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Lübeck Verwirrung in Rødby: "Lübecker Flüchtlinge" wohl auf dem Weg nach Schweden
Lokales Lübeck Verwirrung in Rødby: "Lübecker Flüchtlinge" wohl auf dem Weg nach Schweden
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22:02 10.09.2015
Die dänische Polizei nimmt Flüchtlinge vor allem aus Syrien und dem Irak in Gewahrsam. Sie waren am Morgen mit dem Zug über Puttgarden nach Rødby gekommen und hatten sich geweigert, den Zug zu verlassen, um nicht registriert und abgeschoben zu werden. Quelle: Jens Noergaard Larsen/AFP

+++ 23.44 Uhr: Da uns aus Rødby kaum noch Nachrichten erreichen beenden wir den Live-Ticker an dieser Stelle. Wir hoffen, dass wir morgen dem Schicksal der "Lübecker Flüchtlinge" weiter nachspüren können und bedanken uns fürs Mitlesen, Kommentieren und den vielen Menschen, die selbst Nachrichten über die aktuelle Situation vor Ort bei Twitter oder anderen sozialen Netzwerken veröffentlicht haben.

+++ 23.22 Uhr: Das erklärt allerdings nicht, warum die Flüchtlinge plötzlich den Zug verlassen durften - schließlich sind sie erst vor etwa 20 Stunden in Gewahrsam genommen worden.

+++ 23.20 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur DPA meldet, kann die dänische Polizei in Dänemark ankommende Flüchtlinge nicht dauerhaft von der Weiterreise nach Schweden abhalten. „Wir haben laut dem Ausländergesetz Befugnis, Menschen dreimal 24 Stunden zurückzuhalten“, sagte Reichspolizeichef Jens Henrik Højbjerg demnach bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend. „Es ist klar, dass wenn die Zeit, in der wir die Menschen zurückhalten können, abläuft, wir nicht verhindern können, dass sie in ein anderes Land reisen“.

+++ 23.03 Uhr: Die dänischen Medien rätseln noch, wie es passieren kann, dass zwei verschiedene Polizeiabteilungen komplett unterschiedliche Presseerklärungen abgeben. Die Flüchtlinge nutzen die Verwirrung und haben sich offenbar in Fahrgemeinschaften organisiert, um auf diesem Wege nach Schweden zu kommen.


+++ 22.55 Uhr: Vor ein paar Minuten kam der Chef vom Dienst im Spätdienst mit den ersten gedruckten LN für morgen aus der Druckerei. Ist ja klar, was das Thema Nummer Eins ist - dazu gibt es unter anderem eine Reportage der Kollegin kad, die gestern mit den Flüchtlingen von Lübeck nach Rødby reiste und dort die Nacht verbringen musste.

Die Titelseite der Lübecker Nachrichten vom Donnerstag.



+++ 22.49 Uhr: Mehrere Quellen bei Twitter berichten jetzt, dass immer mehr Flüchtlinge nicht mehr länger von der Polizei eingesperrt werden und in Privatautos mit Freunden oder Angehörigen flüchten.


+++ 22.37 Uhr: Die Deutsche Presse-Agentur (DPA) meldet jetzt, die dänische Polizei habe den mit der Fähre aus Deutschland angekommenen Flüchtlingen die Weiterreise von Rødby mit einem Zug angeboten. Das habe ein Polizeisprecher am Mittwochabend der DPA gesagt. Die Berichte dänischer Medien, dass der Zug sie nach Schweden bringen würde, habe er nicht bestätigt.

+++ 22.32 Uhr: Es bleibt also abzuwarten, wie es weitergehen wird. Was auch immer den Flüchtlingen gesagt wurde: Sie scheinen auf jeden Fall davon auszugehen, nach Schweden reisen zu dürfen, wie diese Nachrichten zeigen.

 



+++ 22.27 Uhr: Die dänische Polizei meldet, dass bei den Aktionen in der letzten Stunde Essen und Getränke an die Flüchtlinge verteilt werden sollten, was diese aber ablehnten. Von einer Fahrt nach Schweden ist keine Rede mehr.

+++ 22.21 Uhr: Laut "Jyllands-Posten" dementiert Reichspolizeichef Jens Henrik Højbjerg die Meldung, dass die Flüchtlinge nach Schweden reisen dürften: "Ich kann das nicht bestätigen. Es ging darum, einen Dialog zu starten", zitiert die Zeitung Højbjerg.

+++ 22.04 Uhr: Die E 45 (Fortsetzung der A 7 in Dänemark) ist wieder befahrbar. Heute Nachmittag hatten rund 300 Flüchtlinge die Straße blockiert, nachdem sie aus ihrer Unterkunft ausgebrochen und sich zu Fuß auf den Weg gemacht hatten.

+++ 22.01 Uhr: Jetzt wird die Situation offenbar unübersichtlich, manche Flüchtlinge fahren diesen Quellen zufolge in privaten Autos weg anstatt in einen Zug umzusteigen.




+++ 21.58 Uhr: Hier hat ein dänisches Kamerateam zufällig gefilmt, wie eine Gruppe von Flüchtlingen aus dem Zug ausbricht und in ein in der Nähe stehendes Auto rennt. Einfach den Link öffnen, das Video öffnet sich automatisch und ist auch ohne Dänischkenntnisse zu verstehen.

+++ 21.37 Uhr: Dänische Medien melden, dass die beiden Züge in Rødby heute Abend nach Schweden weiterfahren dürfen!


+++ 21.30 Uhr: Auf der Lübecker "Walli" sind derzeit etwa 50 Flüchtlinge untergebracht, wie Christoph Kleine auf LN-Anfrage bestätigt. Die Stimmung sei gut, aber angespannt. "Wir kriegen das logistisch hin", sagt Kleine.

 +++ 21.24 Uhr: Gerüchten zufolge soll der Zug mit den "Lübecker Flüchtlingen" um 22.45 Uhr nach Schweden weiterfahren dürfen.


+++ 21.15 Uhr: Ein Kollege vor Ort berichtet, dass die Stimmung angespannter wird - das war gestern um etwa diese Uhrzeit auch der Fall.


+++ 20.58 Uhr: Der schleswig-holsteinische SPD-Chef Ralf Stegner kritisiert einen Alleingang der dänischen Regierung. „Die Aussetzung der Reisefreiheit durch die rechtsliberale dänische Regierung ist mehr als besorgniserregend“, sagte Stegner am Mittwochabend. Das Schengen-Abkommen sei ein wichtiges Merkmal des freiheitlichen, geeinten Europas: „Gerade bei den gegenwärtigen großen Herausforderungen brauchen wir gemeinsame europäische Lösungen, keine nationalen Alleingänge.“

+++ 20.38 Uhr: Die dänische Zeitung "Politiken" berichtet, dass einer ihrer Fotografen von der Polizei festgenommen wurde. Er habe Bilder von den Flüchtlingen gemacht, die nördlich von Flensburg zu Fuß auf die Autobahn gegangen waren.

