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Lübeck Travejazz Festival zum Fünften
Lokales Lübeck Travejazz Festival zum Fünften
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23:10 23.06.2018
Die Macher des Travejazz Festivals: Stefan Goes, Felix Griese, Dominik Steinhagen, Thorsten Hingst, Joachim Lipfert, Christian Idel und Michael Weiß stimmen sich vor der Kulisse des Schuppens 6 schon einmal ein.
Die Macher des Travejazz Festivals: Stefan Goes, Felix Griese, Dominik Steinhagen, Thorsten Hingst, Joachim Lipfert, Christian Idel und Michael Weiß stimmen sich vor der Kulisse des Schuppens 6 schon einmal ein. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Innenstadt

Irgendwie haben sie im Vorstand rotiert, aber wirklich entscheidend ist das für den kleinen Verein, der den Jazz an die Trave bringt, nicht. „Bei uns gibt es keine Hierarchien“, sagt Vorstandsmitglied Stefan Goes. Alles wird ehrenamtlich, quasi nebenbei, organisiert, die Auswahl des Programms bestimmen die rund 15 Mitglieder selbst – und ganz offensichtlich in schöner Einmütigkeit. In dieser Einmütigkeit haben sie, so Vorsitzender Felix Griese, für die Tage an der Trave ein Programm zusammengestellt, das in gewisser Weise „mutig“ sei.

Wenn vom 6. bis 9. September das fünfte Travejazz Festival in der Altstadt stattfindet, können die Organisatoren zwar auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen, doch sie wollen das Festival weiterentwickeln und probieren deshalb Neues. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

Mutig, weil – anders als in den Vorjahren – keine Bigbands, kein Funk und kein Soul mehr im Mittelpunkt stehen. „Und weil wir auch unbekanntere Musiker im Programm haben“, sagt Griese.

Wie in den Vorjahren jedoch spielt das Geschehen rund um die Open-Air-Bühne am Schuppen 6, auch wenn die Bauarbeiten an dieser Stelle der Untertrave eine Herausforderung für Veranstalter und Stadt darstellen. Insgesamt gibt es allerdings sechs Bühnen an vier Spielstätten. Zum Auftakt am Donnerstag gibt es beim CVJM in der Großen Petersgrube „Urbanjazz“ mit dem Trio Berlin 21 um Schlagzeuger Torsten Zwingenberger. Ein Programmpunkt, den Pastor Joachim Lipfert, inzwischen Mitglied des Vereins, ausgewählt hat.

Schon eine Tradition beim Travejazz Festival ist, dass der Sonnabend auf der Turmgalerie von St. Petri beginnt. Hier hat sich der Lübecker Kontrabassist Florian Galow mit dem Gitarristen David Grabowski zusammengetan. Ebenso Tradition ist, dass in St. Jakobi ein Jazz-Gottesdienst gefeiert wird – organisiert von Pastor Lutz Jedeck und Fiete Felsch von der NDR-Bigband. Dieses Mal mit dem Saxofonquartett Q 4. Vocaljazz bietet der Lübecker Chor Fanjazztic am Freitag mit einem A-capella-Repertoire, das von Weather Report bis Sting reicht. „Die Einbindung von St. Petri und St. Jakobi“, sagt Stefan Goes, „gehört zum Kernkonzept unseres Festivals.“ Die Partnerschaften, auch die mit dem Verein Jazzpool, sagt Felix Griese, „möchten wir pflegen“.

Auch 2018 bietet das Festival wieder viel Abwechslung. Zwei Top-Acts präsentieren die Veranstalter am Sonnabend: Nachmittags gibt es „Quartettjazz“ von und mit Sebastian Studnitzky

, abends wartet „Mainjazz“ mit dem schwedischen Pianisten Jacob Karlzon auf die Jazzfans. Auch die Jüngsten kommen wieder auf ihre Kosten: Das Lübecker Kidsjazz-Ensemble präsentiert am frühen Sonnabendnachmittag „Maladextros Zauberschloss“.

Neu: Die Verleihung des Lübecker Jazzpreises durch den Verein Jazzpool an herausragende Nachwuchsjazzer findet im Rahmen des Nachmittagskonzertes am Sonnabend statt. Preisstifter sind Björn Engholm und Frank-Thomas Gaulin. Gleich im Anschluss an die Verleihung geben die Preisträger eine Kostprobe ihres Könnens.

Bei vielen der Konzerte ist der Eintritt frei. „Zudem geben wir etliche Karten an die Kulturtafel“, sagt Stefan Goes. Die Macher des Festivals rechnen mit rund 2000 bis 2500 Gästen. Dabei setzen sie zum einen auf ein Stammpublikum, hoffen aber auch, dass sie Jahr für Jahr Besucher aus dem Umland anziehen. „Unser Ziel ist es“, sagt Musik-Journalist und Vereinsmitglied Thorsten Hingst, „dass Travejazz als Marke begriffen wird.“ Ein wenig scheint man dem Ziel näher gekommen zu sein, denn inzwischen habe der Verein schon ein relativ großes Netzwerk, zudem kämen etliche Anfragen von Agenten einzelner Musiker oder Bands, die gern auf dem Festival spielen wollten. Doch davon lässt sich niemand unter Druck setzen. „Es ist schön, dass wir als kleiner, ehrenamtlicher Verein alles so machen können, wie wir es wollen“, betont Stefan Goes. Dennoch soll das Festival sich stets weiterentwickeln – „mit regionalem Bezug, aber auch mit Blick über den Tellerrand hinaus“, steht für Thorsten Hingst fest

Termine und Tickets

Tickets sind ab sofort erhältlich im LN-Pressehaus, Pressezentrum, bei Hugendubel, der LTM oder online: https://shop.luebeck-ticket.de/. Alle Preise plus Vorverkaufsgebühren. Ermäßigung für Schüler, Studenten und Schwerbehinderte.

Freitag: 20 Uhr, KAMA Quartet feat. Nippy Noya / Three Fall & Melane, Schuppen 6, Tickets 29 Euro, ermäßigt 24 Euro; 23.30 Uhr, Jazul Duo, St. Petri, zehn Euro / acht Euro.

Sonnabend: 10.30 bis 13.30 Uhr, Duo Florian Galow & David Grabowski, St. Petri, Turm, Preis für Turmauffahrt: 3,80 Euro Erwachsene, 2,50 Euro Kinder; 15 Uhr, Takadoon / Sebastian Studnitzky/

KY organic, Schuppen 6, 19 Euro/ zwölf Euro; 20 Uhr, Tini Thomsen MaxSax / Jacob Karlzon, Schuppen 6, 29 Euro / 24 Euro.

Festivalticket: Gültig für alle Konzerte am Freitag und Sonnabend mit Ausnahme des Konzertes auf dem Petri-Turm, 60 Euro / 50 Euro.

Vollständiges Programm und weitere Details zu den Tickets unter www.travejazz.de.

Sabine Risch