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Lübeck UKSH: Neuer Campus in Lübeck feiert große Eröffnung
Lokales Lübeck UKSH: Neuer Campus in Lübeck feiert große Eröffnung
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21:03 08.11.2019
Ein Feiertag für Lübeck: Das neue Klinikgebäude des UKSH ist fertig. Quelle: Michael Hollinde
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Lübeck

Geschafft! Der Komplett-Umbau des UKSH in Lübeck ist vollendet. Die alten Flieger-Baracken aus Kriegszeiten sind Geschichte. Am Freitag konnte auf dem Campus groß die Einweihung gefeiert werden. Gegen halb vier drückten UKSH-Chef Jens Scholz und Ministerpräsident Daniel Günther auf einen roten Buzzer. Vier Fontänen tauchten die Bühne in Glitzerregen. Das Gebäude war eröffnet. Viele prominente und nicht-prominente Besucher waren gekommen, um das neue Klinikum zu besichtigen.

Die LN berichten im Laufe des Abends weiter über das Thema – mit einer Reportage von der Eröffnung und einem virtuellen Rundgang durch das neue UKSH.

Der Weg dorthin war lang: Zehn Jahre Debatte, ein hartes Ringen um die Finanzierung, fünf Jahre Planung und vier Jahre Staub und Dreck auf der Baustelle. Jetzt ist alles zu einem guten Ende gekommen. Auch die Hansestadt hat nun ein topmodernes Universitätsklinikum mit einem 65 000-Quadratmeter-Zentralklinikum.

Zahlreiche Ehrengäste sind zur Eröffnungsfeier gekommen. Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck als führender Standort für Hochleistungs-Medizin

„Für den Medizin-Standort Schleswig-Holstein beginnt eine neue Ära“, sagt CDU-Ministerpräsident Daniel Günther. Darauf könne man im ganzen Norden richtig stolz sein. Das UKSH biete künftig optimale Bedingungen für Patienten, um gesund zu werden, für Angestellte, um Menschen zu behandeln und zu pflegen, und auch für Forschung und Lehre, „die an einem Universitätsklinikum selbstverständlich dazugehören“. Der Bau unterstreiche zudem den Anspruch Lübecks, Spitzenmedizin zu bieten und ein führender Standort für Hochleistungs-Medizin zu sein.

„Das neue UKSH ist ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung des Landes“, sagt auch der Chef der SPD-Landtagsfraktion, Ralf Stegner. „Als einziger Maximalversorger und größter Arbeitgeber in Schleswig-Holstein setzt das UKSH mit dem Neubau neue Maßstäbe.“ Tatsächlich hatte die bauliche Neuaufstellung des UKSH mehrere Landesregierungen und nahezu alle Fraktionen schwer beschäftigt. Kann das Land die Sanierung überhaupt bezahlen? Schleswig-Holsteins Kassen waren damals leer.

Beschluss 2009: Schleswig-Holstein kann Sanierung bezahlen

Ja, hieß es schließlich 2009, als noch zu Zeiten der großen CDU-SPD-Koalition in Kiel der Grundsatzbeschluss gefasst wurde – aber nur als ÖPP-Projekt, bei dem ein Privatinvestor den Bau zunächst vorfinanziert. Außerdem müsse das UKSH sich selber an den Kosten beteiligen. Eine CDU-FDP-Regierung schrieb das Projekt dann 2012 aus, eine SPD-Grünen-SSW-Regierung unterzeichnete 2014 die Verträge mit dem Bieter-Konsortium BAM/VAMED. Unter einer CDU-Grünen-FDP-Koalition wurde es jetzt schließlich vollendet. Der Neubau des Campus Kiel konnte bereits Mitte August eröffnet werden.

UKSH-Campus in Kiel bereits im August eröffnet

„Aufgrund der beeindruckenden Größe und Komplexität, aber besonders wegen der immens großen Zahl der Menschen, die hier täglich ein- und ausgehen werden, wird das Klinikum auch ein enormer Wirtschaftsfaktor sein“, sagt die Präses der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, Friederike C. Kühn. Auf dem Campus finde „ein ganz wesentlicher Teil des Strukturwandels der Stadt Lübeck und der gesamten Region statt“. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass das UKSH am Standort auch ins Personal investiert und damit weitere Arbeitsplätze schafft“, sagt auch Lübecks SPD-Bürgermeister Jan Lindenau. Mit dem herausragenden Klinikneubau bleibe die Hansestadt ein Ort der Spitzenmedizin und -forschung. In Lübeck würden sich innovative Wissenschaft und Wirtschaft erfolgreich verbinden.

