Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Verloren, vergessen, versteigert: Das sind die teuersten Fundstücke in Lübeck
Lokales Lübeck Verloren, vergessen, versteigert: Das sind die teuersten Fundstücke in Lübeck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:31 10.10.2019
Marc Simon (34) ist bei der Fundsachen-Versteigerung der Auktionator. Über 80 Zuschauer kamen ins Gemeinschaftshaus Karlshof. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Dies ist eine Geschichte von Hoffnung, Enttäuschung und dem kleinen Glück, das an Dingen hängt. Sie trägt den Titel „Fundsachen unterm Hammer“ und spielt im Gemeinschaftshaus Karlshof. Geschäftsführer Marc Simon (34) von „Simon-Transporte“ ist der Auktionator, man könnte ihn als Regisseur bezeichnen. Hauptdarsteller sind die über 80 Leute im Zuschauerraum.

Manche Leute sind zwei Stunden vorher da

Die Requisiten für das Stück sind alle jene Dinge, die vom 1. November 2018 bis 24. März 2019 im Lübecker Fundbüro abgeliefert und nicht abgeholt wurden. Sie liegen auf langen Tischen im Saal oder sind rund um den Auktionator am Boden drapiert: eine komplette Golfausrüstung, ein geschnitzter Spazierstock, zwei Snowboards sowie Kisten voller Werkzeug und Elektrokram. Der Großteil aber sind Rucksäcke, Koffer und Taschen mit Klamotten. „Nur reinschauen, nichts rausnehmen“, ruft Marc Simon immer wieder den Leuten zu, die schon bis zu zwei Stunden vor Beginn gekommen sind. Sie wollen das Angebot inspizieren.

Spannende Versteigerung im Gemeinschaftshaus Karlshof

Elke Bubert (76) gehört dazu. Die Hoffnung hat sie hergebracht. Eine Hoffnung, die es nach wenigen Minuten schon nicht mehr gibt. „Ach“, seufzt sie, „ich habe nur geschaut, ob ich nicht doch noch meine Ringe wiederbekomme.“ Der Blick in die kleinen Plastiktüten vorne auf dem Tresen lässt sie traurig zurück. „Nicht dabei“, sagt sie, setzt sich trotzdem und erzählt vom Sommer vergangenen Jahres. Da sind die drei Ringe verschwunden.

Beide waren fassungslos

„Ich habe im Garten gearbeitet, und weil ich Gummihandschuhe anhatte, habe ich meine Ringe draußen auf den kleinen Tisch gelegt.“ Der Garten sei für Fremde nicht zugänglich, betont sie. Trotzdem war ihr Schmuck plötzlich weg: der Ehering mit Gravur 1963, das Reiseandenken aus Kapstadt (Südafrika) und ein Erbstück von der Großmutter. Auch ihr Mann hatte niemanden im Garten gesehen. Nur diese Elster. Beide waren fassungslos. „Wir haben noch einen GPS-Tracker in Alufolie ausgelegt“, erinnert sich Bubert, „aber den wollte der Vogel nicht.“

Wichtig sind ihr die Sachen nicht

Das ist gut ein Jahr her. Das Drama vorbei. Im Gemeinschaftshaus liebäugelt die 76-Jährige nun ein wenig mit anderen Schmuckstücken. „Aber, ach ne, das ist nicht dasselbe“, sagt sie zu der älteren Dame neben sich, Ute Thormann. Diese hat sich auf einem Zettel die Dinge notiert, die sie interessieren: ein Kissen, eine Tasche und ein Portemonnaie. „Zehn Euro würde ich insgesamt ausgeben“, verrät sie. Wichtig sind ihr die Sachen nicht. „Ist eher eine nette Veranstaltung, irgendwie unterhaltsam.“

Wie wird er einen alten Rucksack los?

Das findet auch der Mann, der die Fundsachen im Auftrag der Hansestadt Lübeck versteigert, ebenso wie die Fahrräder am Vortag. Bei beiden Veranstaltungen wird er prozentual am Gewinn beteiligt. „Mir macht es Spaß“, sagt Simon, „und ich weiß, wie es geht.“ Seine Hauptaufgabe an diesem Tag ist, „dass am Ende nichts übrig bleibt“. Doch wie wird er einen alten Rucksack mit alten Klamotten los? „Ich packe ihn einfach zu einer Sache, die auf jedem Fall weggeht“, meint er, „zu einem Ring etwa.“

Jeder kann die Sachen vorher anschauen

Ob die Schmuckstücke aus Gold oder was auch immer sind, dafür legt er seine Hand nicht ins Feuer. „Wir geben keine Garantie, aber jeder kann sich die Sachen vorher anschauen.“ Doch jetzt nicht mehr. Es geht los. Simon erklärt, wie das mit den Handzeichen und dem Kassieren funktioniert und stellt einen tragbaren Lautsprecher mit Bluetooth-Funktion auf den Tisch. Quasi als Teaser. Das Ding geht für 100 Euro weg.

Eine Kreissäge für 20 Euro

Horst Döring (67) hat eher ein Auge auf den Kickroller geworfen. „Für unser Enkelkind“, sagt er an Seite seiner Gattin. Die beiden kommen hin und wieder zu den Versteigerungen. „Manchmal hat man Glück“, meint der Senior und erzählt von der Kreissäge, die er mal für 20 Euro ergattert hat. „Ich wusste ja nicht, ob sie überhaupt funktioniert“, flüstert Döring, „aber sie läuft immer noch.“

Für einige Gäste ist es ein Happy End

Stück für Stück kommt unter den Hammer. Nach gut zwei Stunden ist das Drehbuch zu Ende, die Geschichte vorbei. Das teuerste Stück war ein Ring für 150 Euro. Am Vortag war es ein E-Bike für rund 700 Euro. Marc Simon ist zufrieden. „Es lief gut“, sagt er, nachdem die Gäste gegangen sind. Für einige war es sicher ein Happy End.

Von Cosima Künzel

Für insgesamt eine Million Euro baut die seit 2013 bestehende Bürgerenergiegenossenschaft Lübeck drei große Solaranlagen bei Schwerin und bei Reinbek. In Lübeck wird noch nach Flächen gesucht.

10.10.2019

Mehrere Hundert Menschen haben am Mittwochabend in Norddeutschland gegen die türkische Offensive im Nordosten Syriens demonstriert. Wie die Polizei bestätigte, zogen etwa 400 Personen durch das Schanzenviertel in Hamburg, auch in Lübeck versammelten sich spontan Menschen zu einer Demonstration.

09.10.2019

Die B75 zwischen Hamberge und Lübeck wird am Montag, 14. Oktober, vollgesperrt. Aufgrund schlechten Wetters konnten die Bauarbeiten noch nicht fertiggestellt werden.

09.10.2019