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Lübeck Polizei: Hände weg vom Handy am Steuer!
Lokales Lübeck Polizei: Hände weg vom Handy am Steuer!
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12:49 24.09.2019
Im Überschlagsimulator der Dekra wurde demonstriert, wie schwierig eine Selbstbefreiung aus einem auf dem Dach liegenden Fahrzeug sein kann. Quelle: Thomas Krohn
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Travemünde

„Abgelenkt durch Handynutzung“ – unter diesem Motto hatte das 3. Polizeirevier Lübeck zum ersten Mal einen Verkehrssicherheitstag organisiert. Die Besucher konnten im Brügmanngarten hautnah erleben, zu welchen Gefahrensituationen es kommen kann, wenn man durch Smartphone und Co. vom Straßenverkehr abgelenkt wird – egal ob im Auto oder auf dem Fahrrad.

Beim Verkehrssicherheitstag in Travemünde demonstrierten die Helfer, wie es bei einem Unfall zugeht

Zu zweit und mit Handy auf dem Fahrrad

Zwei junge Menschen liegen regungslos auf der Strandpromenade. Einer blutet aus einer Wunde am Knie, das Mädchen hat Schürfwunden an der Hand. Das Pärchen ist auf einem Fahrrad über die Flaniermeile geradelt, mit dem Handy am Ohr. Ein nur gestelltes Szenario, das aber zeigt, was alles passieren kann, wenn man verbotenerweise zu zweit auf einem Drahtesel fährt und dabei auch noch das Smartphone benutzt.

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„Helfen und den Notruf wählen“

Markus Schnasse vom Johanniter-Ortsverband Lübeck klärte die Zuschauer auf, was zu tun ist, wenn sie als Unbeteiligte eine derartige Szene vorfinden: „Versuchen zu helfen, den Notruf 112 wählen und erzählen, wo der Unfall passiert ist, wie viele Personen beteiligt sind und welcher Art die Verletzungen sein könnten“.

Immer mehr Verstöße

Das Szenario war eine von zahlreichen Aktionen beim Verkehrssicherheitstag, den Polizeiobermeister Ronald Klug gemeinsam mit anderen Beamten des 3. Polizeireviers organisiert hatte. „Wir haben in den letzten Jahren eine deutliche Steigerung der Verstöße durch Handynutzung im Straßenverkehr festgestellt“, erklärte er. Während es 2017 noch zu 250 Verstößen wegen Nichtanlegen des Sicherheitsgurts sowie zu 300 Handyverstößen kam, seien es 2018 beim Gurt 450 und beim Handy 500 gewesen. Deshalb müsse bei den Verkehrsteilnehmern ein Umdenken stattfinden. „Wir wollen zeigen, was man alles falsch machen kann, wo die Gefahren liegen und welche Folgen durch Ablenkungen im Straßenverkehr entstehen können.“

Ablenkung mit fatalen Folgen

Dies erlebte Dariusz Tschirner während einer dreiminütigen Fahrt im Fahrsimulator des Bunds gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Simuliert wurde eine Fahrt unter leichtem Alkoholeinfluss, bei der der Fahrer durch eine Nachricht auf dem Handy abgelenkt wurde.

Prompt passierte ihm ein Fehler nach dem anderen. Rechts parkende Autos touchiert, vor einem Kind, das auf die Straße lief, nicht rechtzeitig gebremst – die Liste wurde immer länger. Als der Travemünder aus dem Auto stieg, zeigte er sich beeindruckt: „Ich habe das bisher unterschätzt und dachte, ein Bierchen kann man ja trinken und dann fahren. Das mache ich jetzt aber nicht mehr.“

Selbstversuch macht klug

Welche Kräfte auf den Körper wirken, wenn man bei einem Auffahrunfall in den Gurt gedrückt wird, demonstrierte der ADAC mit seinem Gurtschlitten. Wer sich in den Überschlagsimulator der Dekra begab, wurde mitsamt Auto einmal auf den Kopf gestellt und erlebte, wie schwierig es ist, sich aus einem auf dem Dach liegenden Fahrzeug selbst zu befreien. Chantal Westphal von der Berufsfeuerwehr Lübeck wagte den Selbstversuch: „Es ist einmal interessant zu erfahren, was unsere Patienten bei einem Unfall so mitmachen.“

Befreiung aus Notsituation

Welches Ende ein Verkehrsunfall nehmen kann, zeigte die Feuerwehr bei einer Übung mit einem im Auto eingeschlossenen Schwerverletzten. Die Retter mussten mit hydraulischem Werkzeug wie Spreizer und Schere die Fahrertür aufbrechen und entfernen und anschließend das Dach hochbiegen, um das Unfallopfer schließlich über eine Schiene vorsichtig aus dem Auto zu heben. „Ziel dabei ist immer, patientengerecht zu retten, um keine weiteren Verletzungen zu riskieren. Das geschieht stets in Absprache mit dem Notarzt“, erläuterte Feuerwehrsprecher Lars Walther.

Von Thomas Krohn

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