Ein Klinikum in „der Ersten Liga“, lobt auch Grünen-Gesundheitspolitikerin Marret Bohn. „Die Fertigstellung des Neubaus ist ein ganz wichtiger Schritt, um unsere Region langfristig medizinisch gut versorgen zu können“, sagt der Nusser FDP-Landtagsfraktionschef Christopher Vogt. „Ein guter Tag für das UKSH Lübeck“, lobt der Chef des DGB-Nord, Uwe Polkaehn. Patrick Reimund, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, spricht von einem „weiteren Leuchtturm in der Krankenhausversorgung“. Das werde auch bundesweit wahrgenommen. „Wir haben damit im Land beste Voraussetzungen für interdisziplinäre Spitzenmedizin und zukunftsweisende Medizintechnik“, sagt FDP-Gesundheitsminister Heiner Garg. Davon profitierten Mitarbeiter und Patienten gleichermaßen.

Alles zur Eröffnung auf einen Blick

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/UKSH-Luebeck-feiert-grosse-Eroeffnung

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Der-UKSH-Neubau-fuer-Megaklinik-in-Luebeck-ist-eroeffnet

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/So-sieht-das-neue-UKSH-von-innen-aus

Mehr als 250 Millionen Euro hat der Lübecker Neubau gekostet

Über 250 Millionen Euro hat allein der Neubau in Lübeck gekostet. „Mit dem heutigen Tag werden die Dimensionen des umfangreichen Bauprozesses sichtbar“, sagt Kiels Grüne Finanzminister Monika Heinold. Das Ergebnis sei aber „großartig“. 14 Kliniken und 20 OP-Säle sind darin untergebracht. Das Bau-Konsortium bekommt bis 2045 insgesamt 1,4 Milliarden Euro.

Im Gegenzug unterhält und betreibt es die Klinik-Gebäude für 30 Jahre auf eigene Kosten, dann fallen sie wieder ans Land zurück. Das UKSH selbst muss für die Sanierung und Modernisierung in Lübeck und Kiel einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro zurückzahlen. Das soll zumindest zum Teil durch Effizienzgewinne gelingen, weil jetzt etwa Wege kürzer sind.

„Diese Eigenbeteiligung sollte nicht zum Modell für andere solcher Projekte werden“, sagt Jost de Jager, der von 2005 bis 2012 als CDU-Staatssekretär und Minister mit der UKSH-Sanierung befasst war. Eigentlich wäre das eine reine Landesaufgabe. Das sei damals nur angesichts der Sparzwänge im Haushalt nicht möglich gewesen. Er sei heute froh und stolz, dass das Projekt dennoch angeschoben werden konnte – auch gegen Widerstände in den eigenen Reihen. Vorher habe die Politik immer nur einzelne Teile saniert, das sei finanziell überschaubar gewesen. „Dann bekannte sie sich erstmals dazu, dass das ganze UKSH neu aufgebaut werden müsse“, sagt de Jager. Damit sei aber auch erstmals die unfassbar große finanzielle Dimension des Projekts sichtbar geworden. Die Neubauten würden nun aber auch einen riesigen Innovationsschub im UKSH auslösen.

Weitere Baumaßnahmen in Kiel und Lübeck sollen 600 Millionen Euro kosten

Auch Rolf Fischer, SPD-Staatssekretär von 2012 bis 2017, ist in Feierlaune. „Die Entscheidung für ein ÖPP-Projekt war richtig“, sagt Fischer. Das Land alleine habe es nicht stemmen können. Die Zustände vor der Sanierung seien aber insbesondere auf dem Campus Lübeck unzumutbar gewesen, und das für Mitarbeiter und Patienten.

Jens Scholz, UKSH-Vorstandschef damals wie heute, hat der Politik derweil schon eine neue Wunschliste präsentiert. So sei die Ausstattung des Zentralklinikums teurer als geplant geworden. Zudem brauche man für weitere Baumaßnahmen in Kiel und Lübeck noch einmal 600 Millionen Euro. Das Land hat 400 Millionen Euro davon bereits akzeptiert. Über das andere spreche man derzeit noch, sagte Daniel Günther am Freitag und betonte erneut: „Das ÖPP-Verfahren allein deckt nicht alle Investitionsbedarfe ab.“ Man stehe als Land aber weiter fest hinter der Uniklinik. „Das haben wir immer gesagt und gezeigt“, so der Ministerpräsident.

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