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Lübeck Travemünder Woche bringt mit einer neuen Bühne das Segeln ans Land
Lokales Lübeck Travemünder Woche bringt mit einer neuen Bühne das Segeln ans Land
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10:27 19.07.2013
Neu, teamorientiert – das ist die Segel-Bundesliga. Zum Auftakt segelte die Crew des Lübecker Yacht-Clubs (am Steuer Svenja Puls) auf Rang elf. Quelle: Bergmann
Lübeck

Er ist mit seinen 7,5 Metern höher als ein Fahnenmast, thront vor dem „Piraten-Spielplatz“ mitten im Sand zu Füßen der Stufen zur Strandpromenade. Er ist die Neuentwicklung des Software-Riesen SAP, der in Travemünde seine Weltpremiere erlebt, und bringt das Segeln an Land. Er, das ist der „SAP Sail Cube“, ein Würfel aus zwei übereinander gestapelten Containern mit einem TV-Studio, Showroom und Monitoren als Innenleben sowie einer 15 Quadratmeter großen LED-Wand außen. Auf ihr werden die abendlichen Showrennen in der Trave und die täglichen Wettfahrten auf dem „SAP Media Race Course“ zu sehen sein. Spektakuläre Bilder, eingefangen von vier Kameras und von ZDF-Frontmann Alexander Ruda und Experten wie Markus Koy und Marcus Baur kommentiert. „Für mich ist es das Highlight, eine zusätzliche Bühne“, freut sich Landprogrammchef Uwe Bergmann (Agentur uba) und gerät ins Schwärmen: „Das ist die neue Schnittstelle zwischen Land und Wasser. Als Laie bekommst du hier das Segeln erklärt. Das ist Infotainment, ein Hotspot für Segler, einfach toll.“

Segel-Bundesliga: Im April auf Kiel gelegt treten 18 Segelclubs in mehreren Regatten gegeneinander an, küren den Deutschen Meister. Travemünde ist die zweite von fünf Stationen. Start ist heute um 13 Uhr direkt vor der Nordermole auf dem „SAP Media Race Course“, morgen und am Sonntag jeweils ab 11 Uhr. Insgesamt 36 Rennen – kurz, knackig, strandnah. Am Steuerrad der vierköpfigen J/70-Crew hat sich Prominenz angekündigt. So gibt für den Norddeutschen Regattaverein Starboot-Europameister Johannes Polgar sein Comeback, für den Lübecker-Yacht-Club (LYC) Simon Grotelüschen. Zur Warnemünder Woche hat der Olympiasechste im Laser auf kleineren J 24 getestet, wurde Vierter. Gestern drehte er mit seiner LYC-Crew, die unter Svenja Puls zum Auftakt auf dem Starnberger See Rang elf belegte, die ersten Trainingsrunden. Sein Eindruck: „Das ist physisch mit dem Laser nicht vergleichbar. Der Mix aus Taktik und Bootsspeed ist das A und O, in jedem Fall macht es aber viel Spaß.“

Meisterschaften: Mit fünf Welttitelkämpfen in den Katamaran-Klassen Hobie 14, Tiger, Wild Cat, Dragoon und Formula 16 sowie der WM im bis 1976 olympischen Zwei-Mann-Kielboot Tempest plus den German Open der J/22 stellt Travemünde seinen Ruf als das Meisterschaftsrevier in Deutschland wieder unter Beweis. „Sechs Weltmeisterschaften – so viele hatten wir noch nie. Mit der Segel-Bundesliga sind sie für mich der TW-Höhepunkt“, sagt TW-Co-Geschäftsführer Jens Kath. Mit 39 Booten aus neun Ländern (Hobie 14) und 33 Kats aus acht Nationen (Formula 16) stellen zwei Katamaran-Klassen auch die größten Felder.

Medienbahn: Ab heute (bis Sonntag) segelt die Bundesliga auf dem strandnahen Ostsee-Kurs. Ab Montag folgen dann täglich ab 13 Uhr wechselnde Klassen (Finn, F 16, Tempest, Hobie Wildcat, Tornado, 505er, A-Cat). „Das werden kurze Rennen, 15 bis 20 Minuten, die normal gewertet werden. Ich hoffe, dass wir direkt vor der Nordermole segeln können“, sagt Regattachef Walter Mielke.

TW-Mix: Mit 23 Bootsklassen ist die Travemünder Woche wieder breit aufgestellt. Nach der Absage der Langstrecke mit Wendemarke vor Swinemünde (nur sieben Meldungen) ist für die Dickschiffe die Mittelstrecke nach Grömitz der Höhepunkt. Start für 45 Yachten ist morgen. Am Sonntag geht es zurück.

TW Classic: Die TW gibt den Klassikern erstmals eine eigene Bühne. 18 H-Jollen, schmucke Holzboote, segeln in der Pötenitzer Wiek. „Wir haben den Vorteil, dass wir mit der Wiek ein zweites, ein windgeschütztes Revier haben. Das wollen wir gemeinsam vom Priwall aus mit dem Deutsch-Französischen Segelclub zum Leben erwecken“, erklärt Kath und ist sich sicher: „Das wird eine coole Nummer, die wir künftig ausbauen wollen.“ 2014 vielleicht mit 12-Fuß-Dinghies.

Jens Kürbis