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Lübeck Deutschlands erste Fähre mit Handyticket
Lokales Lübeck Deutschlands erste Fähre mit Handyticket
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16:23 29.01.2019
Bernd Raasch, Betriebsleiter des Stadtverkehrs, demonstriert das neue Vertriebssystem auf seinem Handy. Quelle: Lutz Roeßler
Travemünde

Die Priwall- und die Norderfähren, die zwischen Travemünde und der Halbinsel verkehren, fahren in ein neues Zeitalter. Ab sofort können Passagiere ihre Tickets über ihre Handys kaufen. „Das ist für uns ein weiterer Schritt auf dem Weg der Digitalisierung“, sagt Andreas Ortz, Geschäftsführer des Stadtverkehrs.

Das Handyticket für die Fähren ist zugleich ein Pilotprojekt, um solche Vertriebswege später auch in den Bussen des Stadtverkehrs einzuführen. „Das wird aber nicht vor 2020, eher 2021 passieren“, sagt Ortz.

Komplexes System

Seit zwei Jahren sucht das Verkehrsunternehmen nach einem elektronischen Bezahlsystem. „Es ist eine komplexe Anwendung“, erklärt Bernd Raasch, Betriebsleiter des Stadtverkehrs. Denn die Fähren befördern sowohl Fußgänger als auch Radfahrer und Kraftfahrzeuge. Und es gibt Einzelfahrscheine, aber auch Zeitkarten.

Bei einer Veranstaltung in Hamburg lernte Raasch Uwe Engels kennen, den deutschen Vertreter des israelischen Start-ups „Hopon Mobility“. Diese junge Firma hat bereits Handyticket-Systeme für Busse in Tel Aviv, Haifa und Tschechien entwickelt. „In Lübeck sind wir erstmals im Fährbereich tätig“, erklärt Engels, „unseres Wissens ist das Handyticket bei Fähren deutschlandweit einmalig.“

Seit Jahrzehnten verbinden sie Travemünde und den Priwall: die Priwall- und Norderfähren. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie für mehr Fotos.

Registrierung über App

„Fähr Tic“ läuft sowohl auf iPhone als auch Smartphone. Die Nutzer müssen sich über eine kostenlose App registrieren und dort ihre Bankdaten hinterlegen. Bezahlt wird per Sepa-Lastschriftverfahren oder per Kreditkarte über einen Payment-Betreiber. Die Lokalisierung des Nutzers erfolgt über GPS oder kleine Sender, die an den Fährplätzen installiert sind. „Das System erkennt, dass jemand auf die Fähre fährt“, erklärt Betriebsleiter Raasch. Beim Verlassen der Fähre erfolgt das Aus-Checken automatisch.

Drei Prozent Rabatt auf Fährpreis

Mit „Fähr Tic“ können sowohl Einzeltickets als auch Zeitkarten gekauft werden. Ausnahme: Jahreskarten fallen nicht unter den Service. „Die sind bereits in hohem Maße rabattiert“, sagt Raasch. Handynutzer müssen dafür sorgen, dass ihr mobiles Endgerät geladen ist, damit sie den Kontrolleuren den Kauf des Tickets nachweisen können. Die „Fähr Tic“-Nutzer erhalten drei Prozent Rabatt auf den Fahrpreis – ein Erwachsener zahlt dann für die einfache Fahrt 1,36 statt 1,40 Euro. Warum der Stadtverkehr sich gerade für drei Prozent Rabatt entschieden hat, können die Führungskräfte nicht so richtig erklären. „Wir haben dabei natürlich auch die Einnahmen der Fähren im Blick“, sagt Betriebsleiter Raasch.

Uwe Engels ist der Deutschland-Vertreter des israelischen Start-ups, das das elektronische Bezahlsystem entwickelt hat. Engels: „Unseres Wissens ist das Handyticket bei Fähren deutschlandweit einmalig. Quelle: Lutz Roeßler

Ab Dienstag im Betrieb

Am Dienstag ist das System offiziell in Betrieb gegangen. „Erste Fahrkarten wurden aber bereits verkauft“, berichtet Unternehmenssprecherin Gerlinde Zielke. Findige Fahrgäste hätten die App im Netz gefunden und gleich genutzt. Der Stadtverkehr, der jährlich knapp zwei Millionen Personen sowie eine Million Kraftfahrzeuge und Zweiräder befördert, hoffe, dass zehn Prozent auf den neuen Vertriebsweg umsteigen, sagt Geschäftsführer Ortz. Im Fokus stehen dabei die vielen Touristen, die jedes Jahr auf dem Priwall gastieren. „Wir informieren die Touristen über die Vermieter, an die wir Flyer verteilen“, erklärt Betriebsleiter Raasch.

Bezahlung am Automaten weiter möglich

Amir Rosenzweig, Geschäftsführer der israelischen Firma „Hopon“, freut sich über den Einsatz seiner Technologie in Lübeck: „Unser Hauptaugenmerk lag schon immer darauf, den Fahrgästen einen schnellen und einfachen Ticketkauf zu ermöglichen.“ Für die Israelis und ihre deutschen Vertriebspartner ist „Fähr Tic“ die pure Werbung auf dem deutschen Markt. Deutschland-Vertreter Engels: „Wir können möglichen Vertriebspartnern sagen, fahrt nach Travemünde und schaut euch das System an.“

Fähr-Fahrgäste, die ihre Karten weiterhin am Automaten kaufen wollen, können das tun. „Fähr Tic“ sei nur ein weiterer Vertriebsweg, versichern die Führungskräfte des Stadtverkehrs. Und keiner der 36 Jobs bei den Priwallfähren werde dadurch eingespart.

Kai Dordowsky

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