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Lübeck Unterschätzte Gefahr: Flammen aus dem Motorraum
Lokales Lübeck Unterschätzte Gefahr: Flammen aus dem Motorraum
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18:03 26.03.2019
Kai Wrage vom Tüv Nord erklärt, worauf man im Motorraum achten sollte. Quelle: 54° / Felix Koenig
Lübeck

Ein Tropfen Öl, ein durchgeschmortes Kabel und plötzlich qualmt es aus dem Motorraum: Gleich zwei Mal gerieten im März in Lübeck Fahrzeuge urplötzlich in Flammen. Die Fahrer konnten sich gerade noch rechtzeitig retten, bevor die Fahrzeuge vollkommen ausbrannten. Doch wie entstehen solche Brände überhaupt?

Ein Bick in den Motorraum kann vor einem Brand schützen.

Kai Wrage, Stationsleiter beim TÜV Nord in Lübeck, kennt die Problematik. „Es gibt viele Ursachen“, sagt er. Häufig werden die Brände durch Flüssigkeiten ausgelöst, die auf sehr heiße Motorteile treffen. „Wenn Öl austritt und auf den heißen Krümmer gelangt, kann es beispielsweise Feuer fangen.“ Gerade bei älteren Fahrzeugen sei der Öl-Austritt durch eine undichte Stelle keine Seltenheit.

Motorraum kontrollieren

Deshalb rät der 37-Jährige zur regelmäßigen Kontrolle des Motorraums. „Wer viel fährt, sollte ein Mal die Woche selbst nachschauen und den Wagen regelmäßig zur Inspektion geben“, rät er. Neben dem Ölstand sollten die Fahrer auch einen Blick auf die Kabel werfen. Sind die falsch verlegt oder porös, geht von ihnen auch eine Gefahr aus. Aber auch ein Marder kann sich an den Leitungen zu schaffen gemacht haben. „Von den Herstellern werden die Kabel extra isoliert und so verlegt, dass nichts passieren sollte“, sagt Kai Wrage. „Aber gerade bei Reparaturen durch Laien oder bei nachträglich verlegten Kabeln kann mal etwas passieren.“

Raus aus dem Wagen

Wie schnell sich der Brand ausbreitet hängt in erster Linie vom Alter des Fahrzeugs ab. „Bei älteren Modellen dauert es etwas länger. Bei neueren geht es schneller, weil der Kunststoffanteil viel höher ist.“ Zu einer richtigen Explosion kommt es aber in den allermeisten Fällen nicht. „Wenn es knallt, dann ist meist ein Reifen geplatzt“, sagt Wrage.

Wer bemerkt, dass sein Fahrzeug Feuer fängt, für den gilt nur eines: Raus aus dem Wagen. „Wer keine Ahnung vom Löschen hat, der sollte die Finger vom Auto lassen“, rät Wrage. Das bestätigt auch Lars Walther, Sprecher der Lübecker Feuerwehr. „Löschversuche sollten nur dann unternommen werden, wenn man sie sich zutraut und einen Feuerlöscher dabei hat.“ Der sollte am besten in jedem Wagen liegen, zu kaufen gibt es ihn in jedem Baumarkt. Außerdem rät Walter, das Auto möglichst nicht direkt neben anderen Fahrzeugen abzustellen, damit die Flammen nicht übergreifen.

13115 Autobrände

Der Fahrer aus Lübeck, dessen Auto in der vergangenen Woche in Flammen aufging, hatte genau das getan. Er war auf einen Parkplatz gefahren und hatte die Feuerwehr informiert. Das Fahrzeug brannte komplett aus. Nur wenige Tage zuvor geriet ein Skoda auf der Baltischen Allee in Brand. Als die Fahrerin den Rauch bemerkte, konnte sie den Wagen noch verlassen.

Fahrzeugbrände im Straßenverkehr sind keine Seltenheit. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) brannten 2017 13 115 Autos. Darunter sind aber auch Fälle, in denen die Autos angezündet wurden. „Der Gesamtschadenaufwand belief sich auf 67,8 Millionen Euro“, sagt Sprecher Chris­tian Pon­zel.

Maike Wegner

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