Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Video zeigt Lübecker Orgelbauer und Kirchenmusiker
Lokales Lübeck Video zeigt Lübecker Orgelbauer und Kirchenmusiker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:10 09.01.2019
Kirchenmusiker in zwei Lübecker Kirchengemeinden – Sven Fanick.
Kirchenmusiker in zwei Lübecker Kirchengemeinden – Sven Fanick. Quelle: Ines Langhorst
Anzeige
St. Lorenz Süd

„Man weiß, worauf es ankommt“, fasst es Sven Fanick zusammen. Entsprechend kann er selbst Hand anlegen, wenn ihm ein Ton nicht gefällt, und die Register stimmen – was mitunter wöchentlich vorkommt. Dann steigt er auf die Empore der Lutherkirche, um nach „seiner“ Walcker-Orgel zu sehen. Denn Fanick ist sowohl studierter Kirchenmusiker als auch gelernter Orgelbauer.

Bei seinem Handwerk hat ihn Musiker-Kollege Tim Karweick mit der Kamera für ein Videoprojekt des Kirchenkreises beobachtet. Zusammen sind sie in das Instrument geklettert. Dabei hat Fanick auch die sogenannte Stimmkrücke gezückt. Die hat er nicht nur in der Lutherkirche dabei, sondern auch bei seinen Orgel-Besuchen in anderen Kirchen. Denn dorthin wird er ab und an gerufen, wenn mit dem jeweiligen hochkomplexen Musikinstrument etwas nicht stimmt.

Ein Instrument, das übrigens anders als heute oft gedacht, in seinen Ursprüngen gar nichts mit Kirche zu tun hatte. Ganz im Gegenteil: Kirchenväter und Päpste hatten die Orgel wegen der vielfältigen, ja zum Teil aufreizenden Klangfarben, abgelehnt. Aber ab dem 13. Jahrhundert setzten sich die Orgeln über die Klöster und Kirchen langsam durch. Ab dem 14. Jahrhundert, so heißt es, hatten alle großen Stadtkirchen eine Orgel. Mehr als 80 Orgeln stehen in Lübeck.

Die Walcker-Orgel wurde 1990 fertiggestellt. Erst im März hat sie mit dem Krummhorn ein aus 56 Pfeifen bestehendes Register erhalten. „Für ein klangvolles Orgelspiel“, sagt Sven Fanick, „ist dies von ungeheurer Bedeutung. Sonst kann das Orgelspiel schnell fade klingen.“ Feste Termine in seinem Kalender sind übrigens die Tea-Time-Concerts in Moisling. Denn auch in der dortigen Wicherngemeinde fungiert er als Kirchenmusiker.

Sechs Konzerte warten zum Abschluss der Reihe in diesem Jahr im Gemeindehaus, Andersenring 29, auf die Gäste. Bis April gibt es dort alle zwei Wochen am Sonntag um 17 Uhr Musik, wie gewohnt mit einer Pause bei Kaffee, Tee und Kuchen. Fanick selbst eröffnet die kammermusikalische Reihe am Cembalo im Barocktrio mit Jule Hinrichsen sowie Tine Schwark am Barockcello (Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=d1cuSI9j7zQ https://www.youtube.com/watch?v=d1cuSI9j7zQ).

Michael Hollinde