Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck UKSH und Gemeinschaftsschule suchen Nachwuchs für die Pflege
Lokales Lübeck UKSH und Gemeinschaftsschule suchen Nachwuchs für die Pflege
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:51 28.02.2019
Nach der Vertragsunterzeichnung: Pflegedienstleiterin Bettina Naujoks Stefan Kloth (Handwerkskammer), Schulleiter Stefan Pabst und Lehrerin Berit Dircks.
Nach der Vertragsunterzeichnung: Pflegedienstleiterin Bettina Naujoks Stefan Kloth (Handwerkskammer), Schulleiter Stefan Pabst und Lehrerin Berit Dircks. Quelle: Grabitz
Anzeige
Lübeck

Jedes Jahr organisiert die Lehrerin Berit Dircks eine Jobmesse an ihrer Schule. Am Anfang war es nicht einfach, genügend Betriebe zu finden, die dort einen Stand machen wollten. „Inzwischen melden sich die Unternehmen bei uns“, sagt sie. Die Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen spürt den Fachkräftemangel – und reagiert darauf. Dircks wollte mehr dafür tun, dass ihre Schüler Ausbildungsplätze mit Zukunft finden, und rief Stefan Kloth an, der bei der Handwerkskammer Schule und Betriebe zusammenbringt. Ihre Idee: eine Zusammenarbeit mit dem nahe gelegenen UKSH, denn „die räumliche Nähe zu unserer Schule ist super“. Schüler könnten für die Pflege begeistert werden, wenn sie dieses Arbeitsfeld besser kennen lernen. „Wir werden mit den Schülern das UKSH besuchen und auf Elternabenden über die Pflegeberufe informieren“, sagt Schulleiter Stefan Pabst. Geplant sei auch, dass deutlich mehr Schüler Praktika in der Pflege absolvieren. Am Mittwoch unterschrieb er einen Kooperationsvertrag mit der UKSH- Pflegedienstleiterin Bettina Naujoks.

Als Zielgruppe der Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem UKSH sieht der HWK-Schulberater Stefan Kloth vor allem Jugendliche, die „in der Schule bleiben, auch wenn sie längst schulmüde sind – einfach, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen“. Schon vor der Unterzeichnung hat das Interesse der Schüler am Landeskrankenhaus zugenommen. „Letztes Jahr hatten wir 500 Praktikanten“, freut sich Bettina Naujoks. „dieses Jahr haben sich bis jetzt schon 200 angemeldet“.

Auf die Frage, ob eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege nicht das beste Mittel gegen den Fachkräftemangel wäre, entgegnet sie: „Die Arbeitsbedingungen haben auch damit zu tun, dass wir schon seit den 1980er Jahren zu wenig ausgebildet haben“. Im jährlichen Kurs der Pflegeschule starten dieses Jahr 120 Pflegeschüler und -schülerinnen, ein Viertel mehr als in den Jahren zuvor. Die meisten von ihnen absolvieren die Ausbildung dann auch bis zum Ende. Dazu kommen 30 Krankenpflegehelfer und 40 angehende Pflegewissenschaftler.

Friederike Grabitz