Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck In einem Jahr ist Wiedereröffnung
Lokales Lübeck In einem Jahr ist Wiedereröffnung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:51 18.10.2018
Diplom-Restauratorin Julia Diezemann (44) aus Hamburg von der Lübecker Firma Butt legt alte Wandmalereien in der Gebetshalle der Synagoge frei. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

„Wir sind im Zeitplan, und die Finanzierung ist gesichert“, sagt Architekt Thomas Schröder-Berkentien. 2014 startete die umfangreiche Sanierung der Synagoge in der St.-Annen-Straße, Ende 2019 soll das Gebetshaus der Jüdischen Gemeinde wieder eröffnet werden. Das bestätigen der Architekt und Mark Inger, Büroleiter der Jüdischen Gemeinde. 8,3 Millionen Euro kostet die Sanierung, die von Bund, Land und Possehl-Stiftung finanziert wird.

Im Augenblick sind bis zu sechs Restauratorinnen in der Gebetshalle damit beschäftigt, die ursprünglichen Malereien an Wänden und Decke wiederherzustellen. „Das wird ein halbes Jahr dauern“, erklärt Schröder-Berkentien. Solange bleibt die Gebetshalle komplett eingerüstet. Die Sanierung der Außenhülle ist längst abgeschlossen. In der Vorhalle wurden Gewölbe wieder hergestellt. Sie stehen auf Stahlstreben, die noch gestrichen werden. Die Nebenräume sind teilweise noch im Rohbau, Heizung, sanitäre Anlagen und Fahrstuhl müssen noch eingebaut werden.

Eka von Kalben und Alexander Olschanski, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, vor der Synagoge. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Eka von Kalben, Fraktionschefin und religionspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, hat auf ihrer Religionstour durch Schleswig-Holstein mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde über die hohen Sicherheitsauflagen diskutiert. „Die Gemeinde sagt, diese Standards seien ihr wichtig“, erklärt von Kalben, „schließlich wissen wir alle nicht, was sich in Deutschland noch entwickelt.“ Die Synagoge erhält Sicherheitsfenster, einen Zaun und eine Videoüberwachung. Die Polizeipräsenz in dem kleinen Häuschen vor dem Gebetshaus bleibt. Architekt Schröder-Berkentien stellt aber klar, dass das keine Forderungen der Gemeinde, sondern Auflagen des Landeskriminalamtes (LKA) für Synagogen seien.

Mitte der 1990er Jahre kam es zu zwei Brandanschlägen auf die Synagoge, die bundesweit Entsetzen auslösten. Seitdem habe es keine weiteren Anschläge gegeben, sagt die Gemeinde. Mark Inger berichtet aber, dass es auf dem jüdischen Friedhof in Moisling immer wieder zu Vandalismus kommt. Grabsteine würden umgeworfen, Ziegelsteine aus der Friedhofsmauer herausgebrochen.

Eka von Kalben will auf ihrer Religionstour unter dem Titel „Die Gedanken sind frei“ die Situation der Glaubensgemeinschaften erkunden und spricht gleichermaßen mit Altkatholiken, Aleviten und Buddhisten. Zugleich will die Fraktionschefin mit den Gemeinden über die Vorstellungen der Grünen von einem modernen Religionsunterricht diskutieren.

Kai Dordowsky

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Peter Schlichting (88) hatte bereits im Mai ein kreisrundes Loch in seiner Scheibe entdeckt. Die Polizei geht davon aus, dass der oder die Täter nicht zielgerichtet vorgehen.

18.10.2018
Lübeck 100 Jahre Matrosenaufstand - Friedliche Revolution in Lübeck

Das Kieler Bildungsministerium erinnert mit einer Wanderausstellung an den Matrosenaufstand vor 100 Jahren. Auch in Lübeck übernahmen Arbeiter und Soldaten die Macht – ohne Blutvergießen.

18.10.2018

In der Kleingartenanlage an der Schlutuper Straße hat es am späten Mittwochabend gebrannt: Lauben, Bäume und Hecken standen lichterloh in Flammen. 25 Feuerwehrleute konnten den Brand schließlich unter Kontrolle bringen.

18.10.2018