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Lübeck TH-Projekt beschleunigt Strom-Autobahn
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19:28 02.12.2019
Die „Hauptschlagader der Energiewende“ soll ab 2022 Windstrom von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Bayern bringen. Durch das TH-Projekt soll das Aufstellen der Strommasten beschleunigt werden können. Quelle: dpa
Lübeck

Solche Besuche sind hochwillkommen, auf jedem Hochschulcampus, Besucher, die Geld mitbringen, um Projekte zu fördern. Und diesmal ist es kein Minister oder Staatssekretär, der aus Kiel anreist, sondern Stefan Sievers, Geschäftsführer der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH).

Das gemeinnützige Unternehmen stellt jährlich rund zwei Millionen Euro für pilothafte Vorhaben und Programme bereit. Und die Technische Hochschule (TH) mit ihrem Know-how versucht jetzt, ihren Teil zur Energiewende beizutragen – dass diese ein wenig beschleunigt werden kann. Rund 150 000 Euro ist dies der EKSH wert.

Bau von Stromtrassen wird beschleunigt

„Ableitung von Erfahrungswerten für Fundex-Pfähle als Gründungselemente für Freileitungsmasten“ ist die Projektskizze überschrieben. „Doch was hier ein bisschen trocken klingt, ist die Basis der Energiewende“, erklärt Prof. Frank Schwartze, TH-Vizepräsident für Forschung und Internationales, „denn die Pfeiler, die da in der Erde stehen, brauchen wir unbedingt, um unsere Windenergie in den Süden zu bekommen.“

Die Rede ist von den Stromtrassen, die durch das Land von Nord nach Süd verlaufen sollen; vor allem sind es die oberirdischen Hochspannungsleitungen mit den riesigen 380 kV-Masten. Und vor dem Hintergrund, dass Schleswig-Holstein vor wenigen Tagen im aktuellen Vergleich der Bundesländer im Bereich erneuerbarer Energien und Öko-Energie einen Spitzenplatz erobern konnte, komme das TH-Projekt genau zur rechten Zeit, betont Schwartze.

Freileitungsmast ist durch Pfähle im Erdreich verankert

Doch worum geht es? Dazu Experte Jan Lüking, Professor für Geotechnik und Leiter des Labors für Geotechnik am Fachbereich Bauwesen der TH: „In den nächsten Jahren wird für die Stromautobahnen in unserem Land eine große Anzahl an neuen Freileitungsmasten errichtet werden müssen.“

Diese Freileitungsmasten werden in der Regel auf Pfählen tief im Erdreich verankert, also „gegründet“ wie der Fachmann sagt. Und als Pfahltyp hat sich insbesondere der „Fundex“-Pfahl bewährt, der als Pfahlgruppe mit bis zu 16 Pfählen unter jeder Ecke eines solchen Freileitungsmastes angeordnet wird.

Probebelastungen sind zeit- und kostenintensiv

Entsprechend kommen 60 bis 70 Verankerungspfähle pro Stommast zusammen. Und dass diese nicht einfach so in den Boden gerammt werden können, erklärt sich von selbst. „Zwar liegen Erfahrungswerte zur Zug- und Druckbelastung durch zum Beispiel Windeinwirkung dieser Pfähle vor, aber viel zu wenige für den bindigen Bodentyp, den wir in Schleswig-Holstein haben“, sagt der Professor.

Somit liege eine deutliche Bemessungslücke vor, die Verzögerungen bei der Ausführung verursacht, da auf den Baustellen kosten- und zeitintensive Pfahlprobebelastungen durchgeführt werden müssen.

Zeitersparnis von zwei bis drei Monaten möglich

„Gerade im Hinblick auf die Umsetzung des engen Zeitplans der Energiewende ist eine Beschleunigung bei der Bemessung und Ausführung der Stromtrassen daher von entscheidender Bedeutung“, so Lüking. Nun hat er das Ziel, jeden Strommast zwei bis drei Monate früher aufstellen zu können. „Das ist dann in der Summe eine wesentliche Beschleunigung“, resümiert der Fachmann.

„Daher wollen wir nun vorhandene Datensätze aus dem norddeutschen Raum für die Gründung der Freileitungsmasten zusammentragen sowie wissenschaftlich auswerten und ableiten, eigene Simulationen und Tragmodelle entwickeln sowie einen eigenen Feldversuch unternehmen“, zählt er auf.

Prof. Jan Lüking (v.l.) zeigt Stefan Sievers (EKSH) sowie Jan Heitmann, Juniorchef des Stader Unternehmens Pfahlgründung König, das TH-Labor für Geotechnik. Quelle: Lutz Roeßler

Von Michael Hollinde

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