Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Nach Unfall mit Kind in Lübeck: Anlieger bestehen auf Zebrastreifen
Lokales Lübeck Nach Unfall mit Kind in Lübeck: Anlieger bestehen auf Zebrastreifen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:01 22.06.2019
Andreas Freytag sah mit seinen Söhnen Bastian (8, r.) und Lukas (6) den Unfall auf der Maria-Goeppert-Straße aus nächster Nähe. Quelle: Wolfgang Maxwitat
St. Jürgen

 Andreas Freytag (45) steht mit seinen Söhnen Bastian (8) und Lukas (6) an der Maria-Goeppert-Straße im Hochschulstadtteil, jeden an einer Hand, so wie immer gegen 7.45 Uhr, wenn er seine Kinder in den Kindergarten und zur Schule bringt. Neben ihm steht ein kleines Schulmädchen mit einem Roller. Etwa 50 Meter entfernt an der Haltestelle fährt ein Bus der Linie 1 an. Dann passiert es: „Ich guck’ nach links“, erinnert sich Freytag, „der Bus quietscht und steht, und dann seh’ ich das Mädchen auf dem Roller.“ Mit einer Notbremsung verhinderte der Busfahrer einen Zusammenstoß, der für das Mädchen tödlich hätte ausgehen können.

Passagierin schwer verletzt

Bei dem Unfall am Mittwochmorgen an der Einmündung der Carl-Gauß-Straße in die Maria-Goeppert-Straße wurde eine 85-jährige Buspassagierin schwer verletzt. Sie stürzte bei der Vollbremsung zu Boden. Nach Auskunft der Polizei lag sie auch am Freitag noch im Krankenhaus. Lebensgefahr bestand den Angaben zufolge nicht. Der 41-jährige Busfahrer erlitt einen Schock. Der Bus war gerade rechtzeitig zum Stehen gekommen, bevor er das Mädchen berührte.

Anlieger fordern Zebrastreifen

Der Vorfall lässt eine Diskussion wieder aufleben, die Anlieger der Straße im vergangenen Jahr angestoßen hatten: Sie fordern an dieser Stelle einen Zebrastreifen. Gegenüber von dort, wo das Mädchen mit seinem Roller auf die Straße fuhr, liegen die Paul-Klee-Schule, eine Grundschule, und die Kita Wilde 13 des CVJM. Maren Blackert, Leiterin der Grundschule, hat einmal überschlagen, wie viele Kinder dort jeden Tag die Straße überqueren, und kam auf ungefähr 80. „Ich halte einen Zebrastreifen für nötig“, sagt sie. „Autofahrer nehmen einen Zebrastreifen eher wahr als ein Kind, das am Fahrbahnrand steht.“

„Da muss eine Ampel hin“

Tobias Alban, Leiter der CVJM-Kita, hält einen Zebrastreifen für „zwingend notwendig“. Die Bedenken der Verwaltung kann er nicht verstehen. „Ganz ehrlich: Es muss ja nicht erst was passieren, bevor man die fünf Streifen auf die Straße macht“, sagt er. „Wenn ich’s mir aussuchen dürfte, würde ich sogar sagen: Da muss eine Ampel hin.“

Fahrbahn wurde verengt

Die Diskussion im vergangenen Jahr, in der sich Politiker mehrerer Parteien auf die Seite der Anlieger stellten, endete vorerst damit, dass die Fahrbahn an der Stelle, an der jetzt der Unfall passierte, verengt wurde. Das sollte verhindern, dass Autos auf der Straße, die in einer Tempo-30-Zone liegt, zu schnell fahren. In den Augen von Andreas Freytags Ehefrau Bianca (40) hat das nichts gebracht, im Gegenteil: „Die Kinder können das jetzt noch schlechter einschätzen. Die denken, die Autos halten an. Aber einige halten, einige fahren durch.“

Polizei: Kein Unfallschwerpunkt

Die Stadtverwaltung, die die Einrichtung eines Zebrastreifens im vergangenen Jahr abgelehnt hatte, wollte sich zunächst zu dem Vorfall nicht äußern. „Wir werden aber nach Auswertung des Unfallberichtes prüfen, ob dieser oder ähnliche Unfälle durch verkehrliche Maßnahmen entsprechend der geltenden Richtlinien zu verhindern sein könnten“, schrieb Sprecherin Nicole Dorel auf LN-Anfrage in einer E-Mail. Nach Auskunft der Polizei ist die Maria-Goeppert-Straße kein Unfallschwerpunkt. „Davon kann keine Rede sein“, sagte Sprecher Dierk Dürbrook. Auch laut Stadtverkehr gibt es dort „keine Auffälligkeiten“.

Land sieht keinen Handlungsbedarf

Grundsätzlich gelten nach einer bundesweit gültigen Richtlinie Zebrastreifen in Tempo-30-Zonen als entbehrlich. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sieht weiterhin keinen Grund, an der Maria-Goeppert-Straße eine Ausnahme zu machen. „Das Queren besonders schutzbedürftiger Personen kann in die Betrachtung einbezogen werden, stellt für sich genommen jedoch keinen Ausnahmefall dar, da mit der Querung solcher Personengruppen überall zu rechnen ist“, heißt es in der schriftlichen Antwort auf eine LN-Anfrage: „Das Verkehrsaufkommen ist (...) zwar nicht als gering einzuschätzen, aber auch noch deutlich von dem Bereich entfernt, in dem ein Fußgängerüberweg (...) empfohlen wird.“

Hanno Kabel

Während in Flensburg und dem nördlichen Grenzgebiet traditionell ein ausgeprägter Kulturaustausch stattfindet und jede Menge Bildungsangebote existieren, bleibt das südliche Holstein Entwicklungsland. Ein Kommentar.

22.06.2019

Warum am Freitagabend in der Lübecker Korvettenstraße abbrach und auf geparkte Autos stürzte, ist auch am Sonnabend noch unklar. Die Feuerwehr barg vorsichtig den Ast.

22.06.2019

500 Kilometer in zwei Tagen und jede Menge Spaß. Bei der 10. OCC-Küstentrophy gehen die Teilnehmer mit 120 Old- und Youngtimern an den Start. Auch Autos berühmter Persönlichkeiten sind dabei.

21.06.2019