus am Lotsenberg – und ein weiteres am Godewind. Das zumindest hat der Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) erklärt. Denn die Stadt hat das Grundstück Godewind verkauft. Die Hälfte des Kaufpreises – 1,2 Millionen Euro – sollte die Stadt für den Bau einer Parkpalette auf der Restfläche Godewind ausgeben.

„Das haben wir beschlossen, gebaut ist sie immer noch nicht“, kritisiert Peter Reinhardt (SPD) den eigenen Senator. Schindler verspricht: „Jetzt wird dieses Geld nicht für eine Parkpalette am Lotsenberg gebraucht – nun können wir es an anderer Stelle nutzen.“ Das städtische Koordinierungsbüro Wirtschaft (KWL) soll sie am Godewind bauen und dafür die 1,2 Millionen Euro erhalten. Verwundert reagiert Jörg Hundertmark (SPD): „Die KWL sagt immer: Eine Parkpalette rechnet sich nicht.“ Und nun baue ein Privater eine Parkpalette – ohne Zuschuss. „Das ist doch merkwürdig.“ Allerdings sind die Parkgebühren im Seebad sehr unterschiedlich: In der Garage des Hotels Maritim kosten 24 Stunden zwölf Euro, die KWL nimmt vier Euro fürs Tagesticket.

Trotz zwei neuer Parkhäuser: 2019 wird es noch enger im lübschen Seebad. Denn die Travepromenade wird von Herbst 2018 bis Frühjahr 2019 umgebaut. Weitere hundert Stellplätze fallen weg. Und: Die Parkfläche am Leuchtenfeld schrumpft – von jetzt 750 Stellplätzen bleiben nur noch 400 übrig. Dort soll ein Erlebnispark entstehen. Schärffe kämpft für den Erhalt der zentralen Stellplätze. „Wir brauchen eine Multifunktionsfläche, die flexibel ist und zeitweise wieder Parkplatz werden kann.“

 Von Josephine von Zastrow