Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Keine neuen Touristen-Betten mehr auf dem Priwall?
Lokales Lübeck Keine neuen Touristen-Betten mehr auf dem Priwall?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:49 19.09.2018
Die Fähre ist weg, wann kommt die nächste? Die langen Wartezeiten sind vor allem für Priwallbewohner und Pendler ein Ärgernis. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Die Sorgen der meisten Besucher konnte sie nicht zerstreuen, obwohl Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) bei der Informationsveranstaltung der Gemeinschaft der Priwallbewohner betonte, dass es in ihrem Fachbereich über das Waterfront-Projekt hinaus keine weiteren Ideen für eine touristische Entwicklung auf dem Priwall gebe.

Waterfront am Passathafen, Bau von Ferienappartements auf kleinsten freien Grundstücken, extrem zunehmender Autoverkehr, lange Wartezeiten an der Fähre, die Wohnstraßen zugeparkt: Die Stimmung unter etlichen Priwallbewohnern ist schlecht, viele haben vom Tourismus-Boom und dessen Folgen sprichwörtlich die Nase voll. Zudem die Ungewissheit: Was passiert mit der Berufsbildungsstätte, wenn diese 2025 wegzieht? Entstehen auf dem Kohlenhof weitere Touristenbetten? Wie sehen die Pläne für das ehemalige Krankenhausgelände aus? Antworten auf diese und andere Fragen erhofften sich Gemeinschafts-Vorsitzender Eckhard Erdmann sowie die knapp 50 Besucher auf der Informationsveranstaltung des Vereins im Lokal „Seglermesse“.

„Über das Waterfront-Projekt hinaus gibt es keine weiteren Ideen für eine touristische Entwicklung auf dem Priwall“, betonte die Senatorin gleich zu Anfang der Veranstaltung. In Sachen Kohlenhof-Bebauung erarbeite die Untere Naturschutzbehörde zurzeit ein Gutachten zur Fragestellung, ob das Areal schützenswert sei. Ende 2018 soll es vorliegen. Dann müsse die Politik entscheiden. Ein Bebauungsplan für den zweiten Bauabschnitt Waterfront stehe auf der Warteliste, andere Pläne für Wohnungsbebauung im Lübecker Stadtgebiet hätten dagegen Priorität. Karsten Schröder, Bereichsleiter Stadtplanung und Bauordnung, ergänzte: „Das Projekt ist bei uns noch nicht auf der Arbeitsagenda.“ Matthias Braun, Geschäftsführer des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer, wies darauf hin, dass es bei dem Gutachten primär um die Frage gehe, ob die Bebauung des Kohlenhofs eine wesentliche Änderung des Erscheinungsbildes zur Folge haben würde. Sollte dies der Fall sein, und dies werde sicherlich niemand bestreiten, müsse die Fläche geschützt werden.

Ob und was auf dem Gelände an der Wiekstraße, auf dem wahrscheinlich noch bis 2025 die Berufsbildungsstätte der Handwerkskammer Lübeck ihr Domizil hat, nach deren Auszug gebaut wird, konnten weder Hagen noch Schröder beantworten. „Es handelt sich um eine Liegenschaft im Privatbesitz“, so die Senatorin. Die Stadt habe jedoch über die Flächennutzungs- und die Bebauungsplanung genug Möglichkeiten, eine „vernünftige und verträgliche Bebauung zu erwirken.“ Es werde auf jeden Fall eine Bürgerbeteiligung geben. Stadtplaner Schröder: „Wir wollen aber ein touristisches Projekt nicht ausschließen, davon gibt es verschiedene Formen.“ Möglich sei aber auch ein Mix von Wohnen und Arbeiten. Es müsse eine für alle Betroffenen verträgliche Nutzung gefunden werden.

Auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses an der Mecklenburger Landstraße, dessen Gebäude von der Stadt zurzeit als Archiv genutzt werden, soll nach der Vorstellung von Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) preiswerter Wohnraum entstehen, bevorzugt Mietwohnungen, teilte Senatorin Hagen mit. Deutliche Kritik aus der Versammlung wurde an der Verkehrssituation auf dem Priwall und vor allem an den Wartezeiten an den Fähranlegern geübt. „Das ist ein kritischer Knotenpunkt, die Kapazität der Fähren wird derzeit überstiegen. Es knirscht“, gestand Stadt-Verkehrsplaner Benjamin Werner ein. Problematisch seien auch die Parksituationen im Bereich des Rosenhofs und der Berufsbildungsstätte. Die Gespräche zur Erstellung eines Verkehrskonzepts seien noch nicht abgeschlossen. Priwall-Gemeinschafts-Vorsitzender Erdmann sprach dazu deutliche Worte: „Wenn man ein Projekt etwa wie Waterfront plant, muss man vorher wissen, wie ein Verkehrskonzept aussehen soll und nicht erst hinterher damit anfangen.“ Eine Besucherin beklagte: „Die Wohnqualität auf dem Priwall hat gewaltig gelitten.“ Ein anderer: „Wir vertrauen der Verwaltung nach unseren Erfahrungen in der Vergangenheit nicht mehr.“

Thomas Krohn

1032 Läufer messen sich am Freitag im Stadion Buniamshof. Höhepunkt ist die Senatsstaffel um 13 Uhr – LN Online berichtet mit Live-Streams.

19.09.2018

26 Lkw-Fahrer wurden am Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde von der Polizei kontrolliert. Sechs Fahrer waren alkoholisiert.

19.09.2018

Für fast vier Millionen Euro wurde das Bistro im Lübecker Uni-Zentralklinikum modernisiert. An sieben Tagen in der Woche finden Mitarbeiter und Besucher ein wohlschmeckendes Angebot.

18.09.2018