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Lübeck Lübecker Uni-Angebot: Fit für das Studium
Lokales Lübeck Lübecker Uni-Angebot: Fit für das Studium
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19:01 10.12.2019
Sie haben es geschafft und studieren inzwischen im ersten Semester an der Lübecker Uni (v. l.): Ehsanulla Amani aus Afghanistan, Munia Aldubhani aus dem Jemen sowie Momtaz Alkazir aus Syrien. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Wenn Dr. Sabine Voigt Zahlen und Daten aus ihrer Statistik vorliest, dann ist ersichtlich, welche menschlichen Erfolge sich hinter dem sogenannten Propädeutikum der Universität zu Lübeck verbergen. Das Wort leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet übersetzt „im Voraus unterrichten“.

Dr. Sabine Voigt, Chefin des Studierenden-Service-Centers der Uni. Quelle: Wolfgang Maxwitat

„Wir haben es erstmalig im Sommersemester 2016 angeboten“, erklärt die Chefin des Studierenden-Service-Centers, „und 92 junge Leute haben in dieser Zeit unser Angebot wahrgenommen.“ Davon konnten inzwischen 64 ein Hochschulstudium aufnehmen und fünf eine Ausbildung beginnen. Und die restlichen sind mittlerweile in unterschiedlichen Branchen tätig.

Dabei waren die einzelnen Voraussetzungen sehr unterschiedlich, da die Lübecker Universität das akademische Integrationsprojekt vor drei Jahren für studieninteressierte, geflüchtete Menschen aufgelegt hatte, jeder mit seiner eigenen Geschichte belastet und unterschiedlichem Wissensstand.

Neben einem weiterführenden Deutschkurs mit zwölf Wochenstunden werden im Propädeutikum Unterrichtseinheiten in Mathematik, Informatik, Biologie, Physik und Chemie mit insgesamt 24 Wochenstunden als Vorbereitung für ein naturwissenschaftlich geprägtes Studium angeboten.

Deutsch-Dozentin Martina Schiwek. Quelle: Wolfgang Maxwitat

„Dazu bieten wir inzwischen in einem Extrakurs noch kulturelle, politische und soziale Inhalte an“, betont die studierte Germanistin Martina Schiwek, „diese Kenntnisse sind im Miteinander essenziell, erleichtern vieles und können Missverständnissen im Alltag vorbeugen.“

Sich dafür einzusetzen, dass traumatisierte Menschen mit aber dennoch großem Potenzial eine neue Lebensperspektive erlangen, sei für sie eine ganz besondere Motivation. Und all das, was nun stattfinde – intensiv Sprache zu vermitteln, Bildung im Sinne naturwissenschaftlicher und technischer Grundlagen, in einer geschützten Gruppensituation sich mit neuen Lebensinhalten zu befassen, die hiesige Kultur nahe zu bringen – ist ihres Erachtens „gut angelegt“.

Die Sprache ist die größte Hürde

Jemand, der sich mit dieser Unterstützung bereits auf den Weg machen konnte, ist Momtaz Alkazir. Der 24-jährige Syrer ist vor vier Jahren nach Deutschland gekommen; das Propädeutikum hat ihn so fit gemacht, dass er nun an der Uni Lübeck im ersten Semester Medizin studiert.

„Das erste Jahr nach der Flucht war das schwierigste“, sagt er, „und die Sprache die größte Hürde.“ Dies kann Munia Aldubhani nur bejahen. Die 23-jährige Medizinstudentin stammt aus dem Jemen und ist seit September 2017 in der Hansestadt. Für sie sei es auch extrem hilfreich gewesen, schon die naturwissenschaftlichen Fachbegriffe auf Deutsch vor dem Studium gelernt zu haben.

Einstieg ins Studium wird erleichtert

Ehsanulla Amani kommt ursprünglich aus Afghanistan. Und er hat sich im Oktober für den Bachelorstudiengang in Informatik an der Uni eingeschrieben. „Im Propädeutikum haben wir eigentlich alles gelernt, was man braucht“, fasst der 25-jährige Student zusammen.

Auch das kulturelle und geschichtliche Wissen über Deutschland sei eine große Hilfe, um sich hier besser im Alltag zurechtzufinden. Zudem sei einem schon der Campus vertraut wie auch die Abläufe, was den Einstieg natürlich viel leichter mache.

Ausweitung des Vorstudiums für alle geplant

Sabine Voigt betont, dass auch für viele deutsche Erstsemester die ganze Organisation des Studiums erst mal ein Kulturschock sei – „dass man ständig Prüfungen hat und sich in Übungsgruppen organisieren muss, dass es feste Abgabetermine gibt und so weiter.“

„Auf die fachlichen Defizite speziell in den Naturwissenschaften sind erheblich, sodass wir – wie bereits vom Präsidium angekündigt – eine Ausweitung des Propädeutikums planen, um die Abbrecherquoten senken zu können“, sagt sie.

Wie bewirbt man sich?

Das Propädeutikum der Universität zu Lübeck nimmt noch Bewerbungen für das Vorbereitungssemester entgegen. Bewerben können sich Geflüchtete und seit Neuestem auch internationale Studierende ohne Fluchthintergrund. Das nächste Propädeutikum beginnt am 9. März 2020 und ist auf fünf Monate konzipiert.

Im Vorbereitungssemester werden die sprachlichen und fachlichen Grundlagen auf Mittel- und Oberstufenniveau für das Propädeutikum erarbeitet. Dieses beginnt im März und erfolgt auf Oberstufen- und Erstsemesterniveau. Die jeweiligen Semester schließen mit Prüfungen ab, die für die nächste Stufe qualifizieren.

Wer Infos benötigt und Fragen hat: matthias.holzum@uni-luebeck.de

Das Bewerbungsformular findet man hier.

Von Michael Hollinde

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