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Lübeck Die Persiluhr steht
Lokales Lübeck Die Persiluhr steht
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19:32 26.11.2018
Siegfried Austel (l.) und Willi Altenburg vom Heimatverein Travemünde stoßen auf die Persiluhr an. Quelle: Lutz Roeßler
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Travemünde

Nun steht sie tatsächlich, die Persiluhr, die es nur noch in 20 anderen deutschen Städten gibt. „Wir haben die letzte bekommen“, freut sich Siegfried Austel, erster Vorsitzender des Heimatvereins Travemünde. Und Vereinsfreund Willi Altenburg reibt sich immer noch leicht verwundert die Augen, als der Werbeträger schließlich um 9 Uhr im Dr. Zippel-Park unweit der Bushaltestelle „Außenallee“ tatsächlich zusammengebaut ist. „Ich könnte mich bekringeln vor Begeisterung“, sagt der engagierte Senior und gesteht, dass er eigentlich gar nicht mehr an die Realisierung geglaubt habe.

Ursprünglich stand hier mal ganz in der Nähe eine „Normaluhr“, genau genommen ein fünf Meter hoher „Reklamepfeiler mit Zeitanzeige“, aufgestellt 1922 im ehemaligen Kurgarten. Sie war ein echter Begriff unter den Travemündern. Als sie dann im Laufe der Zeit auch mit Werbung für das Waschmittel „Persil“ versehen worden war, taufte sie der Volksmund „Persiluhr“. Allerdings musste sie ihren angestammten Platz für die Erweiterung des Parkplatzes am „Arosa“-Hotel, dem früheren Kurhaus-Hotel, verlassen. So verschwand sie für eine Weile.

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Stadtwerke übernehmen die Stromrechnung

Doch dank des Engagements der Travemünder Handwerkergemeinschaft wurde sie einige Zeit später auf dem jetzigen Platz bei der Bushaltestelle wieder aufgestellt. „Tja, und dann begann die Tragödie mit der plötzlichen Verschrottung, ohne dass wir Kenntnis davon bekommen hatten, um sie davor retten zu können“, so Austel, der auch Chef des Seebadmuseums im Ostseebad ist. Ein Nachbau der ursprünglichen Uhr hätte mit rund 25 000 Euro zu Buche geschlagen, so dass man auf die Idee mit der Original-Persiluhr gekommen sei, blickt er zurück. Bande zur Düsseldorfer Firma Henkel wurden geknüpft und die lübsche Verwaltung eingeschaltet. Das war vor drei Jahren – und es folgten viele Akte wie in einem Theaterstück (die LN berichteten).

Nun dauerte es nur ganze 45 Minuten, um die drei Teile der Persiluhr zu montieren. „Der kann auch der stärkste Sturm nichts anhaben“, versichert Olaf Tiedemann, Chef der gleichnamigen Maschinenbau-Firma. Er ist in Sachen Familientradition unterwegs; denn schon sein Großvater Max hat die frühere „Normaluhr“ mit angefertigt, und Vater Manfred hat an diesem Morgen den Lkw mit Ladekran gefahren. Das allein zeige schon, was für Teamarbeit hinter dem Projekt stehe, betont Austel. So weist er noch darauf hin, dass ohne die initiale Finanzspritze des inzwischen verstorbenen Mäzens Friedrich Wilhelm Bracht das Vorhaben gar nicht hätte angepackt werden können.

Travemünde hat ein weiteres Wahrzeichen

Am Donnerstag, 6. Dezember, soll es übrigens ab 19 Uhr eine kleine Einweihungsfeier im Seebadmuseum in der Torstraße geben. Dazu sind auch die Stadtwerke Lübeck eingeladen; sie stellen zukünftig die Stromversorgung der Persiluhr sicher.

Michael Hollinde

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