+++ 20.24 Uhr, Rødby: Unser Reporter räumt jetzt seinen Posten. Wir versuchen mit Menschen vor Ort in Kontakt zu bleiben und werden hier weiter berichten.

+++ 20.11 Uhr, Rødby: Einige Menschen fliehen aus dem Zug, steigen in ein Auto und sind verschwunden.

Flüchtlinge brechen aus dem in Rødby stehenden Zug aus. Foto: Stöcklin.



+++ 20.03 Uhr, Lübeck: Die August-Bebel-Schule in Moisling soll als Notunterkunft verwendet werden, falls noch mehr Flüchtlinge in Lübeck ankommen.

+++ 19.44 Uhr: Noch einmal eine kurze Übersicht: Nach unseren Informationen stehen jetzt noch zwei Züge in Rødby, unter anderem mit den "Lübecker Flüchtlingen". Ein dritter Zug, der heute mit der Fähre aus Puttgarden kommen sollte, ist offenbar geräumt worden. Ein vierter Zug wurde bereits in Puttgarden abgefangen - die Flüchtlinge entschieden sich offenbar, in Schleswig-Holstein zu bleiben und wurden nach Putlos gebracht.

+++ 19.28 Uhr: Unter anderem via Twitter wird versucht, Hilfe für die Flüchtlinge an mehreren Orten Europas zu organisieren.



 

 



 


+++ 19.25 Uhr: Der Fraktionschef der dänisch-orientierten SSW-Gruppe im schleswig-holsteinischen Landtag, Lars Harms, hat das Vorgehen Dänemarks in der Flüchtlingsfrage kritisiert. „Es mag sein, dass Dänemark nach dem Dublin-Abkommen formal recht hat“, sagte Harms dem „Flensburger Tageblatt“ (Donnerstag). Angesichts der Lage der Flüchtlinge erwarte er jedoch, dass „man 13 gerade sein lässt und Humanität in den Vordergrund stellt“.

+++ 19.18 Uhr: Laut Polizei kommen seit etwa 17 Uhr weitere Flüchtlinge in Flensburg an - die Bahnverbindung nach Dänemark ist ja unterbrochen. Die Menschen sollen in eine Erstaufnahmeeinrichtung kommen. "Die Polizeiführung schließt Zwangsmaßnahmen aus", so eine Sprecherin. Maßnahmen wie die Feststellung der Personalien oder Platzverweise würde die Polizei nicht vornehmen.

+++ 19.17 Uhr, Rødby: Polizeiautos haben sich am Zug postiert. Steht die Räumung bevor?

+++ 19.10 Uhr, Putlos: In der Notunterkunft für Flüchtlinge sind zwei 7,5-Tonner mit Hygieneartikeln angekommen. Das Deutsche Rote Kreuz organisiert nach wie vor die Aufnahme der Menschen.

+++ 18.57 Uhr, Rødby: Medienvertreter und Helfer sind vor Ort - aber die Polizei hat alles abgeriegelt.

Helfer und Medienvertreter vor dem Zug mit den "Lübecker Flüchtlingen". Foto: Stöcklin.



+++ 18.50 Uhr, Rødby: Noch einmal ein Telefonat mit unserem Reporter vor Ort. "Hier ist es recht ruhig", sagt er. Die Busse dienten vielleicht eher als Sichtschutz, damit Medien und Helfer nicht sehen können, was am Zug vor sich geht. Nach einem kurzen Spaziergang um ein Gebäude hat unser Redakteur wieder freie Sicht: Flüchtlinge im Zug halten Schilder hoch, auf denen sie wohl "Let us go" fordern. Unklar ist, ob die Flüchtlinge, die seit heute früh um 3 Uhr dort festsitzen, überhaupt etwas zu essen und zu trinken zu sich genommen haben.

"Lübecker Flüchtlinge" im Zug halten Schilder hoch. Sie fordern die Weiterfahrt nach Schweden. Foto: Stöcklin.




+++ 18.44 Uhr: Im schwedischen Göteborg findet eine große Kundgebung unter dem Motto "Refugees Welcome" statt.


+++ 18.40 Uhr, Putlos: Auf dem Truppenübungsplatz sollen heute insgesamt 500 Flüchtlinge eintreffen. 400 davon kommen aus Neumünster, 100 aus Bad Bramstedt. Damit würden dort 750 Flüchtlinge wohnen, das Kontingent soll für 800 reichen.

+++ 18.38 Uhr, Lübeck: Die Polizei hat sich jetzt zu der angeblichen versuchten Selbstverbrennung an Bord der Fähre geäußert. Demnach handelt es sich bei der Nachricht um eine Ente, es sei nichts dergleichen vorgefallen.

+++ 18.37 Uhr, Lübeck: Der Fährverkehr scheint wieder zu laufen. Allerdings ohne Züge an Bord.


+++ 18.35 Uhr, Rødby: Auch andere Angehörige wähnen sich am Ziel. Aber so einfach ist es nicht.


+++ 18.30 Uhr, Rødby: Weitere Busse fahren vor. Aufgebrachte Angehörige und Helfer wollen wissen, wohin die leute gebracht werden. Die Polizisten lächeln und schweigen.

+++ 18.28 Uhr, Rødby: Busse stehen bereit, um die Flüchtlinge fortzubringen. Doch wohin ist unklar: Schweden oder Dänemark?

Busse stehen für den Abtransport der Flüchtlinge bereit. Foto: Stöcklin.



+++ 18.26 Uhr, Rødby: Dänische Helfer wollen den Leuten im Zug Obst, Getränke und Schokoriegel bringen, doch sie werden nicht durchgelassen.

Dänische Helfer kommen nicht zu den Flüchtlingen durch. Foto: Stöcklin.



+++ 18.20 Uhr, Rødby: Es ist die Familie von Abdel, den wir vorhin vorgestellt hatten. Er hält seine Tochter in den Armen. Die Polizei erlaubt ihnen einige Minuten im Niemandsland.

Abdel sieht nach neun Monaten Trennung seine Frau und seine Tochter wieder. Foto: Stöcklin.



+++ 18.16 Uhr, Rødby: Bewegende Szene: Ein mann hat Frau und Kinder am Zug gesehen. Sie rennen aufeinander zu, doch die Polizei stoppt sie. Sie können sich kurz umarmen und einige Worte wechseln.

