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Lübeck TomTom-Studie zeigt: Hier ist am meisten Verkehr in Lübeck
Lokales Lübeck TomTom-Studie zeigt: Hier ist am meisten Verkehr in Lübeck
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16:50 13.02.2020
Die Straße „Bei der Lohmühle“ gehört zu den meistbefahrenen Straßen in Lübeck. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Autofahren in Lübeck? Da denken viele sofort an Stress, Stau und Baustellen. Besonders zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends läuft der Verkehr auf einigen Streckenabschnitten ziemlich zäh. Dass es Handlungsbedarf gibt, liegt auf der Hand. Deswegen sollen ab Mitte des Jahres Baustellen und Verkehr mit der Hamburger „Roads“-Software koordiniert werden. Dabei wollen Lübeck und Hamburg miteinander kooperieren und größere Baumaßnahmen aufeinander abstimmen.

Welche Lübecker Straßen besonders in der Rush Hour stark befahren sind, zeigt jetzt eine Auswertung des Navigationsgeräteherstellers TomTom, der nach LN-Anfrage Daten für die Hansestadt gesammelt hat.

So berechnet TomTom die Verkehrsdaten

TomTom wertet anonymisierte GPS-Daten aus. Dabei handelt es sich um Floating Car Data, also Daten von Fahrzeugen, die tatsächlich Teil des Verkehrsgeschehens sind beziehungsweise waren. Floating Car Data umfassen sowohl Informationen über den Zustand des Fahrens als auch Zustandsdaten des Ortes beim Stehen, zum Beispiel im Stau, vor Ampeln oder auf einem Warteplatz. Jeder Datensatz beinhaltet zum einen den Zeitstempel, zum anderen die aktuellen Ortskoordinaten. Durch den Einsatz des Floating-Car-Data-Verfahrens werden Autos zu mobilen Sensoren für den Verkehr.

Die Daten berücksichtigen sowohl Fahrten von professionellen Kraftfahrern als auch berufliche und private Fahrten. Die GPS-Daten stammen dabei sowohl aus portablen Navigationsgeräten von TomTom, als auch aus festeingebauten Navigationsgeräten sowie Smartphones.

Insgesamt steuern weltweit mehr als 600 Millionen anonymisierte, mobile Datenquellen Informationen zum TomTom Traffic Index bei. Täglich legen diese mobilen Sensoren im Schnitt 3,5 Milliarden Kilometer Fahrleistung zurück.

Autobahn 1, 20 und 226 bei Lübeck besonders stark befahren

Laut der TomTom-Daten gehört der Autobahnabschnitt zwischen dem Kreuz Lübeck und der Autobahn 226 zu den am stärksten befahrenen Straßen in Lübeck – zur Rush Hour morgens und abends kann es hier in beiden Richtungen eng werden. Auch der Autobahnabschnitt der A 20 zwischen dem Kreuz Lübeck und der Ausfahrt Lübeck-Süd gehört zu den meistbefahrenen Streckenabschnitten Lübecks: TomTom hat hier mehr als 220 000 Autofahrer im Jahr 2019 registriert, die durch ein Navigationsgerät oder eine App Daten an TomTom gesendet haben.

TomTom-Daten zeigen: Hier ist am meisten Verkehr auf Lübecks Straßen. Quelle: Jochen Wenzel

Auf beiden Abschnitten misst TomTom allerdings keine signifikanten Unterschiede zwischen den Hauptverkehrszeiten und den Zeiten dazwischen – der „Free-Flow-Zeit“. Die Geschwindigkeiten der Autos blieben mehr oder weniger gleich bei etwa 90 Stundenkilometern, was laut TomTom auf einen relativ guten Verkehrsfluss schließen lässt. Die Morning Rush Hour definieren die Navi-Profis dabei von 6 bis 9 Uhr, die abendliche Rush Hour von 15 bis 19 Uhr.

