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Lübeck Travemündes Kulturbühne droht die Insolvenz
Lokales Lübeck Travemündes Kulturbühne droht die Insolvenz
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20:13 27.02.2019
Geste mit Symbolcharakter: Bei der Abschiedsvorstellung der Kulturbühne im Hafenbahnhof im Dezember 2017 nahm Wolfgang Hovestädt symbolisch seinen Hut. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

War es das mit der Kulturbühne? Der gemeinnützigen Unternehmergesellschaft (gUG) fehlt es offenbar an finanziellen Mitteln. Der Kurbetrieb Travemünde hat eine Nachforderung für die Nutzung des Leuchtenfeldparkplatzes während der Adventswochen gestellt, und die für das geplante Sommerfest im Brügmanngarten bereits engagierten Künstler müssten bei Ausfall der Veranstaltung wahrscheinlich entschädigt werden. Mit Geld, das Geschäftsführer Wolfgang Hovestädt nicht hat. „Jetzt hängt es davon ab, ob die Künstler vielleicht auf ihren Anspruch verzichten. Sonst muss ich Insolvenz anmelden“, sagte Hovestädt am Mittwochnachmittag während eines Pressegesprächs.

Kurbetrieb bietet Ratenzahlung

12 500 Euro will der Kurbetrieb laut Hovestädt von der Kulturbühne haben – eine Nachforderung für zusätzlich genutzte Flächen. „Das Zirkusunternehmen hat entgegen der Absprachen nicht an uns gezahlt, wir sind insgesamt auf 20 000 Euro sitzengeblieben“, klagt Hovestädt. Allerdings habe er jetzt einen Vollstreckungstitel beim Amtsgericht Schleswig erwirkt, nach dem der Zirkusbetreiber 12 500 Euro an die Kulturbühne zahlen müsse: „Das können wir jetzt also pfänden.“ In einem Gespräch mit LTM-Geschäftsführer Christian Martin Lukas und Kurdirektor Uwe Kirchhoff am Mittwochvormittag hätten diese ihm eine zwölfmonatige Ratenzahlung angeboten. Dieser könne er jedoch nicht nachkommen: „Woher soll ich das Geld nehmen?“

Hovestädt: Kritik an LTM-Bedingungen

Hovestädt kritisiert zudem, dass die LTM und der Kurbetrieb für das von ihm geplante Shanty-Festival Anfang Juli Bedingungen knüpften: Sofortige Aufnahme der Ratenzahlung sowie die Inanspruchnahme professioneller Hilfe bei der Organisation. Der Kulturbühnen-Geschäftsführer dazu: „Ich habe unzählige Veranstaltungen ganz allein auf die Beine gestellt. Die Qualifikation, die ich mitbringe, findet man im ganzen Haus LTM nicht.“ Zudem sei es nahezu unmöglich, zum jetzigen Zeitpunkt noch einen professionellen Veranstalter für das Festival zu bekommen.

Absagen will er die Veranstaltung zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht. Nach seinen Plänen sollen mehr als 35 internationale Chöre auftreten. „Ich möchte das Festival retten. Das geht aber nur, wenn die Schulden bezahlt werden.“ Das Aus für das Sommerfest im Brügmanngarten ist für Hovestädt dagegen beschlossene Sache. Er beklagt, dass ihm nicht genug Flächen auf dem Areal an der Kurpromenade zur Verfügung gestellt würden.

LTM: Entgegenkommen für Hovestädt

Kurdirektor Kirchhoff und LTM-Chef Lukas betonen auf LN-Nachfrage, dass sie „ganz ausdrücklich“ nach einer Lösung für die Veranstaltungen der Kulturbühne gesucht hätten. „Wir sind Herrn Hovestädt entgegengekommen und haben ihm gemeinsam das Angebot mit der Ratenzahlung und der professionellen Unterstützung gemacht.“ Letzteres vor allem, um den bei den Adventswochen zu Tage getretenen, gravierenden Mängeln entgegenzuwirken. Probleme gab es laut Kirchhoff vor allem, weil der Parkplatz während des Rückbaus nicht durch Zäune gesichert gewesen sei und das Areal einer Müllhalde glich. Der Kurdirektor: „Die Brücke für Herrn Hovestädt ist gebaut, jetzt muss er darüber gehen.“

Immer wieder Probleme

Ärger in finanziellen und anderen Angelegenheiten ist bei der Kulturbühne nicht neu. So gab es im Januar 2018 einen Streit mit der Eigentümergesellschaft des vom damaligen Verein jahrelang genutzten Hafenbahnhofs nach der Kündigung. In einem Vergleich vor dem Landgericht Lübeck einigten sich beide Parteien darauf, dass die Kulturbühne der Eigentümerin das gesamte Inventar und die technischen Anlagen überlässt.

Im Vorfeld der ursprünglich im Brügmanngarten geplanten Adventswochen äußerte die LTM Bedenken, weil sich die Aufbauzeit für den Neujahrsgarten mit der von Hovestädt veranschlagten Veranstaltungszeit überschnitten hätte. Schließlich mussten die Adventswochen auf den Leuchtenfeldparkplatz ausweichen. Hovestädt: „Ich weiß nicht, woran es liegt, dass es immer wieder Probleme gibt.“

Thomas Krohn

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