+++ 18.10 Uhr, Rødby: Der Zug mit einem Teil der "Lübecker Flüchtlinge" befindet sich nach wie vor in Rødby. Die Polizei hat ihn abgeriegelt, niemand darf zu den Flüchtlingen.

Die "Lübecker Flüchtlinge" haben den ganzen Tag in diesem Zug in Rödby verbracht. Foto: Stöcklin.



+++ 17.56 Uhr, Rødby: Unser Reporter hat den 48-jährigen Abdel getroffen. Er lebt in Norköping, Schweden und wartet in Rødby gerade verzweifelt auf seine Frau Kadar (42) und Tochter Abrar (9). Die sind am Morgen mit dem Zug von Lübeck über Puttgarden nach Dänemark gekommen, dürfen den Zug aber nicht verlassen. Er darf nicht zu ihnen, obwohl er sie seit neun Monaten nicht gesehen hat.

Abdel wartet verzweifelt auf seine Frau und Tochter, die nur wenige hundert Meter entfernt im Zug festsitzen. Foto: Stöcklin



+++ 17.41 Uhr, Puttgarden: Die 54 Flüchtlinge aus dem ICE werden jetzt mit Bussen nach Putlos gebracht.

Flüchtlinge auf dem Wagen nach Putlos. Foto: Maxwitat.



Quelle: Maxwitat



+++ 17.37 Uhr: Diese Nachricht, dass sich ein Mann auf einer Fähre anzünden wollte, wurde auf Twitter veröffentlicht und ist derzeit noch nicht bestätigt. Wir stehen natürlich mit den Behörden in Kontakt und versuchen mehr dazu zu erfahren.


+++ 17.30 Uhr: Wie wir gerade erfahren, soll der Zugverkehr zwischen Deutschland und Dänemark auch morgen noch unterbrochen bleiben.

+++ 17.25 Uhr, Putlos: Auf dem Truppenübungsplatz sind Innenminister Studt, Landrat Sager, Bürgermeister Voigt und weitere Verantwortliche zur Lagebesprechung zusammengekommen. 200 Flüchtlinge waren gestern Abend bereits aus Neumünster eingetrofen, grob geschätzt 150 weitere kamen heute dazu. Ob sie aus Dänemark zurückgeschickt wurden ist aber noch unklar.

+++ 17.21 Uhr, Rødby: Für die deutschen Helfer, die die "Lübecker Flüchtlinge" gestern Nacht begleitet hatten, heißt es jetzt offenbar "Feierabend".


+++ 17.20 Uhr, Rødby: Ein Zug befindet sich noch in Puttgarden, drei in Rødby. Einer der Züge wurde jetzt offenbar geräumt. 


+++ 17.17 Uhr, Rødby: Wir hatten gemeldet, dass an Bord der Fähre, die jetzt gerade in Rødby anlegt, auch ein Zug mit Flüchtlingen sei. Das war ein Missverständnis: Richtig ist, dass sich nur einige wenige Flüchtlinge an Bord der Fähre befinden. Der Zuverkehr zwischen Deutschland und Dänemark ist eingestellt, Autos transportieren die Fähren nach wie vor.

+++ 17.10 Uhr, Puttgarden: Ein Zug mit Flüchtlingen, der gegen 15 Uhr eingetroffen ist, befindet sich nach wie vor am Bahnhof.

ICE mit Flüchtlingen an Bord steht in Puttgarden. Foto: Maxwitat



+++ 17.03 Uhr, Puttgarden: Manche der in Puttgarden gestrandeten Reisenden steigen in die Regionalbahn Richtung Lübeck ein. Es handelt sich nicht um Flüchtlinge, wie unser Fotograf betont.

Reisende auf dem Weg von Puttgarden nach Lübeck. Foto: Maxwitat



+++ 16.59 Uhr, Putlos: Drei Busse mit Flüchtlingen sind in Putlos eingetroffen. Woher sie kommen ist aber derzeit noch unklar.

+++ 16.52 Uhr, Puttgarden: Der Zug, der in Puttgarden gewartet hatte, ist an Bord der "Deutschland" Richtung Rødby - mit Flüchtlingen an Bord. Unklar ist, ob sie in Dänemark einreisen dürfen.

+++ 16.48 Uhr: Der dänische Sender DR meldet, dass es heute gar keinen Zugverkehr mehr von oder nach Deutschland geben soll. Das Bahnunternehmen DSB habe damit einer Bitte der Polizei entsprochen.

+++ 16.46 Uhr, Padborg: Auch internationale Medien berichten über die Situation an der dänischen Grenze. Die "New York Times" war offenbar in der Schule fünf Kilometer nördlich von Flensburg und beschreibt die Situation vor Ort: "Die Dänen haben Isomatten ausgeteilt. Manche Menschen schlafen auf dem Boden und versuchen sich von der Zugfahrt zu erholen, die die ganze Nacht gedauert hat.

+++ 16.34 Uhr, Rødby: Offenbar sind Suchtrupps unterwegs, um 25 bis 30 Flüchtlinge zu finden, die aus dem Zug ausgebrochen sind. Laut der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" handelt es sich um deutsche und dänische Freiwillige, die den Flüchtlingen auf dem Weg nach Schweden helfen wollen.


+++ 16.24 Uhr, Lübeck: Eigentlicher Anlass für Studts Besuch war aber natürlich das auf dem Volksfestplatz zu errichtende Containerdorf. Die ersten Wohncontainer wurden heute bereits aufgestellt. Insgesamt 100 sollen es werden und 400 Menschen Zuflucht bieten. Ein genaues Datum dafür gebe es noch nicht - der Innenminister rechnet aber damit, dass es noch im September soweit sein wird.

+++ 16.21 Uhr, Lübeck: Eben war Schleswig-Holsteins Innenminister auf dem Lübecker Volksfestplatz und hat sich dort unter anderem zu dem gestrigen "Missverständnis" geäußert. Demnach habe man die dänische Polizei von den 170 anreisenden Flüchtlingen in Kenntnis gesetzt. Ob es politische Gespräche gegeben habe, dazu wollte sich Studt nicht äußern. Damit bleibt die Frage offen, warum die Flüchtlinge in den Glauben versetzt wurden, sie könnten durch Dänemark in das Wunschland Schweden einreisen.

+++ 16.16 Uhr, Lübeck: Ein Bahnsprecher sagt uns gerade, dass es heute keinen Fernverkehr mehr zwischen Hamburg und Kopenhagen über Puttgarden geben wird. Grund seien die "behördlichen Maßnahmen" der dänischen Polizei - der Fährverkehr ist quasi zum Erliegen gekommen. Reisende haben theoretisch noch die Möglichkeit, über Flensburg nach Kopenhagen zu kommen. Allerdings liegen uns derzeit keine Informationen vor, ob die dänische Bahn den Betrieb auf dieser Strecke aufrecht erhält.