Das sind die Stau-Hotspots in Deutschland

Platz 1 der Deutschen Stau-Hauptstädte nimmt die Hansestadt Hamburg ein. Laut Analyse der Verkehrsmuster durch den Kartierungsspezialisten TomTom folgen auf den nächsten Plätzen Berlin, Wiesbaden, München, Nürnberg und Stuttgart. Bonn, Kassel, Bremen und Frankfurt am Main vervollständigen die Top-10-Liste der Städte in Deutschland, in denen Autofahrer im vergangenen Jahr die meiste Zeit durch Verkehrsbehinderungen verlieren.

Auffällig bei der Betrachtung der Verkehrsmuster seien die ausgeprägten Stauspitzen am Morgen und am Abend, die ein erkennbares Pendlerverhalten belegen, erläuterte TomTom. „Viele Pendler wählen trotz zahlreicher alternativer Verkehrsangebote weiterhin das Auto, um zur Arbeit zu gelangen.“ Die Notwendigkeit einer Verkehrswende sei in der Gesellschaft zwar bewusst, jedoch fehle nach wie vor die notwendige Konsequenz, diese auch umzusetzen.

Auch um die Autobahnzufahrten ist die Verkehrsbelastung hoch: Die Straße „Bei der Lohmühle“ gehört laut „TomTom“ zu den am meisten befahrenen Straßen in Lübeck. In den Abendstunden wurden hier Geschwindigkeiten von durchschnittlich 13 Stundenkilometern gemessen – zwischen den Hauptverkehrszeiten wird hier mit durchschnittlich 33 Kilometern pro Stunde gefahren.

Auch im Lübecker Stadtgebiet gibt es Verkehrs-Hotspots

Im Lübecker Stadtgebiet ist den Analysten von „TomTom“ besonders die Stockelsdorfer Straße und die Fackenburger Allee aufgefallen. „Hier ist die Rush Hour ganz klar erkennbar“, sagt eine „TomTom“-Sprecherin. „Sowohl morgens als auch abends ist die Geschwindigkeit hier etwa 10 Kilometer pro Stunde weniger als im Free Flow. Die Fahrtzeit erhöht sich hier während der Hauptverkehrszeiten um etwa drei Minuten.“

Gleiches gilt für die Geniner Straße und die Baltische Allee. Autofahrer mit „TomTom“-Navigationsgerät oder App fahren hier in zwischen den Hauptverkehrszeiten bis zu 18 Kilometern pro Stunde schneller als zur Rush Hour – hier sollten Autofahrer auf jeden Fall etwas Extra-Zeit einplanen.

In der Kieler Straße müssen Pendler mit dem Auto noch mehr Geduld aufbringen. Zur Rush Hour lag die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrer im vergangenen Jahr sogar 28 Stundenkilometer unter dem Wert zur Free-Flow-Zeit: Morgens und abends wird hier mit etwa 30 Stundenkilometern gefahren, dazwischen mit durchschnittlich 53 Stundenkilometern.

Auch in der Einsiedelstraße bis zur Eric-Warburg-Brücke wurde eine sehr hohe Verkehrsbelastung gemessen. „Auch hier ist eine Rush Hour ganz klar erkennbar“, sagt eine TomTom-Sprecherin. „Abends fällt der Unterschied am meisten auf. Da fahren die Autos rund 14 Stundenkilometer langsamer als zwischen den Hauptverkehrszeiten.“

TomTom: Straßen in der Innenstadt „sind teilweise an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen“

Insgesamt fällt die Bewertung des Verkehrs in Lübeck von „TomTom“ nicht schlecht aus. „Obwohl es sich hier um stark befahrene Straßen handelt, können wir keine massiven Störungen im Jahresdurchschnitt erkennen“, sagt eine Sprecherin. „Auf den Autobahnen zeigen Durchschnittsgeschwindigkeit und Reisezeit zur Rush Hour keine großen Veränderungen im Vergleich zum Free Flow. Der Verkehr fließt ohne größere Störungen.“

Für den innerstädtischen Bereich spricht TomTom allerdings eine Warnung aus: „Auf den Straßen in der Stadt sehen wir teilweise in der Rush Hour klare Veränderungen gegenüber dem Free Flow – innerstädtische Straßen sind teilweise schon an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen.“

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Von Hannes Lintschnig

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