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Lübeck Verdächtiger Brief: Großeinsatz bei der Lübecker Staatsanwaltschaft
Lokales Lübeck Verdächtiger Brief: Großeinsatz bei der Lübecker Staatsanwaltschaft
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17:58 22.01.2020
Großeinsatz bei der Staatsanwaltschaft Lübeck: Feuerwehrleute in Schutzkleidung verlassen das Gebäude. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Riesenschreck am Mittwochmorgen: Gegen 9.15 Uhr wurde bei der Staatsanwaltschaft Lübeck ein Briefumschlag mit verdächtigem Inhalt gefunden. Die Polizei war vor Ort, außerdem 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit dem Löschzug Gefahrgut und einigen Rettungswagen. Verletzt wurde niemand.

Am Mittwochmorgen ist bei der Staatsanwaltschaft ein verdächtiger Briefumschlag aufgetaucht. Polizei, Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst rückten an. Hier sind die Bilder des Einsatzes.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestand der Inhalt aus mehreren Umverpackungen, teilweise auf kleinstes Format gefaltet, in denen ein runder Gegenstand und Schnüre zu ertasten waren. Die Sendung war einem Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft beim Öffnen der Tagespost verdächtig vorgekommen. Sie war an die Staatsanwaltschaft adressiert, wies aber im Adressfeld zusätzlich eine weitere Anschrift auf.

Kampfmittelräumdienst angefordert

Dort, wo die Eschenburgstraße in die Travemünder Allee mündet, verstellten Autos von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr den Weg. Überall standen Feuerwehrleute. Zwei von ihnen trugen hellgraue Schutz-Overalls und gelbe Gummistiefel. Sie gingen in die Postabteilung der Staatsanwaltschaft und fotografierten die verdächtige Sendung, ohne sie selbst zu berühren. Gegen 11.45 Uhr traf der Kampfmittelräumdienst aus Felde bei Kiel ein. Er sollte den Inhalt bergen und näher untersuchen.

Die Feuerwehr hatte außerdem die Analytische Task Force aus Hamburg angefordert, eine Spezialeinheit des Bundes für gefährliche radioaktive, biologische und chemische Stoffe. Sie traf erst ein, nachdem der Kampfmittelräumdienst schon Entwarnung gegeben hatte und nahm die Sendung nur sicherheitshalber noch einmal in Augenschein. Um 13.50 Uhr war der Feuerwehreinsatz beendet.

Die Herkunft der Briefsendung ist nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft noch nicht geklärt. Es habe sich darin unter anderem ein Schriftstück „in derzeit noch unbekannter Schrift“ befunden. Zum weiteren Inhalt des Briefes machten die Behörden am Mittwoch keine Angaben.

Gebäude teilweise geräumt

„Das Gebäude der Staatsanwaltschaft Lübeck ist im Erdgeschoss teilweise geräumt worden“, teilte Ulla Hingst, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, am Ort des Geschehens mit. Wie viele Personen betroffen waren, konnte sie am Mittwoch nicht sagen.

Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt, ob sich ein Anfangsverdacht für eine Straftat ergibt. In Frage kommen Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens durch das Vortäuschen einer Straftat. Nach Paragraf 126 des Strafgesetzes macht sich nicht nur strafbar, wer schwere Straftaten androht, sondern auch, wer vortäuscht, sie stünden unmittelbar bevor. Darauf stehen bis zu drei Jahre Gefängnis.

Mit näheren Erkenntnissen über Herkunft und genaue Beschaffenheit der verdächtigen Postsendung ist laut Hingst in den nächsten Tagen zu rechnen.

In einer früheren Fassung dieses Artikels war von einem weißen Pulver die Rede, das in dem Umschlag enthalten gewesen sei. Diese erste Information hat sich nicht bestätigt.

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