+++ 16.07 Uhr, Puttgarden: Diese Bildergalerie zeigt die Situation vor Ort:

Der Fährverkehr von Puttgarden nach Rødby wurde am Mittwoch zwischendurch ausgesetzt.

+++ 16 Uhr, Puttgarden: Wie unser Reporter vor Ort berichtet, ist vor wenigen Minuten ein Mann zusammengeklappt. Mehrere Rettungsfahrzeuge sind eingetroffen und man kümmert sich intensiv um den Verletzten. "Das sieht ernst aus", sagt der Kollege mit belegter Stimme.

+++ 15.57 Uhr, Putlos: Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) fährt nach Putlos, um sich dort ein Bild zu machen und um mit Innenminister Stefan Studt (SPD) zu sprechen.

+++ 15.55 Uhr: Dieses Plakat soll Flüchtlinge darüber aufklären, dass es nichts bringt, über die Fähre oder die Landverbindung bei Padborg nach Dänemark einzureisen - wenn sie dort nicht bleiben wollen. Der Urheber des Plakats ist den LN bisher nicht bekannt.

 


+++ 15.38 Uhr, Padborg: Mit ihren wenigen Habseligkeiten haben sich die Menschen zu Fuß auf die Autobahn begeben, wie diese erschütternden Bilder zeigen:

Flüchtlinge in Padborg bei Flensburg versuchen, ihre Reise zu Fuß über die Autobahn fortzusetzen. Bis Busse bereitstünden, um die Menschen von der Straße wegzubringen, sei die E45 bei Padborg in beide Richtungen gesperrt, teilte die Polizei in Südjütland mit.

+++ 15.33 Uhr, Puttgarden: Im Zug, der in Puttgarden auf die Fähre wartet, befinden sich offenbar ebenfalls Flüchtlinge.

Polizei am ICE in Puttgarden. Foto: Stöcklin



+++ 15.30 Uhr, Padborg: Das Bild zeigt, wie Flüchtlinge auf der E45 (Fortsetzung der A 7 in Dänemark) zu Fuß unterwegs sind.

Flüchtlinge auf der E 45 im Süden Jütlands.Foto: dpa



+++ 15.23 Uhr, Puttgarden: Die Fähre "Prins Richard" legt jetzt ab nach Rødby, meldet unser Reporter vor Ort. Der Hafen dort ist aber nach wie vor dicht. Die Wartespur in Puttgarden ist voller Autos - wann es weitergeht ist unklar.

+++14.57 Uhr, Putlos: Heute Nachmittag sollen noch weitere 500 Flüchtlinge in Putlos in der gestern eröffneten Erstaufnahmeeinrichtung ankommen. Angeblich sind es Flüchtlinge aus Dänemark, die zurückgeschickt wurden.

+++14.30 Uhr, Puttgarden: In Puttgarden steht der Fährverkehr still. Wegen der vielen Flüchtlinge liegt eine Fähre in Rødby im Hafen, eine wartet davor. "Hier ist heute nichts normal", sagt der Mann am Schalter in Puttgarden.

+++14.30 Uhr, Padborg: Flüchtlinge in Padborg bei Flensburg versuchten, ihre Reise zu Fuß über die Autobahn fortzusetzen. Bis Busse bereitstünden, um die Menschen von der Straße wegzubringen, sei die E45 bei Padborg in beide Richtungen gesperrt, teilte die Polizei in Südjütland mit.

+++14.00 Uhr, Rødby: Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein meldetDie dänische Polizei hat begonnen, zwangsweise die Registrierung  mit Personaldaten und Fingerabdrücken der Gruppe von Flüchtlingen aus dem Zug durchzusetzen. Dazu ist der Zug im Hafengelände an einen Ort verlegt worden, der für die zahlreichen Journalisten, die sich inzwischen am Ort des Geschehens in Rødby befinden, nicht einsehbar ist. 

+++13.34 Uhr: Der Lübecker Innensenator Möller ließ Mittwochmittag per Pressemitteilung verkünden, warum die Flüchtlinge weitergeschickt wurden: "Nach langen und ermüdenden Verhandlungen kam gegen 17 Uhr über die Landespolizei das Signal, man könne die Flüchtlinge guten Gewissens vorzugsweise in den planmäßigen Zug um 18:06 Uhr nach Kopenhagen setzen. Diese würden auf dem Weg dahin nicht aufgehalten." Er habe nicht gewusst, dass es gar keine politische Entscheidung gegeben habe. Außerdem apelliere er an Dänemark und seine Behörden, "mit den Flüchtlingen anständig umzugehen und in diesem konkreten Fall deren Passage nach Schweden zu organisieren.“

+++13.00 Uhr: In einem der Züge der am Fähranleger Rødby steht, soll es furchtbar heiß sein, weil die Klimaanlage nicht geht. In dem Zug warten Flüchtlinge unter ihnen auch Familien mit Kindern.

+++ 12.11 Uhr: In Rødby stehen zur Zeit zwei Züge mit Flüchtlingen. Die Menschen wollen weiter nach Schweden reisen. Die Polizei schottet die Züge ab. Die Helfer vom Flüchtlingsforum versuchen Kontakt zu den Flüchtlingen aufzunehmen, die in der Schule untergebracht sind. Die Polizei will Heike Berehns und ihre Kollegen allerdings nicht zu den Gefüchteten lassen.

+++ 12.11 Uhr: Zwischen 200 und 350 Flüchtlinge (Herkunft noch unbekannt) sind in Putlos beim Truppenübungsplatz aufgenommen worden. Der Kreis Ostholstein wurde vorab nicht vom Land informiert, und auch das Innenministerium wusste zunächst nichts davon. 

+++ 11.49 Uhr: Die Lage in Rødby ist unübersichtlich. Angeblich sind jetzt 20 Menschen aus einem ICE in die Böschungen geflüchtet.

+++ 11.30 Uhr: Etwa hundert Menschen seien in der Nacht zum Mittwoch und am Morgen in Padborg bei Flensburg angekommen, berichtete die Polizei in Südjütland. Sie seien in eingerichtete Unterkünfte gebracht worden. Ihre Fälle würden nun behandelt. Wenn die Flüchtlinge sich nicht in Dänemark registrieren lassen wollen, schickt die Polizei sie zurück nach Deutschland. Die Dänische Polizei sperrte nun die Autobahn A 7, weil Flüchtlinge die Unterkunft in Padborg angeblich verlassen haben.

