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Lokales Lübeck Uni Lübeck: „Im Focus das Überleben“
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20:06 14.01.2020
Das sechsköpfige Orga-Team der Projektwoche an der Universität zu Lübeck: Die Studierenden (v. l.) Luise Martin, Pauline Pavenstädt, Hauke Lehna, Clara Weber, Erik Jentzen, Lisa Espeter. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Sie haben den Leitgedanken ihrer Universität mal kurz modifiziert, um ihre Themenwoche zu Flucht und Fluchtursachen anzumoderieren. Denn: „Im Focus das Überleben“ steht als Titel über der Ankündigung.

„In Zeiten des Klimawandels, vieler Bürgerkriege und Fluchtbewegungen ist es uns wichtig, auf Projekte und Organisationen aufmerksam zu machen, die sich im Rahmen unserer Fachgebiete in Katastrophengebieten, aber auch in Deutschland für Menschen aus aller Welt einsetzen“, fasst es Erik Jentzen zusammen.

Erik Jentzen, Vorsitzender der Fachschaft Medizin an der Universität zu Lübeck. Quelle: Lutz Roeßler

Der Vorsitzende der Fachschaft Medizin an der Universität zu Lübeck hat fünf Kommilitoninnen und Kommilitonen um sich geschart, aus der Fachschaft Psychologie, seinem Studiengang, dem Studierendenparlament – um die insgesamt vier Veranstaltungen auf die Beine stellen zu können.

„Getragen wird die Woche aber von allen Studierenden, der Uni-Präsidentin sowie dem Alumni-Verein, der alle entstehenden Kosten übernehmen wird. Es ist also ein großes Gemeinschaftsprojekt.“ Diese Botschaft ist dem Medizin-Studenten wichtig.

Der Impuls sei durch ein Gespräch im Uni-Präsidium entstanden, merkt er an. „Professorin Gillessen-Kaesbach hatte erwähnt, dass sie Werner Strahl, den Vorsitzenden der Hilfsorganisation ,Cap Anamur’, bei einer Fachkonferenz getroffen habe und er mal gerne einen Vortrag auf unserem Campus halten wolle“, berichtet der 23-Jährige.

Und aus diesem Vorschlag sei dann mehr geworden. Zudem sieht er durch das jetzige Angebot auch einen inhaltlichen Lückenschluss. „So kommt die Katastrophenhilfe eigentlich pflichtmäßig im Curriculum des Medizinstudiums vor; allerdings wird sie häufig an den Hochschulen vernachlässigt“, weiß Jentzen.

Das sind die Termine der Themenwoche

Die Themenwoche zu Flucht und Fluchtursachen lädt zu vier abendlichen Veranstaltungen ein:

Freitag, 17. Januar, 19.30 Uhr: „Fluchtursachenbekämpfung und europäische Abschottungspolitik – Wie passt das zusammen?“, HilfsorganisationÄrzte ohne Grenzen“ (Audimax, Mönkhofer Weg 245);

Dienstag, 21. Januar, 18.30 Uhr: Dokumentarfilm „Human Flow“ vom chinesischen Künstler und Aktivisten Ai Wei, Audimax, Mönkhofer Weg 245;

Mittwoch, 22. Januar, 19 Uhr: „LebenHelfen in Krisengebieten“, HilfsorganisationCap Anamur“ (Audimax, Mönkhofer Weg 245);

Donnerstag, 23. Januar, 18 Uhr: „Interkultureller Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten“ – Infos zu verschiedenen Organisationen der Katastrophenhilfe (Audimax-Foyer, Mönkhofer Weg 245).

Für Bachelor-Studentin Luise Martin aus der Fachschaft Psychologie bestand die größte Herausforderung darin, ein stimmiges inhaltliches Bild sowie die passenden Referentinnen und Referenten für das Projekt zusammen zu bekommen. „Ich denke, dass uns das gelungen ist“, so die 21-Jährige.

So wird es einen Abend im Foyer des Audimax geben, an dem sich die in Lübeck bestehenden Initiativen präsentieren. Zudem sind neben einem Vortrag von Werner Strahl auch Schilderungen des ehemaligen Präsidenten der deutschen Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“, Dr. Tankred Stöbe, vorgesehen. Der Dokumentarfilm „Human Flow“ des chinesischen Aktivisten Ai WeiWei wird die Woche noch abrunden.

Augenzeugenberichte machen die Schicksale greifbarer

Medizin-Studentin Pauline Pavenstädt engagiert sich im Café Welcome. „Dort hört man immer sehr viel über Erlebnisse, die die Flüchtlinge hatten. Und man kann sich das gar nicht so richtig vorstellen“, sagt die 20-Jährige. Erfahrungsberichte von Menschen, die vor Ort gewesen seien, machen da die ganze Problematik und die Schicksale viel greifbarer.

Und Kommilitonin Clara Weber hat das Gefühl, dass das Flucht-Thema aufgrund der zurückgehenden Flüchtlingszahlen bundesweit generell ein bisschen in Vergessenheit geraten sei. „Zudem sind wir häufig zu sehr auf die Studieninhalte fixiert, so dass diese Veranstaltungsreihe unseren Blick öffnen wird“, betont sie.

Raus aus der „Campus-Blase“

Studierende sollten sich engagieren und bewusst werden, dass sie als zukünftige Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler Einfluss haben werden und auch in kleinen Entscheidungen viel bewirken können, so Weber.

Ähnlich sieht es die 27-jährige Lisa Espeter, Mitglied des Studierendenparlaments der Universität: „Wir leben viel zu häufig in so einer Campus-Blase. Gut also, dass wir durch so ein Projekt mal andere Denkanstöße bekommen.“

Von Michael Hollinde

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