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17:02 03.01.2019
Vereinschef Jörg Semrau (rechts) hält eine Rede zum Neujahrsempfang. Neben ihm steht Dietmar Fischer in einer Polizeiuniform aus der Zeit um 1900.
Vereinschef Jörg Semrau (rechts) hält eine Rede zum Neujahrsempfang. Neben ihm steht Dietmar Fischer in einer Polizeiuniform aus der Zeit um 1900. Quelle: Josephine Andreoli
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Innenstadt

Der Neujahrsempfang des Lübecker Verkehrsvereins stand im Zeichen eines erfolgreichen Tourismus-Jahrs. Zugleich bot er die Gelegenheit, den Blick nach vorn zu richten und Ziele zu formulieren. „Eine Stadt, die ich jetzt nicht beim Namen nennen werde, hat es geschafft, dass man als Besucher quasi dazu aufgefordert wird, sich in das öffentliche WLan einzuloggen“, sagte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). In dieser Stadt sei die Internet-Anbindung so gut, dass man von unterwegs schneller einen Film streamen könne als von zu Hause. „Das zu schaffen und unsere Gäste so digital zu begleiten – auch nach Ende ihres Trips – muss unser Ziel sein“, ergänzt er.

Trotzdem sei das Jahr 2018 für Lübeck ein Erfolg gewesen: „Es war ein Topjahr. Lübeck boomt förmlich und hat teilweise Rekordergebnisse erzielt, was Übernachtungen angeht“, sagte der Bürgermeister.

„Freundlich und lebendig“

Mit gut 1,8 Millionen Übernachtungen in der Hansestadt stehe auch der Tourismus-Wachstumsstrategie von 2020 nichts im Wege. Erstmals gab es in einem einzigen Monat – nämlich im Juli – mehr als 100 000 Übernachtungsgäste in Travemünde. „In meiner Fantasie ist Lübeck immer so wie zum Hanse-Kulturfestival – freundlich, lebendig, gelassen“, sagt der Geschäftsführer des Lübeck und Travemünde Marketings (LTM), Christian Martin Lukas. „Wenn das gelingt, können wir auch unser Ziel von zwei Millionen Übernachtungsgästen erreichen. Dabei müssen wir aber im Kopf behalten, dass Tourismus nur in enger Zusammenarbeit von insbesondere Gastronomie, Kultur und der Hotellerie funktioniert.“

Vermietung regeln

Doch auch die weniger rosigen Seiten bleiben am Abend des Neujahrsempfangs nicht unerwähnt: „Plötzlich haben wir ein neues, ernsthaftes Problem in unserer Stadt“, sagte Jörg Semrau mit ernster Stimme. „Wie in zahlreichen anderen historischen Städten sind Altstadthäuser, die Touristen als Ferienwohnungen dienen, ein wichtiger Magnet und Anziehungspunkt.“ Dieser soll Lübeck nun in Teilen genommen werden. In einem Antrag und Bürgerschaftsbeschluss zu Begrenzungen von Ferienwohnungen auf der Altstadtinsel wurde unter dem ersten Absatz eine Änderung vorgenommen. So soll künftig die Vermietung nicht genehmigter Ferienwohnungen in den Gängen und Höfen auf der Insel untersagt werden. Ein konkretes Datum dafür steht laut Bürgermeister Jan Lindenau aber noch nicht fest. Jörg Semrau forderte die Politiker dazu auf, den Beschluss und seine Folgen zu überdenken und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen: „Liebe Bürgerschaftsmitglieder, es gibt Handlungsbedarf!“

„Ente gut, alles gut“

So sollten die versammelten Gäste den Abend auch dafür nutzen, nette und interessante Gespräche zu führen und gemeinsam über die Perspektiven des neuen Jahres zu plaudern. Und weil dies immer noch am besten bei einem leckeren Abendessen funktioniert, lud der Verkehrsverein im Anschluss an den offiziellen Teil auch dieses Jahr zu einem Festschmaus unter dem Motto „Ente gut, alles gut“ in den Ratskeller ein.

Josephine Andreoli

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