+++10.58 Uhr Eine neue Fähre aus Puttgarden ist angekommen. Ein weiterer Zug wurde von der Polizei gestoppt und durchsucht.

+++10.55 Uhr: Die Dänische Polizei räumt nun den ICE der am Fährhafen steht. Die Personen werden nach und nach von den Beamten  einzeln zu Bussen geführt. Die Busse sollen die Menschen angeblich zu der Schule bringen. In der auch die 150 Geflüchtetenden von gestern Abend untergebracht sind. Diese Schule ist aber komplett abgeriegelt.

+++ 9.54 Uhr: Drei Männer aus dem Zug werden von den Polizisten zu einem Bus begleitet, der am Fähranleger wartet. Wohin sie gebracht werden, ist unklar. Heike Berehns vom Lübecker Flüchtlingsforum beschwert sich über die Dänische Polizei, die keinerlei Informationen preisgibt.

+++ 9.45 Uhr: Dänische Polizisten sind am Zug und reden mit einigen Flüchtlingen, die ausgestiegen sind. 

+++ 9.35 Uhr: In Rødby am Fährhafen trifft noch mehr Dänische Polizei ein. Außerdem sammeln sich Dänische Journalisten an dem Zug mit den Flüchtlingen. 

+++ 9.00 Uhr: Laut Landespolizei gab es keine Absprache, ob die Flüchtlinge weiterreisen dürfen. Polizeiführer Joachim Gutt hat selbständig entschieden, weil es keine Grundlage gibt, die Flüchtlinge in Deutschland festzuhalten. 

+++8.30 Uhr: 150 der Flüchtlinge verbrachten die Nacht in der Schule in Rødby. 80 Flüchtlinge zumeist sehr junge Männer und Familien weigerten sich aber und haben die Nacht im Fährhafen im Zug verbracht. Die Situation sei sehr bedrückend, schildern unsere Reporterin Katrin Diederichs und die Mitarbeiter des Lübecker Flüchtlingsforums. Die teilweise erst 14 Jahre alten Jugendlichen sind erschöpft und wollen nur zu ihren Familien und Eltern nach Schweden.

+++7.30 Uhr: Die Flüchtlinge mussten die Nacht in einer Schule in Rødby verbringen und sollen angeblich heute wieder zurück nach Deutschland geschickt werden. In der Nacht wusste die dänische Polizei erst einmal nichts von einer politischen Absprache oder einem angeblichen Durchreise-Versprechen. Unsere Reporterin ist vor Ort.

+++ 2.22 Uhr: Die LN-Reporterin hat sich wieder mit den Helfern vom Flüchtlingsforum zusammengefunden und muss sich jetzt die Nacht in Rødby um die Ohren schlagen. Die Flüchtlinge werden wohl in der Schule untergebracht, in der auch die vielen anderen Menschen sind, die in den letzten Tagen nach Rødby kamen. Der Live-Ticker verabschiedet sich vorerst in die Nacht - ab morgen früh versuchen wir Näheres über das Schicksal der Flüchtlinge zu erfahren. Warum die Flüchtlinge überhaupt losgeschickt wurden, wenn es keine Absprache auf politischer Ebene zwischen Dänemark und Deutschland gab, dass die Flüchtlinge durch Dänemark nach Schweden reisen dürfen, ist unklar.

+++ 2.12 Uhr: Unsere Facebook-Userin Hewi Ahmad hat uns gerade dieses Video geschickt - darin hat sie die Erlebnisse des Tages am Lübecker Bahnhof aus ihrer Sicht festgehalten.

+++ 2 Uhr: Auch andere Reisende mit Pass müssen den Zug verlassen.

+++ 1.54 Uhr: Die dänische Polizei hat unsere Reporterin vom Boot verwiesen - offenbar sollen nur noch die Flüchtlinge an Bord bleiben, dann in Busse umsteigen und schließlich in ein Camp gebracht werden.

+++ 1.45 Uhr: Fraglich ist, ob es überhaupt eine Absprache gibt, die den Flüchtlingen die Durchreise ermöglichen würde. Laut Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) soll es zwar ein Telefonat zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem dänischen Ministerpräsidenten gegeben haben, aber ergebnislos.

+++ 1.27 Uhr: Wie Heike Behrens vom Flüchtlingsforum berichtet, sind die Polizisten offenbar über keine Absprache informiert, dass die Flüchtlinge nach Schweden durchreisen dürfen. Die Beamten wollen jetzt Rücksprache mit dem dänischen Justizministerium halten und dann - wenn keine anderen Order kommen - mit dem üblichen Prozedere beginnen. Was das heißt, weiß hier niemand genau.

+++ 1.16 Uhr: Zwei Busse sind auf die Fähre gefahren. Sieht so aus, als wäre die Reise hier vorerst zuende.

+++ 1.08 Uhr: Der Zug mit den Flüchtlingen ist noch auf der Fähre. Gerade sind etwa 20 Polizisten an Bord gekommen, die aber nicht mit Pressevertretern sprechen wollen. Dafür aber mit Heike Behrens vom Flüchtlingsforum.

+++ 0.52 Uhr: Beobachter sprechen von einem massiven Aufgebot der Polizei, das die Flüchtlinge empfängt.

+++ 0.43 Uhr: "Wir hoffen, Sie hatten eine angenehme Reise", schallt es aus den Bord-Lautsprechern. Die Ironie ist sicher unbeabsichtigt - wie vorhin, als die Reisenden zum Einkauf im Duty-Free-Shop aufgefordert wurden.

+++ 0.39 Uhr: Die Fähre ist jetzt in Rødby angekommen, die Flüchtlinge steigen in den Zug um. "Mal abwarten, wie es weitergeht", meint unsere Reporterin.

+++ 0.09 Uhr: Wir sind nicht die einzigen, die die Reise der Flüchtlinge verfolgen.


+++ 0 Uhr: Die Fähre bewegt sich wieder - in Richtung Rødby. Was dort geschehen soll ist aber noch nicht bekannt. Wir wissen auch nach wie vor nicht, was mit den 70 Flüchtlingen passiert ist, die in einem anderen Zug von Oldenburg aus vorgefahren sind.

+++ 23.46 Uhr: Wie die dänische Polizei auf Twitter berichtet, scheint sich die Lage in Rødby weiter zu entspannen. Zuvor sollen laut dänischem Staatsradio rund 150 Personen nicht-dänischer Herkunft vor der Turnhalle Stellung bezogen haben, um ihre Unterstützung für die Flüchtlinge zu zeigen. Doch die Stimmung soll sich aufgeheizt haben, es seien Flaschen geworfen worden. Die Demonstranten wollen, dass die Flüchtlinge freigelassen werden. Die Polizei sei mit einem massiven Aufgebot vor Ort.


