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Lübeck Verstärkung für die Feuerwehr: Gleich zum Start hat‘s gequalmt
Lokales Lübeck Verstärkung für die Feuerwehr: Gleich zum Start hat‘s gequalmt
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20:10 28.02.2013
Von Rüdiger Jacob
Personalrat Peter Tengler, Feuerwehr-Chef Oliver Bäth und Senator Bernd Möller (vorne, v. l.) präsentieren die Brandmeisteranwärter (hinten v. l.) Jan Hoyer, Artur Wingert, Matthias Katzmarzik, Marvin Ludolphi, Tony Saremba, Stephan Schmidt und Matthias R Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob
Lübeck

Vorsichtshalber will Jette auf Papas Arm. In sicherer Entfernung sieht die Vierjährige mit Matthias Rüscher (35) zu, wie ein Feuerwehrlöschfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn heranbrummt.

Feuerwehrleute springen heraus und besprechen schnell die Lage: Im zweiten Obergeschoss eines Wohnhauses brennt es, eine Person ist in Gefahr. Alles sieht echt aus, ist aber nur eine Übung. Ein eindrucksvolles Rahmenprogramm nach der feierlichen Ernennung und Vereidigung von sieben Brandmeisteranwärtern — dem ersten Lehrgang in diesem Jahr, der ab heute, sieben Uhr früh, antritt.

Es sind nur sieben angehende Berufsblauröcke, die die Urkunden aus den Händen von Innensenator Bernd Möller entgegennehmen. „Nach den 21 Anwärtern des letzten Jahres erscheint das gering“, sagt Möller, „diese Zahl zeigt aber auch, dass wir uns nach Jahren gravierender Unterbesetzung wieder einem einigermaßen normalen Personalstand im Einsatzdienst nähern.“ Die Feuerwehrleute seien immer noch dabei, einen „beachtlichen Berg an Überstunden“ abzubauen.

Für Jette, ihre Schwester Charlotte (6) und Mama Nadine Rüscher ist die Führung durch die Wache viel interessanter als die Reden. Zusammen mit den frisch ernannten Anwärtern und Familienangehörigen geht es an das schwere Gerät, an Container aus dem Bereich der Schiffsbrandbekämpfung, an Lösch-, Leiter- und Rettungswagen. Zwischendurch werden sie Zeuge eines realen Einsatzes. In der Schwartauer Allee wird ein Brand gemeldet. Nur wenige Minuten, und das erste Blaulicht blinkt, die Tore öffnen sich, und die großen Autos preschen los.

Stefan Holst (49), Hauptbrandmeister und bei der Lübecker Berufsfeuerwehr zuständig für allgemeine Ausbildung im Brandschutz und der technischen Rettung, bittet zu einer weiteren, eindrucksvollen Demonstration: Nachgestellt ist ein Fettbrand. Welche verheerende Wirkung es hat, wenn brennendes Fett mit Wasser „gelöscht“ wird, zeigt sich in sicherer Entfernung: Meterhoch schießen die Flammen bei der Fett-Wasser-Explosion. Holst warnt ausdrücklich, mit Wasser löschen zu wollen. Deutlich sicherer sei, mit ausreichend geschützten Händen einen Deckel auf den Topf zu legen und alles ins Freie zu schaffen. Der Demonstration folgt eine Einladung zum gemeinsamen Essen. Und es sind — natürlich — Feuerwehrmänner, die gekocht haben. Und so werden sich Matthias Rüscher und seine Kollegen irgendwann auch einmal an den Töpfen und Pfannen wiederfinden. „Das geht bei uns der Reihe nach“, sagt Holst. Heute jedoch wird erst einmal damit angefangen, den Lkw-Führerschein zu machen, innerhalb von vier Wochen. Ein strammes Programm. „Die Anwärter, die in Kürze ihre fünfeinhalbmonatige Grundausbildung in Harrislee absolvieren werden, brauchen dazu den Führerschein“, sagt Holst. Rüscher freut sich schon drauf. „Überhaupt ist alles spannend hier“, sagt der gebürtige Lübecker, der mit Frau und Kindern gekommen ist und als gelernter medizinisch-technischer Radiologieassistent und Rettungssanitäter nun einen neuen Part beginnt. „Aus Freude, Menschen in Notfällen zu retten“, erklärt der Familienvater sein Motiv. Auch Marvin Ludolphi (22), seit seiner Kindheit in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, kann sich keinen schöneren Job vorstellen. „Mein Traumberuf“, schwört Ludolphi auf die Arbeit im Team.

Vielseitige Ausbildung
2 Jahre dauert die Ausbildung zum Brandmeister. Im ersten Lehrgang dieses Jahres sind es gelernte Rettungssanitäter, aber auch Tischler, Chemikanten oder Industrie- und Zerspanungstechniker, die neben der Grundausbildung in Harrislee auch in Kliniken Dienst haben werden. So werden die Blauröcke nicht nur in Sachen Feuerlöschtechnik und Gerätekunde schlau gemacht. Auch Besuche im Operationssaal, im Kreißsaal, in der Notfallambulanz, selbst in der Pathologie stehen an.

Rüdiger Jacob

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