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Lübeck Toter im Lübecker Stadtpark: So erlebten Anwohner den Schusswechsel
Lokales Lübeck Toter im Lübecker Stadtpark: So erlebten Anwohner den Schusswechsel
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20:00 05.11.2019
Der Tag danach: Am Lübecker Stadtpark ist am Sonnabend ein Mann von der Polizei erschossen worden. Quelle: Holger Kröger
St. Gertrud

Nebel ist aufgezogen im Lübecker Stadtpark, das rot-weiße Absperrband der Polizei flattert im Wind, Polizisten bewachen die Zugänge zur Parkanlage: Am Tag nach der Schießerei im Stadtpark in St. Gertrud, bei dem am Sonnabendnachmittag ein 52-jähriger Mann von der Polizei erschossen wurde, sitzt der Schock bei Anwohnern und Spaziergängern noch tief.

Anwohnerin: „Ich habe acht Schüsse gehört“

Am Eingang des Stadtparks in der Roeckstraße Ecke Parkstraße steht ein Polizeiwagen. Mehrere Beamte sitzen darin und kontrollieren, dass niemand die Parkanlage betritt. Eine Frau kommt mit ihrem Hund vorbei, sie wollte eigentlich durch den Park spazieren gehen – wie jeden Sonntag. „Eine Schießerei? Davon habe ich nichts mitbekommen. Das ist ja schrecklich“, sagt sie und dreht wieder um.

Eine Anwohnerin in der Parkstraße hat mehr von der Schießerei mitbekommen – viel mehr, als ihr lieb ist. „Das war schlimm“, sagt die Frau, die auf ihrem Balkon steht, einen weißen Bademantel trägt und eine Zigarette raucht. „Ich habe acht Schüsse und Schreie gehört. Ich hatte solch eine Angst.“

Mann ist auf Nachbarbalkon zusammengebrochen

Gegen 16.15 Uhr am Sonnabend kam die Frau nach Hause, sie hat noch kurz mit ihrem Nachbarn gesprochen, dann wurde es gefährlich. „Erst hat irgendjemand so laut geschrien, dann kamen die Schüsse. Ich war total geschockt“, berichtet die Frau.

Nach einem Schusswechsel mit der Polizei ist der 52-Jährige Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft vor einer Villa zusammengebrochen und konnte nicht mehr reanimiert werden. „Das war direkt bei meinem Nachbarn auf dem Balkon, den kann ich von hier sehen“, sagt die Frau.

In der Parkstraße kam es am späten Nachmittag zu einer Schießerei mit der Polizei, in deren Verlauf ein 52-Jähriger getötet wurde.

52-Jähriger wollte vor Polizei fliehen

Die Fensterscheibe der Villa ist abgeklebt, die Spurensicherung hat am Sonnabend bis 21.45 Uhr auf dem Balkon nach Hinweisen gesucht. „Er wollte vor der Polizei fliehen und in das Haus rein“, sagt die Anwohnerin aus der Parkstraße, die den Mann auf dem Balkon hat liegen sehen. „Aber das hat er nicht geschafft. Diese Bilder in meinem Kopf, es ist schrecklich!“

Nach dem furchtbaren Erlebnis wünscht sie sich, dass wieder Ruhe einkehrt. „Was war hier gestern alles los, so viele Polizisten. Die haben bis in die Nacht hier gesucht. Hoffentlich hat das bald ein Ende und es wird wieder ruhig.“

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Von Hannes Lintschnig

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