+++ 23.32 Uhr: Liebe Leser, gern würden wir Ihnen auch neue Bilder von Bord der Fähre zeigen. Leider ist die Übertragung der Daten von der Fähre momentan offenbar nicht möglich. Wir reichen einige Bilder später nach.

+++ 23.24 Uhr: Die Stimmung an Bord ist ruhig, müde, bedrückt. Viele Flüchtlinge sitzen ratlos da, manche stellen unserer Reporterin Fragen, wie es weitergeht. Doch Antworten haben auch wir nicht.

+++ 23.17 Uhr: Die Fähre steht jetzt vor Rødby. Einer Lautsprecherdurchsage zufolge dürfe man gerade nicht einlaufen. Näheres ist uns noch nicht bekannt.

+++ 23.04 Uhr: "Dabei hat fast jeder, den man hier spricht, mindestens ein Familienmitglied verloren", sagt unsere Reporterin an Bord der Fähre. Einer der Männer ist auf dem Weg zu seiner Schwester nach Norwegen - er musste seine einjährige Tochter in Syrien zurücklassen. Die Mutter kam bei einem Bombenangriff ums Leben. Der 30-Jährige hat Angst, seinen Namen zu nennen.

+++ 22.59 Uhr: Die Zeitung "Politiken" berichtet, dass eine Gruppe Flüchtlinge aus Puttgarden gegen 19 Uhr in Rødby in Gewahrsam genommen wurde. "Die Polizei wartete direkt an der Fähre", heißt es in dem Artikel. Die Menschen seien demnach vorerst in einer Sporthalle untergebracht worden.

+++ 22.55 Uhr: Unsere Reporterin berichtet, dass die Flüchtlinge übrigens unheimlich offen und freundlich seien. Manche wollten Selfies mit ihr oder den Helfern vom Flüchtlingsforum machen. Viele zeigen sich äußerst dankbar für die Hilfe, die man bisher in Deutschland erfahren habe.

+++ 22.46 Uhr: Immer wieder bildet sich eine Menschentraube um Mudy Amraya. Der Syrer spricht verschiedene Dialekte und ist als Dolmetscher heute ein sehr gefragter Mann. "Was der hier leistet ist der Wahnsinn", sagt LN-Reporterin kad am Telefon.

+++ 22.23 Uhr: Tatsächlich berichtet die dänische Zeitung "Jyllands-Posten", dass in Rødby heute rund 200 Flüchtlinge von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden. Demnach herrsche dort eine angespannte Stimmung zwischen freiwilligen Helfern und Polizisten.

+++ 22.14 Uhr: Jetzt kommt wieder Unruhe auf der Fähre auf. Eine dänische Gruppe berichtet, in Kopenhagen sei sehr viel Polizei unterwegs und würde den Bahnhof abriegeln - für die Flüchtlinge hieße das wohl, dass es zurück nach Deutschland ginge. Die Helfer vom Flüchtlingsforum wollen sich mit Schleswig-Holsteins Innenminister in Verbindung setzen und sich eine Rückversicherung holen, dass die Flüchtlinge weiter nach Schweden reisen dürfen.

+++ 21.56 Uhr: Ienyatallah ist erst 14. Er ist allein aus Afghanistan geflohen und schon seit 10 Monaten unterwegs. Er hat keinen Koffer - nur die Kleidung, die er am Körper trägt.

+++ 21.45 Uhr: Auch die Polizei äußert sich dazu noch einmal. Polizeiführer Joachim Gutt: „Diese Menschen haben unglaubliche Erlebnisse, Gewalt und Leiden hinter sich. Daher habe ich die Entscheidung getroffen, dass Polizeibeamte des Landes Schleswig-Holstein wegen durchzuführender Verwaltungsakte keine Gewalt gegen Flüchtlinge anwenden.“ Deswegen seien keine Maßnahmen wie die Feststellung der Personalien oder Platzverweise durchgeführt worden.

+++ 21.40 Uhr: Mittlerweile hat sich auch Stefan Studt (SPD) zum "Keine-Gewalt-Prinzip" der Polizei geäußert.  „Allein aus Gründen der Humanität verbietet es sich, gegenüber Menschen die Schutz suchen, Gewalt anzuwenden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

+++ 21.26 Uhr: Die Flüchtlinge und unsere Reporterin sind jetzt auf der Fähre. Bis jetzt noch keine Spur von Grenzbeamten.

+++ 21.05 Uhr: Laut der deutschen Helferin Heike Behrens vom Flüchtlingsforum gibt es aber keinen Grund zur Unruhe: Dieser Zug habe eine Sonderregelung.

+++ 21.02 Uhr: Jetzt könnte es doch noch Probleme für die "Lübecker Flüchtlinge" geben. Der Zug steht noch in Puttgarden, und dorthin sind jetzt extra Helfer aus Dänemark gekommen, die berichten, die Flüchtlinge würden in Rødby aus dem Zug geholt und registriert werden. Wer sich nicht registrieren lassen wolle, der werde gleich zum Flughafen gebracht und abgeschoben. Ob das stimmt, können wir noch nicht bestätigen. Auf jeden Fall macht sich etwas Unruhe bemerkbar.

+++ 20.55 Uhr: Gefragt ist der Dolmetscher Kai Bauer unter anderem, weil einige der Flüchtlinge ihr Bahnticket verloren haben. Kurios: Manche wurden offenbar so lange in Hamburg aufgehalten, dass ihr Ticket seine Gültigkeit verlor.

+++ 20.45 Uhr: Jetzt fährt der ICE in Puttgarden ein. Auf der Fähre soll es weitergehen Richtung dänische Insel Lolland.

+++ 20.42 Uhr: Der Zug ist so voll, dass einige Menschen auf dem Boden sitzen müssen - aber das kennt der eine oder andere Bahnreisende sicher aus dem Alltag. Diese Flüchtlinge vertreiben sich die Zeit beim Kartenspiel.

Kartenspielen auf dem Boden - der Zug ist voll. Foto: kad


+++ 20.32 Uhr: Mit an Bord ist auch Helfer Kai Bauer, der sich im Zug um die Flüchtlinge kümmert. Insgesamt 230 sind auf dem Weg nach Kopenhagen, 100 sind in Hamburg zugestiegen.

Kai Bauer ist unter anderem als Übersetzer gefragt. Foto: kad


+++ 20.22 Uhr: Der Zug ist mittlerweile unterwegs.

+++ 19.59 Uhr, Lübeck: Nicht nur wir berichten über die Flüchtlinge in Lübeck, auch anderen Menschen gehen deren Schicksale nahe.

+++ 19.42 Uhr, Lübeck: Der Zug fährt unter großem Jubel in den Hauptbahnhof ein.

+++ 19.27 Uhr: Weitere Bilder, die das Geschehen des Tages betreffen, finden Sie in dieser Bildergalerie:

Der Bahnsteig 5 des Lübecker Hauptbahnhofes, an dem der dänische Zug mit Flüchtlingen nach Kopenhagen steht, war heute Vormittag gesperrt.

+++ 19.20 Uhr, Lübeck: Auch die kleine Manai aus Syrien ist unter den Flüchtlingen.  

+++ 19.13 Uhr, Lübeck: Die Zugfahrt verzögert sich, weil in Hamburg noch 100 weitere Flüchtlinge einsteigen wollen. Vermutlich wurden sie per Handy informiert, dass es eine Möglichkeit gibt nach Dänemark zu reisen.

+++ 19.03 Uhr, Lübeck: Stanley Jakubek (30), Kai Bauer (51) und Heike Behrens (47) vom Flüchtlingsforum sowie Mudy Amraya (26) begleiten mit LN-Reporterin kad die Flüchtlinge nach Kopenhagen.

Dieses Team will die Flüchtlinge gemeinsam mit der LN-Reporterin nach Kopenhagen begleiten. Foto: kad


+++ 18.51 Uhr, Lübeck: Am Hauptbahnhof wartet man auf den Zug. Er müsste mit etwa 80 Minuten Verspätung gegen halb acht eintreffen.

Warten auf den Zug. Foto: Diederich


+++ 18.48 Uhr, Puttgarden: Der erste Zug mit etwa 70 Flüchtlingen, die zunächst nach Oldenburg weitergereist waren, müsste bereits in Dänemark sein. Unser Reporter in Puttgarden berichtet, dass der Zug dort einfach auf die Fähre durchgewunken wurde.

+++ 18.38 Uhr: Bereits in den frühen Morgenstunden waren übrigens auch in Neumünster erneut rund 370 Flüchtlinge per Zug aus Salzburg eingetroffen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden die nach einer langen Odyssee über Ungarn eingetroffenen Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen in Rendsburg (200 Flüchtlinge) und Neumünster (170 Flüchtlinge) gebracht. Auch am Montag waren 400 Flüchtlinge mit dem Zug aus Bayern in Neumünster eingetroffen und in der Stadt von Helfern mit Obst, Getränken und Kleidung empfangen worden.

+++ 18.25 Uhr, Lübeck: Mittlerweile ist die Stimmung wirklich entspannt. Alle müssen sich allerdings noch etwas gedulden: Mittlerweile gibt bahn.de die Verspätung des Zugs nach Kopenpagen mit 80 Minuten an. Bei vielen anderen Zügen scheint der Fahrplan aber wieder besser zu funktionieren - wenn Sie anderweitige Erfahrungen machen, geben Sie uns gern per Mail Bescheid.

+++ 18.19 Uhr, Lübeck: Unsere Reporterin kad wird auch in den Zug einsteigen und nach Kopenhagen mitfahren. Sie will beobachten, ob die Flüchtlinge wirklich sicher in die dänische Hauptstadt kommen - und wie es dort für sie weiter geht.

+++ 18.05 Uhr, Lübeck: Der Leitende Polizeidirektor Joachim Gutt sagte gerade, dass die Entscheidung, die Flüchtlinge weiterreisen zu lassen, eine „polizei-operative, keine politische Entscheidung“, sei. Jetzt haben wir auch nochmal alle Zahlen: 170 Flüchtlinge hätten sich laut Polizei geweigert, in Erstaufnahmerichtungen im Norden gebracht zu werden. 70 von ihnen sind bereits nach Kopenhagen unterwegs, die restlichen 100 sollen kurz nach 19 Uhr in Lübeck in einen Zug steigen. Weitere 30 Flüchtlinge wurden in Einrichtungen in Schleswig-Holstein untergebracht.

+++ 18.01 Uhr: Vor etwa einer Stunde hatten wir noch mit dem Sprecher des Innenministeriums gesprochen, der nichts von Gesprächen des Landes mit Dänemark wusste - derzeit ist noch unklar, wie die aktuelle Lösung zustande kam.

+++ 17.38 Uhr: Wer Flüchtlingen in Lübeck helfen möchte, kann das unter anderem über die Facebook-Gruppe "Lübecker Flüchtlingshilfe" tun.

+++ 17.27 Uhr: Es hat nicht direkt mit dieser Berichterstattung zu tun, soll an dieser Stelle aber dennoch erwähnt werden: Die Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Lübeck soll auf dem Volksfestplatz entstehen. Auch hier bleiben wir natürlich am Ball und berichten in Kürze mehr.

+++ 17.22 Uhr, Lübeck: Innensenator Möller wird übrigens nicht mit nach Kopenhagen fahren. Er hofft, dass die Menschen trotzdem gut bei ihren Angehörigen angekommen: "Die dänischen Behörden werden ein großes Interesse daran haben, die Flüchtlinge weiter nach Schweden zu überführen", so Möller.

+++ 17.18 Uhr, Lübeck: Wir haben auf bahn.de nachgeschaut - und der Zug, der um 18.08 Richtung Kopenhagen abfahren soll, hat demnach eine Verspätung von 60 Minuten. Es kann also sein, dass die Flüchtlinge auf ihrer langen Reise noch etwas länger in Lübeck ausharren müssen.

+++ 17.14 Uhr, Lübeck: Hungerstreik beendet. Nach der guten Nachricht trinken und essen die Männer wieder, Brötchen werden von Helfern verteilt.

+++ 17.09 Uhr, Oldenburg: Und auch hier kommt Bewegung in die Sache: Eben ist ein ICE mit zahlreichen Flüchtlingen Richtung Kopenhagen abgefahren.

+++ 17.07 Uhr, Lübeck: Jetzt scheint es eine Lösung zu geben. Innensenator Möller sagte gerade, dass um 18 Uhr ein Zug kommen soll, der die Flüchtlinge nach Kopenhagen bringt. 

+++ 16.54 Uhr, Lübeck: Es bleibt bei der Sitzblockade. Nach einigen Diskussionen entscheiden sich die Verbliebenen, auf dem Bahnsteig zu bleiben. Hungerstreik: Seit heute früh haben offenbar viele der Flüchtlinge auf dem Bahnsteig nicht gegessen und getrunken. Sie wollen nach Schweden und nicht in Deutschland bleiben.

+++ 16.48 Uhr, Lübeck: Diese beiden Videos geben einen Eindruck davon, wie die Situation heute Mittag war:

+++ 16.42 Uhr, Lübeck: Bewegung auf dem Bahnsteig - die verbliebenen Flüchtlinge diskutieren, ob sie das Gleis freigeben sollen oder nicht. Nach wie vor wollen sie nach Schweden.

+++ 16.37 Uhr, Lübeck: Auf Facebook berichtet eine Augenzeugin: "Die Polizei hat sich vor und hinter dem Zug, sowie auf der Treppe positioniert und dafür gesorgt, dass sich Gaffer und Flüchtlinge nicht vermischen. Das lief alles korrekt ab ohne jegliche Gewalt." Hier geht es zum ganzen Bericht.

+++ 16.32 Uhr, Lübeck:  Innensenator Möller spricht auf Französisch zu den Sitzenden. Er bietet an, dass die Flüchtlinge in der Bahnhofsmission versorgt werden können. Die Männer antworten, dass sie auf dem Bahnsteig bleiben wollen.

Innensenator Bernd Möller (Grüne) versucht, die Flüchtlinge zu überzeugen, sich in der Bahnhofsmission versorgen zu lassen. Foto: kd


+++ 16.26 Uhr, Lübeck: Die Lübecker Polizei kündigt eine Pressekonferenz in knapp einer Stunde an. Joachim Gutt, Leitender Polizeidirektor und Vertreter des Landespolizeidirektors, soll dann über den heutigen Einsatz informieren - wir werden natürlich auch darüber berichten.

+++ 16.24 Uhr, Lübeck: Unter den Flüchtlingen ist auch der 18-jährige Emad. Der Syrer ist mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester über die Türkei und Ungarn nach Deutschland gekommen. "Wir haben Familie in Schweden, warum lässt man uns nicht weiter?", fragt er die Helfer.

+++ 16.15 Uhr, Lübeck: Immer noch sitzen 51 Menschen auf dem Bahnsteig in Lübeck - überwiegend junge Männer. Innensenator Möller bespricht sich mit den anwesenden Feuerwehrkräften, Polizei und Sanitätern. Die Bahnsteige 4 und 5 sind nach wie vor gesperrt.

+++ 16.09 Uhr, Oldenburg: Am Truppenübungsplatz in Putlos haben Deutsches Rotes Kreuz und Polizei am Mittag auf jeden Fall schon mit den Vorbereitungen für den Empfang der Flüchtlinge begonnen.

+++ 16 Uhr, Oldenburg: Unsere Reporterin in Oldenburg berichtet, dass ein Großteil der Flüchtlinge dort nicht in die beiden bereitgestellten Busse eingestiegen ist. Offenbar entwickelt sich dort eine ähnliche Lage wie in Lübeck.

+++ 15.55 Uhr: Angesichts der Nachrichtenlage berichten wir jetzt mit Live-Kurznachrichten in unregelmäßigem Abstand.

Jennifer Binder/Kathrin Diederichs/Peer Hellerling/Kilian Haller

Das geschah bisher:

Der Bahnsteig 5, an dem der dänische Zug nach Kopenhagen steht, war heute Vormittag gesperrt. Die Landespolizei hat jetzt übernommen und will sich um den Transfer der Flüchtlinge mit Bussen nach Neumünster kümmern. Die Flüchtlinge veranstalteten auf dem Bahnhof eine Art Sitzblockade, weil sie weiter nach Schweden zu ihren Familien reisen wollen.

Der Zug, der um 9.08 Uhr im Lübecker Hauptbahnhof eingefahren war, startete gegen 13.30 Uhr mit einem großen Teil der Flüchtlinge Richtung Oldenburg. Sie sollen auf dem Truppenübungsplatz Putlos in einem neuen Notaufnahmelager untergebracht werden.

Der Bahnsteig 5 des Lübecker Hauptbahnhofes, an dem der dänische Zug mit Flüchtlingen nach Kopenhagen steht, war heute Vormittag gesperrt.

Eine Gruppe von 51 Flüchtlingen weigert sich allerdings, den Bahnsteig zu räumen: Sie wollen weiterhin nach Schweden, zu ihren Familien. Die Gruppe weigert sich auch, vom Roten Kreuz oder der Bahnhofsmission Essen anzunehmen. Die Flüchtlinge hielten selbstgemalte Plakate hoch und riefen laut "We want Sweden!". Die Polizei rückte vorsorglich zusammen.

Ein Sprecher der Polizei sagte nur, es sei klar, dass der Bahnsteig nicht mit Gewalt geräumt werde. Es sind bereits Dolmetscher am Bahnhof, um zu vermitteln. Lübecks Innensenator Bernd Möller sagte den LN am Nachmittag, er habe sicherheitshalber auch einen Sanitätstrupp angefordert.

Möller gab weiter an, dass es sich bei den meisten Flüchtlingen um Menschen aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und Irak handle. Man wolle sie gerne weiterreisen lassen, aber Dänemark wolle den Zug nicht über die Grenze lassen - man berufe sich darauf, dass Deutschland ein sicheres Herkunftsland sei.

Offenbar weigern sich nun auch die bereits nach Oldenburg weitergereisten Flüchtlinge, den Zug dort zu verlassen. Dort stehe man nun vor dem gleichen Problem wie in Lübeck.

Auch Helfer des Lübecker Flüchtlingsforums versuchen zu helfen. Sie schlagen vor, den Männern und Frauen eine Weiterfahrt nach Schweden zum Beispiel auf der Fähre zu ermöglichen. Angeblich will nun Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) Verhandlungen mit Schweden aufnehmen.

Zwischendurch gab es ein Handgemenge zwischen Polizei und dem Linksaktivisten Christoph Kleine, weil dieser sich nicht an die Polizeiabsperrung hielt. Die Aktivisten hissten daraufhin auf dem Nachbargleis ein Banner mit "Refugees welcome".

Der Schaffner im Zug von Hamburg nach Kopenhagen verständigte die Polizei, weil ihm die große Masse der Menschen auffiel. Der Nächste Stopp des Zuges war dann Lübeck.

Die Sperrung des Bahnsteigs führte zu Zugausfällen. Zeitweise war der Bahnhof komplett gesperrt. Am Mittag wurde der Zugverkehr eingeschränkt wieder freigegeben.

Jetzt halten die Flüchtlinge selbstgeschriebene Plakate hoch und rufen laut "We want Sweden!". Die Polizei rückt vorsorglich zusammen.


Die Landespolizei koordiniert die Maßnahmen vor Ort mit Unterstützung der Bundespolizei und hat darüber hinaus eigene Kräfte der Bereitschaftspolizei der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und der Polizeidirektion Lübeck im Einsatz.

tc/pah